In Ho‑Chi‑Minh‑City hat die Drogenfahndungsabteilung PC04 ein umfangreiches Vertriebsnetz für Etomidat‑haltige Kapseln zerschlagen. Die Behörden beschlagnahmten nach Angaben der vietnamesischen Polizei 1.670 Kühlkapseln mit der verbotenen Substanz und stellten weitere Beweismittel sicher. Insgesamt wurden bislang 49 Menschen festgenommen oder vorgeladen, darunter vier Ausländer.
Produkt und Tarnung
Die betroffenen Präparate werden laut Berichten auf dem Markt unter Namen wie „Pod Chill“ angeboten und als Kräuter‑E‑Zigaretten zur angeblichen Entspannung beworben. Ermittler weisen jedoch darauf hin, dass viele dieser Produkte Etomidat enthalten — ein intravenöses Anästhetikum, das in Vietnam als Betäubungsmittel eingestuft ist.
Ermittlungsverlauf und Struktur der Netzwerke
Die Fahnder stießen während der Ermittlungen auf mehrere organisierte Gruppen mit klar zugewiesenen Rollen: Beschaffung, Transport und Vertrieb. Nach Informationen der Polizei gelang es der Sonderkommission am 25. Juni, mehrere Übergaben auf frischer Tat zu dokumentieren. Zwei der festgenommenen Personen, ein Paar, wurden bei der Auslieferung von Etomidat‑Kapseln an einen Kunden gefasst.
- Beschlagnahmte Etomidat‑Kapseln: 1.670
- Festgenommene/vorgeladene Personen: 49 (darunter vier Ausländer)
- Beteiligte Nationalitäten: südkoreanisch, chinesisch, kambodschanisch (jeweils Vertreter unter den Festgenommenen)
Die Ermittler identifizierten nach Angaben der Quelle mehrere Ringe: Ein Netzwerk organisierte den Import von Etomidat‑Kapseln aus Kambodscha über inoffizielle Routen in die Provinz An Giang, bevor die Ware nach Ho‑Chi‑Minh‑City verteilt wurde. Weitere Gruppen sollen Ausländer mit Kapseln versorgt haben, die dann konsumierenden Kreisen in der Stadt dienten.
„Die Produkte dringen in den Jugendmarkt ein“, heißt es in Berichten über die Verbreitungsweise solcher Präparate.
Was Etomidat bedeutet
Etomidat ist ein in der Medizin verwendetes intravenöses Anästhetikum. In einem nicht medizinischen, unsachgemäßen Gebrauch kann es erhebliche Gesundheitsgefahren bergen. Die Polizei klassifiziert die Substanz in Vietnam als Betäubungsmittel und geht gegen Herstellung, Schmuggel und Vertrieb vor.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Beschlagnahmte Kapseln | 1.670 |
| Festgenommene/vorgeladene Personen | 49 |
| Ausländische Beteiligte | südkoreanisch, chinesisch, kambodschanisch (jeweils vertreten) |
Die Aktion in Ho‑Chi‑Minh‑City verweist auf fortgesetzte Innovationen in der illegalen Drogenwirtschaft: Substanzen, die medizinisch genutzt werden, werden in neuen Darreichungsformen auf den Schwarzmarkt gebracht und gezielt an jüngere Konsumentengruppen herangetragen. Die Nutzung als vermeintliche «Kräuter» oder E‑Zigarettenmaskierung erschwert die Erkennung und erhöht das Gefährdungspotenzial für uninformierte Konsumentinnen und Konsumenten.
Für die Präventionsarbeit sind mehrere Aspekte zentral: Aufklärung über Wirkungen und Risiken der Substanz, Kontrollen im Absatz‑ und Importbereich sowie grenzüberschreitende Kooperation bei Ermittlungen. Die Ermittlungen in Vietnam dauern an; die Sonderkommission hat weitere Verbindungen offengelegt und weitere Maßnahmen angekündigt.
Die Meldung zeigt, wie schnell sich illegale Vertriebswege an neue Produkte und Zielgruppen anpassen. Für Gesellschaften weltweit bleibt die Herausforderung, junge Menschen zu schützen und gleichzeitig die medizinische Integrität von Wirkstoffen zu sichern.