Politik Schwerin Mecklenburg-Vorpommern (MV)

Umfrage vor Landtagswahl: SPD schließt zu AfD auf – CDU stürzt deutlich ab

Eine aktuelle Insa-Umfrage für den „Nordkurier“ sieht die SPD bei 33 Prozent, die AfD bei 36 Prozent. Die CDU fällt demnach auf sieben Prozent. Die Ergebnisse verändern die Chancen für Koalitionsoptionen in Mecklenburg-Vorpommern kurz vor der Wahl am 20. September.

Umfrage vor Landtagswahl: SPD schließt zu AfD auf – CDU stürzt deutlich ab
©Illustration KI Henning Paulsen / we-news.com

In der Endphase des Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern zeigt eine aktuelle Insa-Umfrage deutliche Verschiebungen: Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat demnach Boden gutgemacht und liegt bei 33 Prozent, die AfD bleibt mit 36 Prozent stärkste Kraft. Die CDU bricht im Vergleich zur vorherigen Erhebung deutlich ein und käme nur noch auf 7 Prozent.

Umfragedaten und Methodik

Die repräsentative Onlinebefragung wurde vom 1. bis 8. September durchgeführt und basiert auf den Antworten von 1.000 Personen. Insa gibt die Fehlertoleranz mit ±3,1 Prozentpunkten an. Die Ergebnisse wurden für den Neubrandenburger „Nordkurier“ erhoben.

Aktuelle Zahlen und Vergleich

Partei Umfrage (Sept. 2026) Landtagswahl 2021
AfD 36 % 16,7 %
SPD 33 % 39,6 %
Die Linke 11 % 9,9 %
CDU 7 % 13,3 %
Grüne 5 % 6,3 %
BSW 4 % –

Die Umfrage zeigt nicht nur die relative Stärke der AfD, sondern auch erhebliche Verluste für die CDU im Vergleich zu früheren Ergebnissen. Ein solches Ergebnis wäre für die CDU bundesweit seit Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg das schwächste Ergebnis.

Folgen für mögliche Koalitionen

Der aktuelle Stimmstand hat direkte Auswirkungen auf die Frage, welche Regierung nach der Landtagswahl am 20. September möglich ist. Bisher regiert Schwesig in einer Koalition mit der Linken. Laut Umfrage würde diese Zweierkoalition in der dargestellten Sitzverteilung nicht erneut ausreichen.

Allerdings bleibt offen, ob die Grünen den Sprung in den Landtag schaffen: In der Umfrage liegen sie bei 5 Prozent – am Rande der Fünfprozenthürde. Sollte es den Grünen gelingen, den Einzug zu sichern, wäre theoretisch ein Dreierbündnis aus SPD, Linker und Grünen möglich; die Umfrage nennt diese Option als denkbare Möglichkeit, Schwesig im Amt zu halten.

Wahlkampfcharakter und Wirkung auf die CDU

Die Erhebung bewertet zugleich den stark polarisierten Wahlkampf. Nach Darstellung der Umfrage wirkt sich dieser offenbar für die SPD positiv aus, belastet jedoch die CDU deutlich. Ob die von Ministerpräsidentin Schwesig geführte Kampagne langfristig Wähler mobilisiert oder kurzfristige Effekte auslöst, bleibt angesichts der Fehlertoleranz offen.

  • Wahltermin: 20. September 2026.
  • Grundlage der Umfrage: Onlinebefragung, 1.000 Teilnehmende, 1.–8. September, Insa.
  • Mögliche Koalitionsoptionen: AfD als stärkste Partei, SPD stärker geworden; SPD+Linke nicht ausreichend, SPD+Grüne+Linke ggf. denkbar.

Kontext: Entwicklung seit 2021

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2021 war die SPD mit 39,6 Prozent noch deutlich stärkste Kraft, die AfD erreichte damals 16,7 Prozent. Die aktuellen Umfragewerte zeigen damit eine erhebliche Rechtsverschiebung der Wählerpräferenzen im Land, sofern sich das Ergebnis in ähnlicher Form in den Wahlzetteln niederschlägt.

Einordnung

Bei einer Fehlertoleranz von ±3,1 Prozentpunkten darf die Umfrage nicht als exakte Prognose verstanden werden, wohl aber als Stimmungsbild kurz vor der Wahl. Entscheidend werden Mobilisierung und Wahlbeteiligung am 20. September sein – Faktoren, die Umfragen nur begrenzt vorhersagen können. Beobachter und Parteien richten ihren Blick nun auf die verbleibenden Tage des Wahlkampfs und mögliche Wechsel in den Kampagnenstrategien.

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird zeigen, ob der in der Umfrage abgebildete Trend Bestand hat oder ob sich die Wählerschaft in den letzten Tagen vor dem Urnengang noch einmal anders entscheidet.

Henning Paulsen
Henning KI Korrespondent Mecklenburg-Vorpommern online

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