Die Volkshochschule (VHS) Gütersloh und der Verein VKM – Vielfalt und Kompetenz für Menschen mit Förderbedarf haben ihren Kooperationsvertrag verlängert. Die Partner wollen damit die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit fortschreiben und die inklusiven Bildungsangebote weiter ausbauen. Das wurde bei einem Austauschtreffen in Rietberg vereinbart.
Inklusive Bildung als Selbstverständnis
Beide Einrichtungen betonen, dass inklusives Lernen kein Zusatzprogramm, sondern ein zentraler Bestandteil offener Gesellschaften ist. In der Praxis bedeutet das, Kurse so zu planen, dass unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Leiterin des ambulant betreuten Wohnens beim VKM, Tina Begenat, hob hervor, dass die Teilnehmenden die Angebote «sehr gut annehmen». Sie sprach sich deshalb für eine langfristige Verstetigung und einen kontinuierlichen Ausbau des Programms aus.
„Die gezielt geplanten Bildungsangebote werden von unseren Klienten sehr gut angenommen. Darum freuen wir uns auf eine weitere Verstetigung und auch den kontinuierlichen Ausbau des Programms.“ — Tina Begenat, VKM
Auch die VHS-Leiterin Désirée Solle bezeichnete inklusive Weiterbildung als Pflicht und Herzensangelegenheit. Sie betonte die gezielte Ausrichtung von Kursinhalten auf spezifische Bedarfe einzelner Gruppen.
Schwerpunkte und neues Kursangebot
Das laufende Angebot umfasst kreative Formate und gesundheitsbezogene Kurse. Zusätzlich wird das Programm um digitale Bildungsangebote erweitert: Im kommenden VHS-Programm ist ein Kurs zu Social Media geplant, der besonders auf Privatsphäre und Sicherheit eingeht. Dr. Dennis Köthemann, Pädagogischer Leiter für digitale Weiterbildung an der VHS, erklärte, es gehe darum, grundlegende digitale Kenntnisse in leicht verständlichen Schritten zu vermitteln.
- Fortbestehende Kooperation zwischen VHS Gütersloh und VKM
- Fokus auf Barrierefreiheit, Teilhabe und bedarfsorientierte Kursgestaltung
- Neues digitales Kursangebot: Social-Media-Sicherheit und Datenschutz
Brit Popp vom VKM betonte den praktischen Vorteil der Zusammenarbeit: Weil der Verein frühzeitig in die Kursplanung eingebunden ist, lassen sich spezifische Anforderungen der Zielgruppe bereits in der Konzeption berücksichtigen.
Konsequenzen für Teilnehmende und Weiterbildungsträger
Für Menschen mit Förderbedarf bedeutet die Verstetigung der Kooperation mehr Planungssicherheit und erkennbare Angebote, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Für Lehrende und Anbieter von Weiterbildung heißt das mehr Notwendigkeit zur Abstimmung, barrierefreier Materialgestaltung und zur Evaluation, ob die vermittelten Inhalte wirklich ankommen. Die VHS führt die Veranstaltungen öffentlich und nachvollziehbar über ihre Webseite zur Buchung.
| Partner | Rolle |
|---|---|
| VHS Gütersloh | Kurskonzeption, Durchführung, digitale Weiterbildung |
| VKM | Bedarfsvertretung, Einbindung der Zielgruppe, Mitplanung |
Die Angebote können über die VHS-Website gebucht werden. Konkrete Termine und weitere Kursbeschreibungen finden Interessenten unter www.vhs-gt.de.
Aus bildungspolitischer Perspektive zeigt der Vertrag: Inklusion in der Erwachsenenbildung erfordert sowohl institutionelle Kooperation als auch kontinuierliche Anpassung der Inhalte. Die Kombination aus kreativen Formaten, Gesundheitsangeboten und niedrigschwelligen digitalen Kursen kann Barrieren senken — vorausgesetzt, die Umsetzung bleibt eng an den Bedarfen der Teilnehmenden orientiert. Die Verlängerung des Vertrags stellt einen solchen pragmatischen Schritt dar und bietet ein Modell, das auch für andere Träger und Regionen als Bezugspunkt dienen kann.
Für Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Weiterbildung ist entscheidend, Prozesse wie gemeinsame Planung, Rückkopplung mit Betroffenen und barrierefreie Didaktik als regulären Bestandteil von Programmentwicklung zu verankern — nicht als Add-on, sondern als Standardpraxis.