Hamburg. Die britische Schauspielerin Helen Mirren (81) ist beim Filmfest Hamburg mit dem Douglas‑Sirk‑Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Vor dem Publikum nahm Mirren die gläserne Trophäe entgegen und betonte den persönlichen Wert dieser Auszeichnung.
„Ich nehme diesen Preis mit großem Stolz an.“
Die Ehrung würdigte eine Karriere, die sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckt und Theater, Film sowie Fernsehen umfasst. Im Rahmen der Veranstaltung wurden filmische Ausschnitte aus mehreren Jahrzehnten gezeigt, die Mirrens Wandelbarkeit und ihre Rollenvielfalt dokumentierten: von Shakespeare‑Partien über die Darstellung einer Monarchin bis hin zu eiskalten Killerinnen.
Laudatio und künstlerisches Porträt
Die Laudatio hielt die deutsche Schauspielerin Iris Berben (76), die Mirren als besondere Kollegin lobte. Berben hob Mirrens Fähigkeit hervor, Figuren vielschichtig zu zeichnen: mit Stärke, Widersprüchen, Humor, Verletzlichkeit und Eigensinn. In ihrer Rede betonte sie, wie Mirren nicht nur Rollen spiele, sondern ihnen Leben einhauche.
- Preisträgerin: Helen Mirren, 81 Jahre
- Laudatorin: Iris Berben, 76 Jahre
- Auszeichnung: Douglas‑Sirk‑Preis, Filmfest Hamburg
Berben charakterisierte Mirren als „charismatisch, wandlungsfähig, klug und bescheiden“ und verwies darauf, dass die Schauspielerin mit den Jahren noch vielseitiger und freier geworden sei. Diese Beschreibung entsprach dem gezeigten Filmmaterial, das Szenen aus unterschiedlichen Stationen ihrer Laufbahn zusammenfügte.
Aktuelle Projekte und Kontext
Zuletzt habe Mirren erneut eine facettenreiche Figur verkörpert: Im Film „Talent fürs Morden“ des Regisseurs Anton Corbijn schlüpfte sie in die Rolle der Krimi‑Schriftstellerin Patricia Highsmith. Der Film startet am 5. November in deutschen Kinos, wie in der Veranstaltung erwähnt wurde.
Der Douglas‑Sirk‑Preis ist mit Blick auf frühere Preisträger prominent besetzt; in der Vergangenheit ging die Auszeichnung etwa an Schauspieler und Filmschaffende wie Hüller, Tilda Swinton, Jodie Foster und Jim Jarmusch. Eine kleine Übersicht dazu:
| Auswahl früherer Preisträger |
|---|
| Hüller, Swinton, Foster, Jarmusch |
Bedeutung der Auszeichnung
Der Douglas‑Sirk‑Preis würdigt Persönlichkeiten, die um das Kino über lange Zeit gewirkt haben. Die Verleihung an Mirren unterstreicht, wie internationale Karrieren im aktuellen Festivalbetrieb präsentiert werden: als konsistente Leistung über Jahrzehnte und als Beispiel für Rollenwahl, die sowohl künstlerische Breite als auch Wandelbarkeit demonstriert.
Die Veranstaltung in Hamburg bot zugleich eine Erinnerung an die Arbeit an der Grenze zwischen Bühne und Leinwand: Mirrens Karriere dokumentiert, dass die filmische Präsenz nicht mit einem Format endet. Die gezeigten Ausschnitte und die Laudatio zeichneten ein Bild einer Künstlerin, die ihr Handwerk beherrscht und sich immer wieder neu erfindet.
Die Auszeichnung dürfte Mirrens Position als eine der prägnantesten Darstellerinnen ihrer Generation weiter festigen und setzt ein Zeichen dafür, wie Festivals Lebenswerke sichtbar machen. Für das Publikum bleibt die Aussicht auf den bevorstehenden Kinostart von „Talent fürs Morden“, in dem Mirren eine zentrale Rolle spielt.