Bildung

Education Above All fordert besseren Schutz und neue Finanzierungswege für Bildung in Krisen

Auf der 81. UN‑Generalversammlung in New York hat die Stiftung Education Above All ihren Einsatz für den Erhalt von Bildung in Konflikt- und Krisengebieten und innovative Finanzierungsmodelle präsentiert. Im Zentrum standen Zugangssicherung für betroffene Kinder und nicht‑zuschussbasierte Kapitalinstrumente.

Education Above All fordert besseren Schutz und neue Finanzierungswege für Bildung in Krisen
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

New York. Die Stiftung Education Above All (EAA), eine der weltweit grössten Organisationen, die sich auf Bildung und Entwicklung konzentriert, hat im Rahmen der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen ihren Beitrag zur internationalen Debatte über den Schutz von Bildung in Krisenzeiten hervorgehoben. Im Fokus standen die Frage des Zugangs zu Bildung für von Konflikten und Vertreibung betroffene Kinder sowie die Auslotung neuer Finanzierungsinstrumente, um Bildungsangebote nachhaltiger zu sichern.

Teilnahme und Themenschwerpunkte

Die Stiftung war vom 21. bis 24. September mit Aktivitäten in New York vertreten und beteiligte sich an insgesamt neun hochrangigen Veranstaltungen und Gesprächsformaten. Diese brachten Vertreterinnen und Vertreter aus Regierungen, UN‑Organisationen, Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen, philanthropischen Einrichtungen, Unternehmen und humanitären Organisationen zusammen.

  • Schutz von Bildung als erstes Ziel: Wie kann der Zugang zu Schule für Kinder in Konflikt‑, Vertreibungs‑ und Krisensituationen gesichert werden?
  • Finanzierungsausweitung: Wie lassen sich Mittel so mobilisieren, dass Lernende nicht nur Zugang zu Schule erhalten, sondern ihre Bildung langfristig fortsetzen können?
  • Innovative Finanzierungsmodelle: Prüfung nicht auf Zuschüssen basierender Kapitalformen als Ergänzung klassischer Entwicklungsfinanzierung.

Akzente und Partnerschaften

Der EAA‑CEO, Mohammed Saad Al Kubaisi, warf seine Perspektive in zwei Veranstaltungen im Rahmen des Jahrestreffens der Clinton Global Initiative 2026 ein. Parallel dazu hatte der Exekutivdirektor des Programms Educate A Child, Dr. Said Yasin, einen Beitrag bei einer Sitzung von Opportunity International mit dem Titel „Why Non‑Grant Capital is Important“. Dort wurde diskutiert, inwieweit Finanzierungsformen, die nicht auf Zuschüssen beruhen, klassische Entwicklungsfinanzierung ergänzen und zusätzliche Investitionen für bislang schwer erreichbare Lernende erschließen können.

„Why Non‑Grant Capital is Important“

Ein weiterer Schwerpunkt der EAA‑Präsenz war die Zusammenarbeit mit SEEK Development, mit der eine Fachrunde initiiert wurde. In diesem Format diskutierten bilaterale Geber, philanthropische Stiftungen und Entwicklungspartner Möglichkeiten, wie innovative Finanzierungsinstrumente die Resilienz von Bildungssystemen in Krisen stärken können.

Datum Aktivität Schwerpunkt
21.–24. September Teilnahme an 9 Veranstaltungen Zugangsschutz, Finanzierung
Clinton Global Initiative 2026 2 Veranstaltungen mit EAA‑CEO Bildung & Entwicklung
Opportunity International‑Sitzung Diskussion zu nicht‑zuschussbasiertem Kapital Innovative Finanzierungen

Konsequenzen für Politik und Bildungsakteure

Die Diskussionen zeigen zwei zentrale Herausforderungen auf: Erstens, wie der Zugang zu Bildung in akuten Krisen sofort erhalten bleibt; zweitens, wie langfristige Bildungswege finanziert werden können, damit Betroffene nicht nach einer kurzen Unterbrechung dauerhaft aus dem Bildungssystem fallen. Für nationale Bildungspolitik bedeutet das konkret:

  • Verstärkte Koordination zwischen humanitären und entwicklungspolitischen Akteurinnen und Akteuren, damit Übergänge von Not‑ zu Entwicklungsinterventionen gelingen.
  • Prüfung ergänzender Finanzierungsinstrumente neben klassischen Zuschüssen, etwa öffentlich‑privater Partnerschaften oder anderer nicht‑zuschussbasierter Kapitalformen, um zusätzliche Mittel zu mobilisieren.
  • Aufnahme von Resilienz‑ und Schutzmechanismen in nationale Bildungsstrategien, damit Schulen in Krisen funktionsfähig bleiben und Lernwege fortgesetzt werden können.

Für Eltern, Lehrkräfte und Schulgemeinschaften bedeutet dies: Mehr Aufmerksamkeit für Maßnahmen, die Lernkontinuität sichern — etwa durch flexible Lehrpläne, psychosoziale Unterstützung und lokale Partnerschaften — sowie die Forderung an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, in Finanzierungsinstrumente zu investieren, die Bildung auch in prekären Situationen langfristig ermöglichen.

Die Aktivitäten der EAA auf der UN‑Versammlung haben das Thema Bildung in Krisen sichtbar positioniert und Wege zur Finanzierung offengelegt. Ob und wie schnell sich diese Ansätze in konkreten Programmen und Budgets niederschlagen, hängt nun von der Bereitschaft der Geber, von Regierungen und von multilateralen Institutionen ab, neue Finanzierungsformen zu erproben und bestehende Mittel besser zu koordinieren.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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