Stefan Franke liest am Samstag, dem 3. Oktober 2026, um 19:30 im Kulturverein VIBRIA in der Reichsapfelgasse 1/30 (Souterrain) in 1150 Wien historische, skurrile Zeitungstexte aus Rudolfsheim‑Fünfhaus. Die Lesung ist Teil der Reihe „Kurioses & Skandalöses“ und wird musikalisch von der Pianistin Katharina Litschauer untermalt. Der Eintritt erfolgt gegen freie Spende.
„Kurioses & Skandalöses aus Rudolfsheim‑Fünfhaus“
Zwetschkenknödel, Nackt‑Cancan, Ehrenbeleidigung
Franke präsentiert in seinem Programm Originalbeiträge aus historischen Zeitungen, die den Alltag und das Nachtleben des Fin de Siècle im 15. Bezirk lebendig machen. Darunter finden sich Berichte über ein Wettessen 1874 in einem Sechshauser Gasthaus, bei dem eine Person angeblich 118 Zwetschkenknödel verzehrte, schlaglichtartige Notizen über ein illegaler Nackt‑Cancan 1877 im „Schwenders Colosseum“ sowie eine Klage wegen Ehrenbeleidigung gegen Eduard Strauß im Jahr 1868, ebenfalls in diesem Etablissement. Die Texte stammen aus zeitgenössischen Originalberichten und geben Einblick in Sitten, Sensationen und Sensationslust jener Zeit.
Format und Kontext
Die Lesung verbindet sachliche Rekonstruktion mit unterhaltsamer Darbietung: Franke, ausgebildeter Sprecher und Autor, liest die historischen Fundstücke und lässt damit Stadtgeschichte durch die Stimmen der damaligen Presse unmittelbar erfahrbar werden. Die Pianistin Katharina Litschauer sorgt mit passenden Melodien für die musikalische Einrahmung.
Zu den konkreten Eckdaten:
- Datum: Samstag, 3.10.2026
- Uhrzeit: 19:30
- Ort: VIBRIA | Kunst‑ und Kulturverein, Reichsapfelgasse 1/30, Souterrain, 1150 Wien
- Eintritt: freie Spende
| Programmpunkt | Besonderheit |
|---|---|
| Wettessen (1874) | Bericht über den Verzehr von 118 Zwetschkenknödeln |
| Schwenders Colosseum (1877) | Erwähnung eines illegalen Nackt‑Cancans |
| Ehrenbeleidigungsklage (1868) | Eduard Strauß wurde verklagt |
Publizistisches Profil des Vortragenden
Stefan Franke ist als Sprecher und Autor ausgebildet. Sein Buch „Ein bisserl schimpfen, ein bisserl räsonieren“ ist beim Carl Ueberreuter Verlag erschienen und sammelt kurios‑humorvolle Leser‑ und Beschwerdebriefe aus dem frühen 20. Jahrhundert. Zusätzlich betreibt Franke auf Instagram eine Sammlung skurriler historischer Kontaktanzeigen, die er regelmäßig veröffentlicht. Die Lesereihe zielt darauf ab, historische Alltagsberichte und Boulevardnotizen als kulturelle Quellen erlebbar zu machen.
Warum das interessiert
Solche Lesungen dienen nicht nur der Unterhaltung, sie sind Quellenarbeit in unterhaltsamer Form: Originaltexte aus Zeitungen zeigen, welche Themen die Menschen einer Epoche bewegten, welche Formen öffentlicher Empörung und Belustigung es gab und wie sehr heutige Sensationen oft Fortsetzungen historischer Sujets sind. Für Wienerinnen und Wiener kann das lokale Zugehörigkeitsgefühl an Konturen gewinnen, wenn über jahrhundertealte Skandälchen und Alltagsdramen berichtet wird.
Die Kombination aus historischer Recherche, szenischer Lesung und musikalischer Begleitung macht die Veranstaltung sowohl für Freundinnen und Freunde der Stadtgeschichte als auch für jene interessant, die ungewöhnliche Kuriositäten schätzen.
Weitere Informationen zur Reihe oder zu kommenden Terminen sind beim Veranstalter bzw. den Publikationen des Autors einzuholen; die aktuelle Lesung ist öffentlich angekündigt und findet im genannten Veranstaltungsort statt.