Rapperswil-Jona hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Übernachtungsgäste beherbergt: Insgesamt wurden 21.291 Logiernächte gezählt – das entspricht einem Zuwachs von 17,5 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Die Entwicklung zeigt sich breit über das halbe Jahr und ist nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückzuführen, so Tobias Treichler, CEO von Rapperswil Zürichsee Tourismus (RZST).
Breites Wachstum statt Einzelereignis
Treichler betont, dass die Zunahme nicht monatsweise konzentriert sei, sondern dass die Zahlen "praktisch in jedem Monat zugelegt" hätten. Auch die gesamte Destination Zürichsee meldet eine positive Tendenz mit einem Plus von knapp 5 Prozent bei den Logiernächten. Parallel dazu stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um 3,5 Prozent auf 1,87 Tage.
„Einen einzelnen Grund gebe es nicht.“
Die Destination sieht das Wachstum als Resultat eines Mixes aus Erlebnissen, Erholung und Veranstaltungen sowie einer aktiven lokalen Community, die Angebote über soziale Medien verbreitet. Eine einzelne Werbekampagne, die den Anstieg erklären könnte, habe es laut RZST nicht gegeben.
Gästeherkunft und Saisoneffekte
Interessant ist der Blick auf die Herkunft der Gäste: Laut Treichler kamen vermehrt Besucher aus der Schweiz, aus Deutschland, den USA und Italien. Insgesamt legten die europäischen Gäste zu, während die Übernachtungen aus Asien leicht rückläufig waren. Als möglichen Einflussfaktor nennt Treichler geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten.
Besonders markant wird die Belegung rund um Grossveranstaltungen. Bei Events wie Rewind, Lake & Sound und dem Seenachtfest waren Hotels zeitweise bis auf das letzte Zimmer ausgebucht. Das bestätigt laut RZST die Strategie, Tourismus, Veranstaltungen und lokale Angebote zu verknüpfen.
- Logiernächte (Jan–Jun): 21.291 (+17,5 % gegenüber 2025)
- Durchschnittlicher Aufenthalt: 1,87 Tage (+3,5 %)
- Regionale Entwicklung: Zürichsee-Destination + knapp 5 %
| Indikator | Wert | Veränderung |
|---|---|---|
| Logiernächte (Jan–Jun) | 21.291 | +17,5 % |
| Durchschnittliche Aufenthaltsdauer | 1,87 Tage | +3,5 % |
| Zürichsee-Region | – | ~+5 % bei Logiernächten |
Konsequenzen und Perspektiven
Für Anbieter in der Freizeit- und Tourismusbranche liefert die Bilanz mehrere Hinweise: Erstens bestätigt die hohe Nachfrage rund um Grossanlässe, dass Veranstaltungen signifikante Effekte auf die Hotelauslastung haben. Zweitens sorgt eine längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer direkt für höhere Erlöse pro Gast und eröffnet Spielraum für Zusatzangebote wie geführte Touren, Gastronomiepakete oder kombinierte Event-Tickets. Drittens erfordert der relative Rückgang aus Asien eine breit gefächerte Marktbearbeitung, die verstärkt auf europäische Quellmärkte sowie Nordamerika setzt.
Trotz der positiven Signale bleibt RZST-Chef Treichler vorsichtig: Das starke erste Halbjahr sei ein gutes Zeichen, die endgültige Bilanz werde jedoch erst später vorliegen. Für Destinationen in Österreich, die ebenfalls stark von See-, Event- und Kulturangeboten profitieren, ist die Rapperswil-Jona-Entwicklung ein aktuelles Beispiel dafür, wie lokale Events, Community-Engagement und ein vielfältiges Angebot Nachfrage steigern können.
Praktische Tipps für Gastgeber und Veranstalter: Auf Buchungsphasen rund um Events einstellen, flexible Wochenend-Pakete schnüren und die lokale Community als Multiplikator in Social Media einbeziehen. So lässt sich das Momentum in Beherbergung und Freizeitangeboten am besten nutzen.