Konferenzort, Thema und Beteiligte
Vom 28. bis 29. August 2026 fand in Hanoi die Internationale Konferenz für Bildungstechnologie und Künstliche Intelligenz (ICETAI 2026) statt. Sie wurde von der Fakultät für Technologie der Nationalen Wirtschaftsuniversität in Kooperation mit relevanten Einrichtungen organisiert. An der Konferenz nahmen Führungskräfte, Wissenschaftler:innen und Dozent:innen der Nationalen Wirtschaftsuniversität, der Business School und der Technischen Universität teil; zudem waren zahlreiche internationale Forschende und Partnerunternehmen vertreten, darunter Sota Holdings (Sotatek), VTI Group und FSoft.
Kernthemen: Personalisierung, Integrität, Rolle der Lehrenden
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie sich Unterrichtsformen durch KI verändern. In seiner Eröffnungsrede betonte Professor To Trung Thanh, Vizedirektor der Nationalen Wirtschaftsuniversität, dass künstliche Intelligenz (KI) bereits jetzt in den Unterricht einzieht und «beispiellose Möglichkeiten für personalisiertes Lernen» eröffne. Gleichzeitig wies er auf Herausforderungen hin: Kritisches Denken, akademische Integrität und die veränderte Rolle von Lehrkräften müssten neu gedacht werden.
«künstliche Intelligenz (KI) zunehmend in den Unterricht Einzug hält und damit beispiellose Möglichkeiten für personalisiertes Lernen eröffnet.»
Diese Zweiteilung — Potenzial für Lernindividualisierung einerseits, Risiken für Prüf- und Bewertungspraktiken andererseits — zog sich durch Vorträge und Diskussionen. Die Konferenz betonte die Notwendigkeit, technologische Entwicklung mit pädagogischer Reflexion zu verbinden.
Daten zur Forschung: Einreichungen und Auswahl
Die Organisatoren gaben konkrete Zahlen zur wissenschaftlichen Mitwirkung bekannt: Insgesamt gingen 55 Forschungsarbeiten ein; nach einem unabhängigen Peer-Review-Verfahren wurden 35 Arbeiten angenommen, was einer Annahmequote von 64 Prozent entspricht. Aus diesen akzeptierten Beiträgen wurden 20 herausragende Arbeiten für Präsentationen ausgewählt.
| Gesamteinreichungen | Akzeptierte Arbeiten | Annahmequote | Präsentationen |
|---|---|---|---|
| 55 | 35 | 64 % | 20 |
Internationale Reichweite und thematische Breite
Die Beiträge kamen aus mehreren Ländern und Regionen, darunter Vietnam, Taiwan, China, Indien, Japan und Malaysia. Inhaltlich deckten die Arbeiten technische Lösungen, bildungspraktische Implementierungen und ethische Fragestellungen ab. Unternehmensvertreter:innen ergänzten die akademischen Perspektiven mit Praxisberichten über Implementierungsprojekte und Kooperationsmodellen zwischen Universitäten und Technologieanbietern.
- Fokus: Technologieintegration in Lehr-Lern-Prozesse
- Herausforderungen: akademische Integrität und Prüfungswesen
- Erwartung: stärkere Bedeutung von personalisiertem Lernen
Konsequenzen für Bildungspolitik und Schulen
Die ICETAI 2026 macht deutlich, dass KI nicht nur ein Forschungsthema bleibt, sondern zunehmend implizite Anforderungen an Bildungssysteme stellt. Bildungsinstitutionen müssen sich auf veränderte Prüfungsformate, neue Anforderungen an Medienkompetenz und Lehrer:innenfortbildung einstellen. Für Politik und Schulverwaltung bedeuten die Diskussionen: Regulative Rahmen, Prüfungsordnungen und Unterstützungsangebote für Lehrkräfte rasch an die technologischen Realitäten anzupassen.
Für österreichische Bildungseinrichtungen sind die Ergebnisse der Konferenz ein Anlass zur Beobachtung und zum Austausch: Welche Erfahrungen machen andere Länder beim Einsatz von KI in Schulen und Hochschulen? Welche Modelle für Qualitätssicherung und Lehrkräftebildung haben sich bewährt? Die ICETAI 2026 liefert dazu erste empirische Einsichten und eine Plattform für grenzüberschreitenden Austausch.
Die Veranstaltung unterstrich, dass Technologie allein Lernprozesse nicht automatisch verbessert. Entscheidend bleibt die pädagogische Gestaltung: Wie wird KI eingesetzt, wer bewertet Outcomes und wie werden ethische Normen gesichert? Diese Fragen werden in den kommenden Jahren zentral bleiben — nicht nur in Hanoi, sondern auch in Österreich.