In der Gemeinde Dakrong gewinnt die Wiederbelebung traditioneller Werte an sichtbarer Dynamik: Wesentlichen Anteil daran hat der Gemeindebürger Ho A Sai aus dem Dorf Ka Lu. Über Jahrzehnte leitete er Initiativen zum Erhalt von Volksliedern, traditionellen Musikinstrumenten und Webtechniken und gab dieses Wissen an jüngere Generationen weiter. Sein Einsatz wirkt unmittelbar auf das lokale Gemeinschaftsleben und beeinflusst den gemeinschaftlichen Tourismus in der Region.
Verwurzelung in Kultur und Handwerk
Geboren und aufgewachsen am Fuß des Truong‑Son‑Gebirges, ist Ho A Sai bereits als Kind eng mit den Melodien und Instrumenten seiner ethnischen Gruppe verbunden gewesen. Beobachtungen der Älteren und das Lernen durch Zuschauen prägten seine frühe Praxis: Er eignete sich Fertigkeiten im Umgang mit traditionellen Musikinstrumenten an und erlernte zugleich das Flechten von Alltagsgegenständen aus Rattan, Bambus und Schilf. Besonders hervorzuheben ist sein Talent als Gongspieler, das ihm aufgrund seines feinen Gehörs rasches Lernen ermöglichte.
Trotz gesundheitlicher Einschränkungen blieb er aktiv: Er nahm an Dorf‑ und Gemeindefesten teil und widmete sich dem Unterrichten von Gesang, Instrumentalspiel und Webkunst bei der jüngeren Generation. Diese Weitergabe sichert Fertigkeiten, die sonst leicht verloren gehen würden, wenn kein systematischer Transfer stattfindet.
Politisches Engagement und Gemeinschaftsarbeit
Vor 2016 übte Ho A Sai zahlreiche Jahre das Amt des Vorsitzenden des Komitees der Vaterländischen Front im alten Dorf Vung Kho aus. In dieser Funktion rief er die Bevölkerung wiederholt dazu auf, die politischen Richtlinien, Gesetze und Verordnungen des Staates zu beachten und zugleich die nationale Kultur zu bewahren. Sein Wirken verband damit zivilgesellschaftliches Engagement mit kulturellem Einsatz.
„Herr Sai war schon immer eine treibende Kraft in den Dorfbewegungen. Er hat nicht nur die Bevölkerung erfolgreich mobilisiert, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt der Bru‑Van‑Kieu‑Kultur geleistet.“
Diese Worte stammen vom Dorfvorsteher Ho Van Phanh aus Ka Lu und fassen knapp die lokale Wahrnehmung zusammen: Ho A Sais Wissen und Enthusiasmus halfen, die darstellende Kunstgruppe des Dorfes zu erhalten und zahlreiche Volkstraditionen zu bewahren.
- Musik und Instrumente: Bewahrung von Gongs und Volksmelodien, aktive Teilnahme an Theater- und Musikgruppen.
- Handwerk: Weitergabe von Webtechniken und Flechtkunst aus Rattan, Bambus und Schilf.
- Gemeinschaftliche Organisation: Mobilisierung der Bevölkerung durch öffentliche Ämter und lokale Initiativen.
| Person | Ort | Funktionen | Tätigkeiten |
|---|---|---|---|
| Ho A Sai | Ka Lu, Gemeinde Dakrong | Vorsitzender Komitee der Vaterländischen Front (ehem.) | Musik, Theater, Webtechnik, Lehre |
Die lokale Strategie, traditionelle Fertigkeiten und Aufführungsformen zu pflegen, hat darüber hinaus Auswirkungen auf den wachsenden Gemeinschaftstourismus in der Gegend. Besucherinnen und Besucher, die Interesse an authentischer Kultur haben, finden in Orten wie Ka Lu nicht nur Inszenierungen, sondern lebendige Praxis, die von Älteren an Jüngere weitergegeben wird.
Für die Kulturerhaltung ist das Modell bedeutsam: Nicht nur museale Sicherung, sondern die tägliche Praxis in Vereinen, bei Festen und im Unterricht sorgt dafür, dass Lieder, Instrumente und Handwerk überlebensfähig bleiben. Das Engagement einzelner Trägerinnen und Träger wie Ho A Sai kann dabei als Katalysator wirken, indem es Strukturen stärkt und jüngere Menschen motiviert, traditionelle Techniken zu erlernen.
Die Geschichte von Ka Lu macht auch deutlich, wie eng kulturelle Identität mit politischem und sozialem Engagement verknüpft sein kann: Lokale Führung, Mobilisierung der Bevölkerung und die aktive Rolle in Kulturgruppen bilden ein Geflecht, das zur Resilienz von Traditionen beiträgt. In Zeiten, in denen Mobilität und Modernisierung alte Praktiken bedrohen, sind solche Netzwerke für die Fortexistenz der kulturellen Vielfalt unverzichtbar.
Ob und wie sich dieser lokale Erfolg auf andere Gemeinden übertragen lässt, hängt von Ressourcen, Interesse der Jugend und institutioneller Unterstützung ab. Bis dahin bleibt die Arbeit von Ho A Sai ein prägnantes Beispiel dafür, wie individueller Einsatz Gemeinschaften kulturell stärkt und zugleich touristische Angebote authentisch prägt.