In Gosen‑Neu Zittau ist zwei Tage nach einer gewaltsamen Tat ein Gedenkgottesdienst in der Dorfkirche in Neu Zittau abgehalten worden. Die Gemeinde sucht nach Möglichkeiten, um die Trauer zu teilen und Betroffene zu begleiten. Die Evangelische Kirche bot Raum für Stille, Gebet und Gespräch.
Ruhiger Gottesdienst als Ort der Trauer
Pfarrer Carsten Schwarz erklärte vor dem Gottesdienst, man wolle „Raum bieten, um die Fragen und die Klagen auch ansprechen zu können, aber auch für andere zu beten“. Er verwies zugleich darauf, dass es keine einfachen Antworten gebe und es nun vor allem um stille Trauer und mögliche Gespräche gehe.
„Es macht fassungslos, es macht sprachlos.“
Nach Angaben des Pfarrers waren im Ablauf unter anderem musikalische Beiträge, ein Psalmgebet und Fürbitten vorgesehen. Auf einem schwarzen Tuch konnten Menschen Teelichter anzünden und in Ruhe trauern.
Ermittlungen: Tatverdächtiger in Untersuchungshaft
Die Ermittler gehen davon aus, dass ein 19‑jähriger Deutscher am Donnerstag an einer Privatschule in Gosen‑Neu Zittau zwei Menschen getötet hat. Den Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge handelt es sich bei den Opfern um eine 18‑jährige Schülerin und einen 30‑jährigen Erzieher. Dem Verdächtigen wird zweifacher Mord zur Last gelegt; er befindet sich in Untersuchungshaft. Als Tatwaffe wird ein Messer angegeben.
Die Staatsanwaltschaft führte weiter aus, die 18‑Jährige soll die Ex‑Freundin des Tatverdächtigen gewesen sein. Demnach habe der Erzieher versucht, der Schülerin zu helfen, bevor beide an den Folgen der Verletzungen starben.
Folgende Gedenktermine sind geplant
Die Gemeinde hat mehrere weitere Erinnerungsformen angekündigt; dabei soll auf die Bedürfnisse der Angehörigen und der Schulgemeinschaft Rücksicht genommen werden. Die bisher bekannten Termine sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
| Datum | Veranstaltung | Ort |
|---|---|---|
| 3. September | Trauergottesdienst | Docemus‑Privatschule |
| 4. September | Gedenken mit Schweigeminute | Vor der Schule (Campus) |
Schulbetrieb und Unterstützung vor Ort
Auf dem Campus des privaten Trägers Docemus sind nach Angaben der Gemeinde weiterhin Notfallseelsorger im Einsatz. Die Trägerschaft umfasst ein Gymnasium, eine Oberschule und eine Fachoberschule; auf dem gleichen Campus befindet sich zudem eine staatliche Grundschule, die nach Angaben des Bildungsministeriums ab Montag wieder regulären Unterricht aufnehmen soll.
Der Bürgermeister von Gosen‑Neu Zittau, Frank Nakoinz (BVB/Freie Wähler), bat Medienvertreter auf Facebook, den Gedenkterminen aus Respekt vor den Verstorbenen, ihren Angehörigen und allen Trauernden fernzubleiben.
- Notfallseelsorge bleibt auf dem Schulgelände präsent, um Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zu begleiten.
- Die Schulleitung kündigte ein Treffen mit der Schülerschaft für Anfang kommender Woche an.
- Die Gemeinde koordiniert weitere Trauer‑ und Gedenkangebote in enger Abstimmung mit den Familien.
Konsequenzen und offene Fragen
Die Tat hat in Gosen‑Neu Zittau und darüber hinaus Bestürzung ausgelöst. Die weiteren polizeilichen Ermittlungen sollen klären, wie sich der Tathergang genau abgespielt hat und welche Hintergründe vorliegen. Die Staatsanwaltschaft trägt die Bezeichnung „zweifacher Mord“ vor; zu Motiven äußerten die Behörden bislang nicht.
Die geplanten Gedenkveranstaltungen und die Präsenz von Seelsorgern sollen den Betroffenen Gelegenheit geben, Trauer und Fragen zu äußern. Bürgermeister und Kirche setzen auf Rücksichtnahme der Öffentlichkeit, um den Angehörigen Raum zu lassen.
Die Gemeinde kündigte an, langfristig über weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Schulgemeinschaft und zur Prävention nachzudenken. Konkrete Beschlüsse wurden bislang nicht bekanntgegeben.
Die Ermittlungen dauern an; zu Details wie möglichen Vorkommnissen im Umfeld der Schule oder früheren Anzeigen wurde von Polizei und Staatsanwaltschaft nichts weiter mitgeteilt.