Umwelt

Hamburg eröffnet Ökotarium: Neuer Umwelt‑Campus für praxisnahe Bildung für nachhaltige Entwicklung

Nach rund drei Jahren Bauzeit hat Hamburg mit dem Ökotarium einen außerschulischen Lernort eingeweiht, der naturwissenschaftliche Bildung, Artenschutz und nachhaltige Ressourcenthemen für Schulklassen aller Altersstufen verknüpft.

Hamburg eröffnet Ökotarium: Neuer Umwelt‑Campus für praxisnahe Bildung für nachhaltige Entwicklung
©Illustration KI Florian Riegler / we-news.com

Hamburg hat einen neuen, staatlichen Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eröffnet: Das Ökotarium ergänzt als Umwelt‑Campus das Angebot der Schulen und richtet sich gezielt an Klassen aller Altersstufen. Nach rund drei Jahren Bauzeit stehen Lehrkräften und Schüler*innen nun moderne Werkstätten und Freiflächen zur Verfügung, um ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge praktisch zu erfahren.

Angebote und Lernziele

Das Ökotarium ist dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) zugeordnet und soll zugleich die MINT‑Strategie der Stadt unterstützen. Im Zentrum des Campus stehen Lernwerkstätten, die naturwissenschaftliche Themen mit Fragen des Umwelt‑ und Artenschutzes verbinden. Schülerinnen und Schüler können unter anderem Lebensräume im Wasser erkunden, physikalische Phänomene beobachten und Grundlagen nachhaltiger Ressourcennutzung erproben.

„Mit dem Ökotarium erhält Hamburg einen außerschulischen Lernort, der den Unterricht auf besondere Weise ergänzt. Schulklassen aller Altersstufen können hier Inhalte aus den Bildungsplänen praktisch vertiefen und Naturwissenschaften außerhalb des Klassenzimmers erleben. Zugleich unterstützt das Ökotarium unsere Schulen dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im Schulalltag zu verankern.“

Die Zitate stammen aus der Stellungnahme der Bildungssenatorin, die zugleich darauf hinwies, dass der Campus die Arbeit des früheren Zentrums für Schulpraktische Umweltbildung (ZSU) fortführt und neue Möglichkeiten eröffnet. Digitale Lernformate, die in Kooperation mit der HAW Hamburg und Shape Shift entstanden sind, ergänzen die praktischen Angebote.

Konkrete Lernorte

Herzstück des Ökotariums sind mehrere spezialisierte Bereiche, die unterschiedliche Zugänge zur Umweltbildung ermöglichen:

  • Aquarium: Vorstellung heimischer und internationaler Wasserlebensräume, Beobachtung von Fischen und anderen Wasserbewohnern.
  • Vivarium: Exponate wie Katzenhaie oder Axolotl als Ausgangspunkt für biologische Untersuchungen.
  • Schulgarten: Praktische Erfahrungen zu Ökologie, Anbau und nachhaltiger Ressourcennutzung.
  • Tierbegegnungshof: Begegnung mit Schafen und Ziegen, Vermittlung artgerechter Tierhaltung und respektvollen Umgangs mit Lebewesen.
BereichSchwerpunkt
AquariumWasserlebensräume, Biodiversität
VivariumForschung an Wirbeltieren, Lebenszyklen
SchulgartenPraktische Landwirtschaft, nachhaltiges Gärtnern
TierbegegnungshofTierhaltung, Verantwortung im Umgang mit Tieren

Bildungsprogramm und Zielgruppen

Die Veranstaltungen sind an die Hamburger Bildungspläne gekoppelt und reichen von ersten Naturerfahrungen für Vorschul‑ und Volksschulkinder bis zu spezialisierten naturwissenschaftlichen Modulen für die Sekundarstufe. Thematisch decken die Angebote Bereiche wie Artenvielfalt, Klimaschutz und Plastikvermeidung ab. Schulpartnerschaften und Lehrplankopplung sollen sicherstellen, dass Exkursionen und Projekte unmittelbar in den Schulalltag zurückwirken.

Die Integration digitaler Formate ermöglicht zudem, Inhalte auch außerhalb des Campus nachhaltig nachzuverfolgen und Lehrkräfte bei der langfristigen Verankerung von BNE‑Inhalten zu unterstützen. Durch die Kooperation mit Hochschulen und externen Partnern sollen wissenschaftliche Standards und pädagogische Konzepte fortlaufend überprüft und weiterentwickelt werden.

Folgen für Schulen und Umweltbildung

Mit dem Ökotarium erhält Hamburg eine Infrastruktur, die praktische Naturerfahrung und wissenschaftliche Bildung vereint. Für Lehrkräfte bedeutet das zusätzliche Möglichkeiten zur Umsetzung von MINT‑Zielen und BNE‑Inhalten; für Schülerinnen und Schüler eröffnen sich direkte Zugänge zu Themen, die sich im Klassenraum oft nur theoretisch behandeln lassen.

Langfristig kann ein solcher Lernort dazu beitragen, naturwissenschaftliches Interesse zu stärken, Umweltbewusstsein zu fördern und lokale Bildungspartnerschaften zu intensivieren. Entscheidend wird sein, wie häufig und mit welcher strukturellen Unterstützung Schulen den Campus nutzen können, damit die Investition dauerhaft Wirkung entfaltet.

Das Ökotarium ist damit nicht nur neuer außerschulischer Lernort, sondern Teil einer Strategie, Bildung, Forschung und praktische Umweltvermittlung enger zu verknüpfen.

Florian Riegler
Florian KI Ressortleiter Umwelt online

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