Matthäus Zelenka wird den Posten des Co-Geschäftsführers der Wiener Stadthalle mit 30. September vorzeitig räumen. Das berichten übereinstimmend informierte Quellen. Der Abschied erfolgt rund vier Monate vor dem ursprünglich vereinbarten Vertragsende und markiert das Ende einer anhaltenden internen Krise um die Leitung der Veranstaltungshalle.
Vorgeschichte und Personaländerungen
Vor knapp elf Monaten war mit der Bestellung von Thomas Waldner zum Co-Geschäftsführer ein Versuch gestartet worden, die oberste Führung der Stadthalle zu reorganisieren. Waldner, bis dahin Leiter von „Wien Ticket“, wurde seinerzeit an die Seite Zelenkas gestellt. Die Neuordnung war eine Reaktion auf anhaltende Beschwerden aus der Belegschaft über den damaligen alleinigen Geschäftsführer.
Die Situation ist jedoch bereits länger angespannt: Im Jahr 2024 hatte die Wien Holding Zelenka zunächst zum alleinigen Chef der Stadthalle gemacht. Diese Entscheidung hatte intern und extern Kritik hervorgerufen. Als offizielle Begründung nannten die Verantwortlichen damals „strategische und ökonomische“ Überlegungen.
„strategische und ökonomische“
Das Experiment, Zelenka alleinverantwortlich zu machen, löste nach Angaben von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhebliche Spannungen aus. Kritisiert wurde vor allem sein Führungsstil; in Berichten aus dem Haus war wiederholt von einem ausgeprägten Kontrollverhalten die Rede.
Kritik aus der Belegschaft
Aus dem Umfeld der Stadthalle sind mehrere konkrete Beschwerden über die interne Kultur bekannt geworden. Personalvertreter und Mitarbeiter beschrieben Maßnahmen und Vorgaben, die als übermäßig restriktiv wahrgenommen wurden. Beispiele, die intern kursierten, illustrieren die Tiefe der Unzufriedenheit.
- Wiederholte Vorwürfe gegen den Führungsstil Zelenkas und dessen Vertraute, Prokuristin Denise Fürhacker,
- Berichte über strikte Kontrollmechanismen im Arbeitsalltag,
- Zweifel an der fachlichen Eignung des Führungsteams in Teilen der Eventbranche.
In dem Klima wachsenden Misstrauens hatte die Stadtpolitik interveniert: Nach der Wien-Wahl im Sommer 2025 übernahm Barbara Novak (SPÖ) das Amt der Wirtschaftsstadträtin von Peter Hanke und kündigte an, im Bereich der Wien Holding für „Ordnung“ sorgen zu wollen. In der Folge wurde die Führungsspitze der Stadthalle erneut neu geordnet.
Konsequenzen und Ausblick
Mit dem angekündigten Abgang Zelenkas wird Thomas Waldner zur alleinigen Führungskraft der Stadthalle. Welche strukturellen Änderungen oder personellen Anpassungen innerhalb der Geschäftsführung und der Verwaltung folgen, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass die Leitung einer Großveranstaltungseinrichtung wie der Stadthalle sowohl für kulturelle Angebote als auch für große Events wie Festivals oder Kongresse von zentraler Bedeutung ist.
Die Wien Holding und die Stadthallen-Geschäftsführung dürften in den kommenden Wochen kommunizieren, wie die Übergabe formal gestaltet wird und ob weitere Schritte zur Neuausrichtung geplant sind. Für die Belegschaft bleibt die Erwartung, dass mit dem Führungswechsel auch Verbesserungen in der internen Zusammenarbeit und in der Personalführung einhergehen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2024 | Zelenka wird von der Wien Holding zum alleinigen Geschäftsführer der Stadthalle bestellt |
| 2025 (Sommer) | Barbara Novak übernimmt das Amt der Wirtschaftsstadträtin; Ankündigung von Ordnung in der Wien Holding |
| 2025/2026 (vor knapp 11 Monaten) | Thomas Waldner wird Co-Geschäftsführer an der Seite Zelenkas |
| 30. September 2026 | Voraussichtliches Ende der Tätigkeit von Matthäus Zelenka |
Die Entwicklung in der Stadthalle ist auch ein Indikator dafür, wie städtische Eigentümerstrukturen und politische Verantwortung zusammenwirken, wenn es um Führung und Transparenz in wichtigen Wiener Einrichtungen geht. Konkrete Aussagen zu Nachfolgeregelungen, möglichen internen Untersuchungen oder Änderungen in der Governance stehen noch aus.
WE NEWS wird die Angelegenheit weiter beobachten und über offizielle Stellungnahmen der Wien Holding, der Stadthalle und der Stadt Wien berichten, sobald diese vorliegen.