Die junge Generation will mehr als nur eine App: Die NextGen-Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zeigt, dass junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren ihre Finanzzukunft aktiv planen und dabei eine Kombination aus digitalen Angeboten und persönlicher Beratung erwarten. Die Untersuchung, repräsentativ erhoben bei mehr als 1.000 Personen, widerspricht damit dem verbreiteten Bild, die Generation Z strebe nach vollständiger Entkopplung vom Hausbank-Kontakt.
Kein Entweder-oder: Technologie und Beratung gehören zusammen
Laut Studie bleiben klassische Produkte wie das Girokonto zentral: Es fungiert weiterhin als Einstieg in die Kundenbeziehung. Zugleich sind Banking-Apps, Mobile Payment und Online-Banking für die Befragten selbstverständlich. Trotzdem zeigen die Daten: Junge Menschen suchen nicht nur digitale Prozesse, sondern vor allem verständliche Informationen und kompetente Ansprechpartner, die sie beim Vermögensaufbau und bei Altersvorsorgefragen begleiten.
Die Untersuchung nennt mehrere Prioritäten der Generation Z:
- Finanzfragen haben hohen Stellenwert: Themen wie Vermögensaufbau, Altersvorsorge und finanzielle Sicherheit beschäftigen viele junge Erwachsene.
- Transparenz vor Produktvielfalt: Verständliche Begleitung ist wichtiger als ein Überangebot an Produkten.
- Hybrid-Ansatz: Intelligente digitale Lösungen kombiniert mit persönlicher Beratung werden favorisiert.
Besonders auffällig: Rund acht von zehn Befragten beschäftigen sich aktiv mit Finanzthemen – ein Indiz dafür, dass sich die Generation Z frühzeitig mit langfristiger Planung auseinandersetzt und damit eine wichtige Zielgruppe für Banken darstellt.
Folgen für Regionalbanken, Sparkassen und Genossenschaften
Für Institute mit regionaler Ausrichtung eröffnet die Studie Möglichkeiten, wenn sie ihre Customer Journey an die Erwartungen der jungen Kundinnen und Kunden anpassen. Wichtige Ansatzpunkte sind:
- Digitale Schnittstellen, die einfache und nahtlose Abläufe bieten (z. B. Mobile Payment, automatisierte Sparpläne),
- klare, leicht verständliche Kommunikation zu Produkten wie ETFs und Altersvorsorge,
- und hybride Beratungsangebote, die technische Tools mit menschlicher Expertise verknüpfen.
Die Studie betont, dass das Interesse an ETFs, Wertpapieren und Kryptowährungen wächst. Entscheidend ist laut den Forschenden aber weniger das einzelne Produkt als die kompetente Begleitung durch die Bank: Junge Kundinnen und Kunden erwarten Erklärungen, Hilfe bei Entscheidungen und Vertrauen in den Anbieter.
| Merkmal | Studienangabe |
|---|---|
| Altersgruppe | 18–30 Jahre |
| Stichprobengröße | mehr als 1.000 Befragte |
| Finanzinteresse | rund acht von zehn aktiv beschäftigt |
Die Ergebnisse werfen auch ein Schlaglicht auf mögliche Folgen für die Branchenstruktur: Banken, die ihre digitalen Angebote allein auf Funktionalität reduzieren, riskieren, junge Kunden an Plattformen mit stärkerer Nutzerführung oder an Fintechs zu verlieren. Umgekehrt können Regionalbanken mit lokalem Vertrauensvorsprung punkten, wenn sie ihre Beratung modern und digital unterstützt aufstellen.
Für die Kundenbetreuung bedeutet das einen Wandel in der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden: Fachliche Kompetenz zu Anlage- und Vorsorgethemen muss mit digitalen Beratungs- und Kommunikationsfähigkeiten verknüpft werden. Ebenso relevant sind einfache, verständliche Informationsangebote, die komplexe Produkte schrittweise erklären.
Die NextGen-Studie 2026 liefert damit keine Blaupause, wohl aber klare Hinweise für die strategische Ausrichtung der Banken: Wer die Erwartungen der Generation Z ernst nimmt, verbindet Technologie mit ehrlicher, verständlicher Beratung und sichert so langfristig Kundenbeziehungen.