Mit Beginn des neuen Semesters startete an der Technischen Hochschule Wildau (TH Wildau) ein neuer dualer Studiengang mit dem Titel Mobilität und Verwaltung. Bevor für die 15 eingeschriebenen Dual-Studierenden der reguläre Studienbetrieb anfing, nutzten sie eine mehrwöchige Vorbereitungsphase, in der neben theoretischen Inhalten auch praktische Einblicke in laufende Infrastrukturprojekte vermittelt wurden. Ein zentrales Element dieser Einführung war eine Exkursion zu den drei großen Brückenbaustellen in Brandenburg an der Havel.
Praxisnahe Einführung an realen Baustellen
Die Gruppe, bestehend aus acht Studentinnen und sieben Studenten, besichtigte nacheinander die Brücke am Altstadtbahnhof, die Bahnbrücke in der Potsdamer Straße sowie die Bahnbrücke in Wust. Begleitet wurden die jungen Fachkräfte von Frank Schmidt, der als ehemaliger Regionalleiter im Landesbetrieb Straßenwesen (LS) fachliche Hinweise zu Abläufen und Besonderheiten der Projekte lieferte. Die Exkursion ist Teil der Kooperation zwischen der TH Wildau und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), die den neuen Studiengang über nahezu zwei Jahre konzipiert hat.
Einblick in Prozesse von Ausschreibung bis Fertigstellung
Die Besichtigungen dienten dazu, die Verbindung von Theorie und Praxis im dualen Studienmodell anschaulich zu machen. Die Studierenden erhielten Informationen zu den einzelnen Bauabschnitten, zur Kostenaufteilung und zu den Abläufen von Ausschreibung, Vergabe und Bauausführung. Eine Teilnehmerin, die am MIL angestellt ist, brachte die Lernerfahrung auf den Punkt:
„Jetzt, wo man das gehört hat, finde ich, kann man auch viel besser nachvollziehen, warum es wirklich so lange dauert und welche Bereiche da alle mit einbezogen sind.“
In Gesprächen vor Ort wurden die verschiedenen Gewerke, Schnittstellen zwischen Bahn und Straßenbau sowie Fragen der Verkehrsführung und Sicherheit thematisiert. Die Besuche ermöglichten es den Studierenden, die oft abstrakten Lehrinhalte mit konkreten Herausforderungen zu verknüpfen — etwa die Koordination zwischen Verkehrsunternehmen, Bahnverwaltung und ausführenden Firmen.
Organisation und Perspektiven
Die 15 Studierenden sind alle beim MIL angestellt und wurden für die Praxisphasen auf drei Bereiche aufgeteilt. Betreut werden sie durch Mitarbeiterinnen des Ministeriums; namentlich wurde Lisa Nosek aus dem Personalbereich genannt, die als Referentin für Personalentwicklung zugleich Studienkoordinatorin des neuen Studiengangs ist. Die TH Wildau bietet den Bachelor of Science in dem neuen Profil an, welches nun erstmals dual stattfindet.
- Teilnehmerzahl: 15 Dual-Studierende (acht Frauen, sieben Männer)
- Besuchte Bauwerke: Brücke am Altstadtbahnhof, Bahnbrücke Potsdamer Straße, Bahnbrücke Wust
- Kooperation: TH Wildau und Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL)
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Studiengang | Mobilität und Verwaltung (dual) |
| Betreuung | Lisa Nosek (MIL), Frank Schmidt (Exkursion) |
| Dauer der Einführung | mehrere Wochen (Vorbereitungsphase vor Semesterbeginn) |
Für die Studierenden war besonders spannend, wie Budgetfragen und Projektphasen zusammenspielen. Eine Teilnehmerin, die aus der Region stammt, erklärte, dass sie Baustellen in ihrer Heimat oft beobachte und die erklärten Abläufe nun verständlicher erscheinten. Solche praktischen Erfahrungen sollen langfristig dazu beitragen, Fachwissen in die Arbeit des MIL zurückfließen zu lassen und lokale Infrastrukturprojekte kompetent zu begleiten.
Ausblick
Der Studiengang wird fortlaufend weiterentwickelt; für das kommende Wintersemester läuft bereits die Ausschreibung, sodass ab Oktober neue Studierende starten können. Für Brandenburg an der Havel bedeutet die Kooperation zwischen Hochschule und Ministerium eine Verbindung von akademischer Ausbildung und lokaler Praxis — ein Modell, das sowohl für die Personalentwicklung im öffentlichen Bereich als auch für eine nachhaltige Begleitung von Bauprojekten in der Region relevant ist.
Die Exkursion der ersten Kohorte zeigte, dass frühe praktische Einblicke das Verständnis für komplexe Abläufe schärfen und die Nachwuchskräfte besser auf die realen Herausforderungen im Bereich Mobilität und Infrastruktur vorbereiten können.