In einem Monat beginnt an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt das neue Studienjahr für rund 13.000 Studierende. Für heuer angekündigte Studienreformen und neue Angebote sorgen bereits vor Semesterbeginn für spürbare Nachfrageänderungen und neue Wahlmöglichkeiten für Studienanfängerinnen und -anfänger.
Lehramts-Bachelor: Ein Jahr weniger, deutliches Interesse
Ab Oktober verkürzt sich das Bachelorstudium Lehramt von vier auf drei Jahre. Die Ankündigung hat laut Vizerektorin Doris Hattenberger zu einem deutlichen Zuwachs der Bewerbungen geführt. Erste Hinweise lieferten bereits die Aufnahmeprüfungen im Mai:
„Es war ja schon die erste Aufnahmeprüfung im Mai. Auch da war die Nachfrage schon größer und wir haben jetzt noch einen Nebentermin und da haben wir einen deutlichen Zuwachs zu verzeichnen.“
Die Universität reagiert damit auf veränderte Studieneinstiege und auf die Nachfrage von angehenden Lehrkräften. Konkrete Zahlen zu den Bewerberinnen und Bewerbern für die Aufnahmeprüfungen nennt die Universität in dem vorliegenden Bericht nicht; klar ist aber, dass die Reform die Attraktivität des Lehramtsstudiums erhöht hat.
Kombinationsstudien: Mehr Weitblick, mehr Flexibilität
Ein zweiter Schwerpunkt sind die neu gestalteten Angebote im Bachelor: Neu sind insgesamt zwölf Kombinationsstudiengänge, die Studierenden mehr fachliche Breite bieten sollen. Zwei Drittel der Lehrveranstaltungen finden demnach im Hauptfach statt, der Rest in einem großen oder zwei kleineren Nebenfächern.
Hattenberger hebt die Chancen für die Beschäftigungsfähigkeit hervor: Geisteswissenschaftliche Fächer lassen sich etwa mit Management, technischen oder sozialwissenschaftlichen Nebenfächern kombinieren. Einige Kombinationsangebote bestanden bereits zuvor (etwa „Wirtschaft und Recht“); nun wurden elf bestehende Bachelor-Studien umgestaltet, um das neue Modell zu integrieren. Auch das neue englischsprachige Studium der Sozialwissenschaft setzt auf fachliche Kombinationen.
- 12 neue Kombinationsstudiengänge im Bachelor
- 11 bestehende Bachelor-Studien umgestaltet
- Englischsprachiges Sozialwissenschafts-Studium mit Kombinationsstruktur
Psychotherapie-Master: Pflichtstudium, starke Nachfrage
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das neue Masterstudium Psychotherapie. Seit diesem Jahr ist ein Studium für angehende Psychotherapeuten verpflichtend; in Klagenfurt stehen dafür 40 Studienplätze zur Verfügung. Die Nachfrage für dieses Masterangebot beschreibt die Vizerektorin als hoch.
Masterquoten und Studierendenstruktur
Bei den Masterstudien sieht Hattenberger aber noch Entwicklungspotenzial: Nur rund 60 Prozent der Bachelorabsolventinnen und -absolventen setzen demnach ihr Studium in einem Masterprogramm fort. Als Erklärung nennt sie die gute Einstiegssituation in den Arbeitsmarkt mit einem Bachelorabschluss.
Insgesamt steigt die Zahl der Studierenden in Klagenfurt leicht an; maßgeblich beteiligt daran sind laut Universität zahlreiche internationale Studierende.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Gesamtstudierende | ~13.000 |
| Psychotherapie-Studienplätze | 40 |
| Fortsetzung ins Masterstudium | ~60 % |
Die Kombination aus verkürztem Lehramts-Bachelor, neuen interdisziplinären Studienformaten und dem verpflichtenden Psychotherapie-Studium verändert das Studienangebot in Klagenfurt spürbar. Für Eltern, Lehrkräfte und Schulträger bedeutet das: veränderte Ausbildungsdauer, geänderte Einstiegsvoraussetzungen und neue Ausbildungswege für Berufe mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.
Für Studierende bieten sich mehr Wahlmöglichkeiten und eine stärkere Orientierung an Beschäftigungsfähigkeit. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie sich die Masterquoten langfristig entwickeln und ob die Hochschulen weitere Kapazitäten ausbauen müssen, um gestiegene Nachfrage dauerhaft abzufangen.
Die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt will mit den Reformen offenbar besser auf Arbeitsmarktanforderungen und internationale Studierendenströme reagieren. Beobachterinnen und Beobachter des Bildungsbereichs werden die nächste Aufnahmeprüfungstermine und die Entwicklung der Einschreibungszahlen genau verfolgen.