Steirische Fischzüchterinnen und Fischzüchter sehen sich in diesem Jahr mit einer bislang nicht gekannten Kombination aus hohen Wassertemperaturen und niedrigen Wasserpegeln konfrontiert. Betroffen sind vor allem Betriebe mit kältebedürftigen Arten wie Forellen und Saiblingen; einige Züchter melden erhebliche Bestandsverluste, die kurzfristig die Existenz bedrohen können.
Ausmaß der Schäden und erste Fallbeispiele
Der Teichwirte- und Fischzüchterverband Steiermark beschreibt die Lage als ernst: Trotz Belüftung und verstärktem Pumpeneinsatz lassen sich die Auswirkungen nicht vollständig kompensieren. Nach Angaben aus dem Verband treten bei einzelnen Betrieben Ausfälle von bis zu 50 Prozent auf.
„Die Forellenzüchter und Saiblingszüchter brauchen von Haus aus kühleres Wasser. Und die haben eben sehr große Herausforderungen mit denen sie gerade kämpfen müssen“, sagte die Geschäftsführerin des Verbands.
Ein konkretes Beispiel liefert die Region Ausseerland: Dort meldete die Fischerei einen Verlust von 2,9 Tonnen Saibling infolge der Wettersituation kombiniert mit einem Stromausfall. Gleichzeitig befinden sich in den Anlagen des Ausseerlands laut Angaben rund 110 Tonnen Fisch, wodurch die Betreiber die Bestände insgesamt nach wie vor als gesichert einstufen. Die regelmäßige Belieferung der rund 340 gastronomischen Kundinnen und Kunden im Salzkammergut sei weiterhin möglich.
Maßnahmen, Finanzierung und Perspektiven
Die betroffenen Züchterinnen und Züchter haben kurzfristig technische Maßnahmen gesetzt, etwa verstärkte Belüftung und zusätzliche Pumpen. Langfristig planen Verbände und Betriebe mehrere Schritte, um besser auf künftige Extremwetterereignisse reagieren zu können:
- Beantragung von Fördermitteln auf Ebene der EU zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen
- Anträge auf erleichterte Wasserentnahme aus öffentlichen Gewässern für kritische Situationen
- Investitionen in Notstromsysteme und in Infrastruktur zur Temperatursenkung bzw. Kühlung
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Produktionsrisiko zu reduzieren und die Versorgungssicherheit, insbesondere für die regionale Gastronomie, zu erhalten. Konkrete Förderentscheidungen und rechtliche Erleichterungen stehen allerdings noch aus.
Regionale Bedeutung und überregionale Folgen
Die Situation in der Steiermark ist kein isoliertes Phänomen: Sie entspricht dem erwarteten Bild, wenn Hitzewellen und Trockenperioden zunehmen. Fischzuchtbetriebe reagieren empfindlich auf Temperatur- und Sauerstoffschwankungen; Arten, die kühleres Wasser benötigen, sind besonders vulnerabel. Verluste in zweistelliger Prozenthöhe können für kleine und mittlere Betriebe schnell existenzbedrohend werden und haben Folgen für Arbeitsplätze sowie regionale Versorgungsketten.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Maximal gemeldete Ausfälle bei Betrieben | 50 % |
| Verlust in Ausseerland durch Kombination Wetter/Strom | 2,9 t Saibling |
| Gesamtbestand in Ausseerland | 110 t |
| Gastronomiekunden im Salzkammergut | 340 |
Die Behörden, Verbände und Betriebe stehen nun vor der Herausforderung, kurzfristige Notmaßnahmen mit langfristigen Anpassungsstrategien zu verknüpfen. Entscheidend werden rasche Entscheidungen zu Förderungen und zu Ausnahmeregeln bei Wasserentnahmen sein, damit die Zuchtanlagen künftig resilienter werden.
Für die Umweltberichterstattung bleibt zentral, die Folgen zunehmend häufiger werdender Extremwetter für Lebensmittelproduktion und regionale Wirtschaft systematisch zu beobachten und die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen zu evaluieren. Die steirischen Fischzuchtbetriebe geben bereits Signale, welche technischen und administrativen Unterstützungsschritte sie für notwendig erachten.