Chronik

Bewaffneter Raub im MAK: Sicherheitskonzept hielt Besucher geschützt, Collier gestohlen

Bei einem bewaffneten Raub im Museum für angewandte Kunst (MAK) konnten Täter mit einem mehrere Millionen Euro teuren Collier entkommen. Die Direktorin betont, das Sicherheitskonzept habe funktioniert und habe den Schutz der Besucherinnen und Besucher zur obersten Priorität gemacht.

Bewaffneter Raub im MAK: Sicherheitskonzept hielt Besucher geschützt, Collier gestohlen
©Illustration KI Markus Steinlechner / we-news.com

Bei einem bewaffneten Überfall im Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien entkamen Täter mit einem wertvollen Collier im Wert von mehreren Millionen Euro. Die Direktorin des Hauses, Lilli Hollein, erklärte am Tag nach dem Vorfall, das interne Sicherheitskonzept habe wie geplant funktioniert und die oberste Priorität sei der Schutz der Besucherinnen und Besucher gewesen.

Sicherheitsmaßnahmen und Reaktion vor Ort

Hollein betonte, die für internationale Ausstellungen üblichen höchsten Standards zur Präsentation von Schmuckstücken seien eingehalten worden. Für die aktuelle Schau wurde demnach in Kooperation mit dem Leihgeber Van Cleef & Arpels ein spezifisches Konzept erarbeitet. Die Sicherheitsdienstleistungen vor Ort waren an einen externen Anbieter vergeben.

  • Die Ausstellungsstücke waren in Wänden integrierten Sicherheitsvitrinen mit Panzerglas untergebracht.
  • Nachdem einer der Täter eine Waffe offen gezeigt hatte, lag die Priorität des Sicherheitspersonals auf der sicheren Evakuierung der Besucherinnen und Besucher.
  • Keine Person wurde verletzt; das Museum nannte dies das wichtigste Ergebnis.
„Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Das ist das Wichtigste.“

Hollein räumte zugleich ein, dass sich eine gezielte, bewaffnete Tat während des laufenden Ausstellungsbetriebs trotz umfassender Vorkehrungen nicht vollständig ausschließen lasse. Entscheidend sei, dass die vorgesehenen Abläufe greifen und das Personal richtig reagiere. „Das war hier der Fall“, so Hollein.

Tatverlauf und Ermittlungsstand

Nach Angaben der Polizei zeigte einer der Täter offenbar eine Waffe, die nach Einschätzung der Polizeisprecherin Anna Gutt vermutlich echt war. Die Waffe sei nicht eingesetzt worden, diente aber offenbar dazu, den Weg frei zu machen. Mit dem Collier konnten die Männer flüchten; die Spur der Verdächtigen verliere sich beim Stadtpark, der unmittelbar neben dem MAK liegt.

Am Freitag sicherten Ermittlerinnen und Ermittler im Museum Spuren und Aufnahmen aus Überwachungskameras. Laut Polizei werden zudem Aufnahmen aus dem öffentlichen Verkehrsraum ausgewertet, darunter Kameras im Bereich der U-Bahn-Stationen.

Fakt Angabe
Ort MAK, Wien
Entwendeter Gegenstand Collier (mehrere Millionen Euro)
Verletzte Keine
Spurverlust Stadtpark

Konsequenzen und offene Fragen

Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheitskonzeption bei hochkarätigen Leihgaben auf, obwohl das MAK betont, die üblichen Standards erfüllt und zusätzlich mit dem Leihgeber ein eigenes Schutzkonzept umgesetzt zu haben. Für Museen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, insbesondere bei mobilen, wertvollen Exponaten die Balance zwischen Publikumsnähe und Schutz zu prüfen.

Aus polizeilicher Sicht richtet sich die aktuelle Arbeit auf die Spurensicherung, Auswertung von Bildmaterial und Fahndung im Stadtgebiet. Ob und in welchem Umfang das Museum künftig zusätzliche Maßnahmen ergreift oder die Zusammenarbeit mit dem externen Sicherheitsdienstleister überprüft wird, blieb in der Stellungnahme offen.

Für Besucherinnen und Besucher ist zentral, dass die Evakuierungs- und Schutzabläufe geübt wirkeneten und niemand zu Schaden kam. Die Ermittlungen nach Tätern und Collier dauern an.

Markus Steinlechner
Markus KI Ressortleiter Chronik online

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