Der Steirer Enzo Diessl hat im Finale der 110 m Hürden bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham den fünften Rang belegt. Im Alexander Stadium stoppte die Uhr für den 22-Jährigen bei 13,44 Sekunden, damit fehlten auf die Bronzemedaille lediglich 18 Hundertstel.
Knapp hinter dem Podest – hohe Ansprüche an die eigene Leistung
Diessl, der sich in der Vorschlussrunde mit 13,35 Sekunden platzierte, bezeichnete sein Finalrennen als nicht rund und sprach von einer gewissen Verkrampfung. Zugleich bewertete er das Ergebnis als „soliden fünften Platz“. Der Steirer betonte, dass deutlich mehr Potenzial vorhanden sei und die Ausführung noch präziser werden müsse.
„Es war ein bissl verkrampft … Da ist viel mehr Potenzial drinnen, es war nicht rund.“
Bei der EM setzte sich der Schweizer Jason Joseph in 13,12 Sekunden vor dem Franzosen Just Kwaou-Mathey (13,16) und dem Polen Jakub Szymanski (13,26) durch.
| Platz | Athlet | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Jason Joseph (SUI) | 13,12 |
| 2 | Just Kwaou-Mathey (FRA) | 13,16 |
| 3 | Jakub Szymanski (POL) | 13,26 |
| 5 | Enzo Diessl (AUT) | 13,44 |
Entwicklung, Trainerteam und Rückkehr nach Verletzung
Diessl gehört mit einer persönlichen Bestzeit von 13,17 Sekunden zu den schnellsten Österreichern aller Zeiten; er liegt damit in der österreichischen Bestenliste auf dem zweiten Rang hinter Mark McCoy, der 1994 auf 13,14 kam. Für Diessl und sein Trainerteam sind konstante Verbesserungen und nachhaltiges Wachstum zentrale Leitlinien.
- Persönliche Bestzeit: 13,17 Sekunden
- Allzeit-Österreich-Rang: 2. hinter Mark McCoy (13,14, 1994)
- Trainer: Beate Hochleitner (seit 2012) und Christoph Ranz (seit 2018)
- Im Juni ausgeheilte Schulterverletzung – Rückkehr zum Wettkampf
Diessl erwähnte, dass ihn eine im Juni erlittene Schulterverletzung zwar ausgebremst habe, die er aber auskuriert habe. Er betonte, sich zurückgekämpft zu haben und bei der EM zeigen zu wollen, was er draufhat. Trotz der Frustration über die nicht voll ausgeschöpfte Leistung komme der Stolz langsam auf, sagte der 22-Jährige.
Österreichische Präsenz auch im Dreisprung
Auch der Dreispringer Endiorass Kingley erreichte bei der EM das Finale, das am Samstag ausgetragen wird. In der Qualifikation landete er mit 16,25 Metern auf dem neunten Rang. Nach einem ungültigen ersten Versuch gab Kingley an, etwas nervös geworden zu sein. Sein Ziel für das Finale ist eine Leistungssteigerung und eine möglichst vordere Platzierung; vorerst stehen Erholung und technische Feinarbeit am Plan.
Für Diessl bedeuten die Finalteilnahme und die gezeigten Leistungen in Birmingham sowohl Bestätigung als auch Ansporn: Die Zeiten zeigen, dass er international konkurrenzfähig ist, die fehlenden Hundertstel bis zum Podest machen aber deutlich, woran gearbeitet werden muss. Das Trainerteam um Hochleitner und Ranz wird in den kommenden Monaten an der technischen Feinabstimmung und an der Wettkampfvorbereitung arbeiten, damit Diessl sein Potenzial bei den nächsten großen Meisterschaften noch besser ausspielen kann.