Wegen anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen hat das Brandenburger Umweltministerium reagiert: Für die Spree im südlichen Brandenburg wurde die zweite Phase eines Konzepts zur Niederwasserbewirtschaftung ausgerufen. Ziel ist es, möglichst viel Wasser im Flusssystem zu halten und damit akute Probleme durch zu geringe Abflüsse zu mindern, teilte das Ministerium in Potsdam mit.
Nach Angaben des Ministeriums verschärften ausbleibender Regen und Hitze die Lage. Auch die Speicher enthielten derzeit zu wenige Reserven, weshalb zusätzliche Maßnahmen notwendig würden, um die Abflüsse im mittleren Spreegebiet zu stabilisieren.
„Die erforderlichen Mindestabflüsse können in der Spree nicht mehr gehalten werden und die fehlenden Wasserreserven in den Speichern erfordern zusätzliche Maßnahmen zur Abflussstabilisierung im mittleren Spreegebiet.“
Konkrete Maßnahmen, die bereits umgesetzt oder eingeleitet wurden, sind unter anderem:
- Verringerung von Ausleitungen aus der Spree, um mehr Wasser im Flussbett zu halten.
- Schließung einzelner Schleusen im Unterspreewald.
- Schrittweises und behutsames Absenken der Wasserstände in Staugürteln.
Die Staugürtel und das verflochtene Wassersystem des Spreewalds spielen eine wichtige Rolle für Tourismus und lokale Wirtschaft: Sie sichern unter anderem die traditionellen Kahnfahrten, die für die Region von Bedeutung sind. Durch die Maßnahmen zur Abflussstabilisierung soll verhindert werden, dass der niedrige Wasserstand kurzfristig zu noch größeren Einschränkungen führt.
Wasserreserven und Speicher
Das Ministerium wies darauf hin, dass die vorhandenen Speicher nur begrenzte Reserven aufweisen. In der Mitteilung wurde betont, dass die zweite Phase des Bewirtschaftungskonzepts ausgerufen worden sei, weil die üblichen Mindestabflüsse nicht mehr gehalten werden könnten. Eine Verlängerung der Trockenperiode würde den Druck auf die Wasserhaushalte weiter erhöhen.
| Problem | Maßnahme |
|---|---|
| Zu geringe Mindestabflüsse | Reduzierung von Ausleitungen |
| Geringe Vorräte in Speichern | Absenken der Staugürtel, Schließung einzelner Schleusen |
Für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Unternehmen entlang der Spree bedeutet das aktuelle Vorgehen, dass sich Rahmenbedingungen kurzfristig ändern können. Insbesondere Wassernutzende, Betreiber von Bootsverkehr und touristischen Angeboten sind betroffen, wenn die Durchfahrt von Gewässerabschnitten eingeschränkt oder die Wasserstände gesenkt werden. Das Ministerium betonte, die Eingriffe würden „schrittweise und behutsam“ erfolgen, um die Folgen so gering wie möglich zu halten.
Hintergründe und mögliche Folgen
Niedrigwasserperioden sind in Flusssystemen vielschichtig: Sie wirken sich auf die ökologische Durchgängigkeit, auf Lebensräume für Fische und andere Wasserorganismen sowie auf die Nutzbarkeit der Gewässer für Schifffahrt und Tourismus aus. Konkrete ökologische Auswirkungen wurden in der Ministeriumsmitteilung nicht detailliert beziffert; sie machte jedoch deutlich, dass die Kombination aus Hitze und fehlendem Niederschlag die Lage verschärft.
Für den Alltag vor Ort heißt das: Nutzerinnen und Nutzer von Wasserentnahmestellen, Betreiberinnen und Betreiber von Freizeiteinrichtungen sowie Kommunen müssen sich auf wechselnde Wasserstände einstellen und die Informationen der zuständigen Behörden beachten. Die Landesbehörden stehen nach eigenen Angaben in engem Austausch mit den regionalen Wasserwirtschaftsstellen, um die Maßnahmen zu koordinieren und kurzfristig an die hydrologische Lage anzupassen.
Ob und wann die zweite Phase des Konzepts wieder zurückgenommen werden kann, hängt entscheidend von künftigen Niederschlägen und der Entwicklung der Temperaturen ab. Das Ministerium kündigte an, die Lage weiter zu beobachten und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen zu treffen.
Für Besucherinnen und Besucher des Spreewalds empfiehlt sich, lokale Hinweise zu beachten und sich bei Anbietern über den Zustand von Kahnfahrten und anderen touristischen Angeboten zu informieren. Für landwirtschaftliche Nutzende sowie kommunale Wasserversorger bleibt die Lage aufmerksam zu verfolgen, da längere Trockenperioden weitere Einschränkungen zur Folge haben könnten.
Diese Entwicklung reiht sich in eine Reihe von Wetterextremen der vergangenen Jahre ein, in denen Hitze und niederschlagsarme Perioden die Wasserhaushalte in Brandenburg wiederholt belasteten. Die Behörden setzen nun auf abgestufte Bewirtschaftungsmaßnahmen, um kurzfristige Schäden zu begrenzen und die Funktionsfähigkeit des Flusssystems zu erhalten.