Bei den Kontinentaltitelkämpfen in Birmingham sorgte Großbritannien am Dienstagabend für einen englischen Abend: Über die Kurzsprintdistanz sicherte sich der 26-jährige Romell Glave den Sieg in 10,09 Sekunden, dicht gefolgt von seinem Landsmann Jeremiah Azu (10,16). Auf Platz drei landete mit Owen Ansah ein deutscher Sprinter in 10,19.
Überraschung auf der Bahn: Favorit schwächelt
Die größte Schlagzeile des Abends war jedoch das frühe Aus des ehemaligen Olympiasiegers: Lamont Marcell Jacobs zeigte nicht die erwartete Performance und platzierte sich nur auf Rang sieben. Der Italiener war heuer bereits in Eisenstadt mit einer Zeit von 9,67 Sekunden aufgefallen — diese Zeit war allerdings durch einen nicht regulären Rückenwind von 4,1 m/s belastet und damit nicht vergleichbar mit regulären Resultaten. In Birmingham schien Jacobs deutlich hinter seinem Spitzenstand zurückzubleiben; er konnte mit der Spitze nicht mithalten und blieb ohne Podiumsplatz.
Weitere Entscheidungen: Hürden, Weitsprung, Hammerwurf
Auch bei den Damen gab es enge Entscheidungen: Im Finale der 100 m Hürden entschied eine Tausendstelsekunde zugunsten der Niederländerin Nadine Visser, die in 12,67 Sekunden gewann. Auf Rang zwei folgte die Polin Pia Skrzyszowska. Im Weitsprung setzte sich der Grieche Miltiadis Tentoglou mit einem Sprung auf 8,44 m durch und sicherte sich damit seinen vierten Kontinentaltitel.
Ein weiterer Höhepunkt war der Hammerwurf: Der Ungar Bence Halász gewann mit der Jahresweltbestleistung von 84,25 m und unterstrich damit seine derzeit starke Form.
Was die Ergebnisse bedeuten
Der britische Doppelsieg über 100 m demonstriert die Tiefe im Sprinterkader Großbritanniens und gibt den Gastgebern Rückenwind für die weiteren Wettkampftage. Für Jacobs hingegen wirft das Ergebnis Fragen zur Formkurve auf: Seine Eisenstädter Zeit war aufgrund des Rückenwinds nicht regulär, und in Birmingham vermochte er nicht, die Spitzengruppe zu forcieren. Das dürfte die Diskussion um seine Wettkampfplanung und mögliche Ursachen — etwa Trainingsstand, Müdigkeit oder taktische Fehler — neu befeuern, auch wenn aus den vorliegenden Informationen keine definitive Ursache ableitbar ist.
- 100 m Männer: Romell Glave 10,09 / Jeremiah Azu 10,16 / Owen Ansah 10,19
- 100 m Hürden Frauen: Nadine Visser 12,67 / Pia Skrzyszowska knapp dahinter
- Weitsprung: Miltiadis Tentoglou 8,44 m (vierter Titel)
- Hammerwurf: Bence Halász 84,25 m (Jahresweltbestleistung)
Die Ergebnisse haben auch Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse in Europa: Sprinter wie Glave und Azu etablieren sich als Medaillenkandidaten für kommende Großereignisse, während Athleten wie Jacobs unter Beobachtung stehen. Für die Leichtathletik-Fans bleibt spannend, wer seine Form konservieren und wer rechtzeitig zu den Höhepunkten des Sommers aufdrehen wird.
| Disziplin | Sieger | Leistung |
|---|---|---|
| 100 m (M) | Romell Glave (GBR) | 10,09 s |
| 100 m Hürden (W) | Nadine Visser (NED) | 12,67 s |
| Weitsprung (M) | Miltiadis Tentoglou (GRE) | 8,44 m |
| Hammerwurf (M) | Bence Halász (HUN) | 84,25 m |
Für die nächsten Wettkampftage bleibt abzuwarten, ob sich die Favoriten stabilisieren oder weitere Überraschungen gelingen. Die Kontinentaltitelkämpfe in Birmingham liefern jedenfalls bereits jetzt erzählte Geschichten: von britischer Stärke auf der Bahn bis zu Formrätseln bei prominenten Athleten.