Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham kam es zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall: Die norwegische 4x400-Meter-Mixed-Staffel, mit Hürdenstar Karsten Warholm in der Aufstellung, gab ihre Goldmedaillen zurück, weil auf diesen die falsche Siegerzeit eingraviert war. Statt der tatsächlich gelaufenen 3:09,62 Minuten stand auf den Medaillen die Zeit der zweitplatzierten Briten, 3:10,47 Minuten.
Athlet:innen bestehen auf korrekter Gravur
Die norwegische Mannschaft reagierte konsequent: Die Sportler:innen weigerten sich, die falsch beschrifteten Medaillen anzunehmen. Karsten Warholm beschrieb die Situation gegenüber der norwegischen Rundfunkanstalt NRK als „absurd“ und machte deutlich, dass die korrekte Zeit Teil des sportlichen Erfolgs sei. Auch Teamkollegin Henriette Jæger betonte, dass sie den Fehler zunächst nicht bemerkt habe, und sagte, für die erreichte Zeit sei hart gearbeitet worden – diese solle daher auch korrekt auf der Medaille dokumentiert sein.
„Wir weigerten uns, sie anzunehmen“, erklärte Warholm der NRK.
Die Organisatoren reagierten zügig: Nachdem der Fehler festgestellt worden sei, hätten sie die Gravur korrigiert und die Mannschaft habe am folgenden Tag neue Medaillen erhalten. Ken Burkett, einer der Wettkampfverantwortlichen bei der EM in Birmingham, äußerte Bedauern über das Versehen und erklärte, man habe den Fehler so rasch wie möglich berichtigt.
„Als wir feststellten, dass etwas nicht stimmte, haben wir es so schnell wie möglich korrigiert. Es war sehr bedauerlich, dass die Medaillen nicht von Anfang an korrekt waren“, sagte Ken Burkett.
Fakten auf einen Blick
Die relevanten Zeitangaben und Positionen lassen sich kurz in einer Übersicht zusammenfassen:
| Platz | Mannschaft | Official eingravierte Zeit | Tatsächliche Laufzeit |
|---|---|---|---|
| 1. | Norwegen (Warholm, Jæger, Kulseng, Iuel) | 3:10,47 | 3:09,62 |
| 2. | Grossbritannien | 3:10,47 | 3:10,47 |
Konsequenzen und Einordnung
Solche Fehler sind zwar selten, zeigen aber, wie wichtig minutiöse Abläufe bei Grossanlässen sind. Für die Athlet:innen ist die Medaille nicht nur ein Symbol des Erfolgs, sondern auch eine verlässliche Dokumentation des Wettbewerbs—daher rührt die Unnachgiebigkeit der Norweger. Folgende Punkte sind aus dem Vorfall ableitbar:
- Vertrauen in die organisatorischen Abläufe ist zentral; eine falsche Gravur untergräbt dieses Vertrauen.
- Die Reaktion der Athlet:innen verdeutlicht, dass neben Platzierungen auch exakte Leistungsangaben von Bedeutung sind.
- Eine schnelle Fehlerkorrektur durch die Veranstalter kann einen Vorfall rasch entschärfen, verhindert aber nicht die mediale Aufmerksamkeit.
Praktisch brachte der Vorfall für die Beteiligten vor allem administrative Mehrarbeit mit sich: Rückgabe, Neuanfertigung und erneute Übergabe der Auszeichnungen. Für die Öffentlichkeit bleibt die Geschichte ein amüsantes, aber auch lehrreiches Beispiel dafür, dass selbst bei hochprofessionellen Events kleine Pannen grosse Wirkung entfalten können.
Wie kommt so etwas zustande?
Aus den verfügbaren Informationen geht nicht hervor, ob die fehlerhafte Gravur auf ein Kommunikationsproblem, einen Eingabefehler oder eine Verwechslung in der Produktion zurückzuführen war. Klar ist aber: Der Fehler betraf lediglich die physische Gravur — die offizielle Ergebnisliste des Rennens blieb unverändert. Die Veranstalter stellten die korrekten Medaillen nach und entschuldigten sich öffentlich.
Für die norwegische Staffel endete die Episode ohne sportliche Folgen: Die Platzierung blieb bestehen, und die Athlet:innen erhielten die richtigen Erinnerungsstücke an ihren EM-Triumph. Für Veranstalter grosser Wettbewerbe ist der Vorfall dennoch eine Erinnerung daran, dass selbst kleine Details sorgfältig geprüft werden müssen — sonst steht am Ende die Gravur, nicht die Leistung, im Rampenlicht.