NEUBRANDENBURG — Unter dem Titel „Stimmen der Freiheit“ haben Menschen aus der Ukraine am 24. August den 35. Jahrestag der Unabhängigkeit ihres Landes auf dem Marktplatz in Neubrandenburg begangen. Das etwa eineinhalbstündige Programm kombinierte musikalische Beiträge in traditioneller Tracht mit Informationsständen, bei denen Besucherinnen und Besucher mehr über die Geschichte und Kultur der Ukraine erfahren konnten.
Musik als Brücke
Die musikalischen Darbietungen bildeten den Kern der Veranstaltung. Insgesamt wurden elf ukrainische Lieder vorgetragen; bekannte Volkslieder wie „Tschervona Ruta“ und „Smereka“ wechselten sich mit zweisprachigen Versionen ab. Auch das deutsche Volkslied „Die Gedanken sind frei“ wurde in einer zweisprachigen Fassung gesungen. Mehrere Sängerinnen und Sänger traten in bestickten Blusen und Hemden auf und sorgten mit ukrainischen Melodien und gelegentlichen deutschen Refrains für eine Atmosphäre des Austauschs.
„Zuerst bedankten sie sich bei der deutschen Bevölkerung für die Unterstützung ihres Heimatlandes.“
Moderatorin und Moderator führten zweisprachig durch das Programm und erklärten Hintergründe zu den Beiträgen sowie zu den ausgestellten Exponaten. Die Überschneidung von ukrainischen und deutschen Textpassagen sollte zugleich ein Signal des Dankes und der Verständigung sein.
Mehr als Musik: Informationen und Handwerk
Die Veranstalter hatten neben dem Konzert mehrere Informationsstände aufgebaut, um ein umfassenderes Bild der Ukraine zu vermitteln. Gezeigt wurden Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft, Sport und Technik sowie traditionelle Objekte. Ziel war es, die Wahrnehmung des Landes über aktuelle Schlagzeilen hinaus zu erweitern und auf lange kulturelle Traditionen hinzuweisen.
- Vorführung und Erklärung ukrainischer Volksmusik mit deutschen Passagen
- Informationsstände zur Geschichte und zu herausragenden Persönlichkeiten
- Präsentation traditioneller Handwerkskunst, darunter eine Motanka und ein Blumenkranz
Eine besondere Rolle spielten handwerkliche Exponate: Eine Motanka, die traditionelle ukrainische Stoffpuppe, und ein ukrainischer Blumenkranz waren zu sehen. Beide Gegenstände wurden von der Kunsthandwerkerin Olha Varkentin hergestellt; bei den Stücken wurden Bänder verwendet, die aus der Ukraine stammten.
Lokaler Kontext und Bedeutung
Die Veranstaltung in Neubrandenburg reiht sich in eine Reihe lokaler Initiativen ein, die den kulturellen Austausch zwischen hier lebenden Menschen aus der Ukraine und der einheimischen Bevölkerung fördern. Gerade in einer Zeit, in der die Ukraine international stark im Blickfeld steht, bot der Marktplatz Raum für persönliche Begegnungen und für die Vermittlung historischer sowie kultureller Kontexte.
Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer war der Abend zugleich ein öffentlicher Dank an die Aufnahmegesellschaft: Die zweisprachigen Moderationen und Ausschnitte deutscher Texte in den Liedern unterstrichen dieses Anliegen deutlich. Solche Veranstaltungen können Vorurteile abbauen, gemeinsame Bezugspunkte schaffen und praktische Hilfen wie Informationen über Netzwerkangebote oder kulturelle Initiativen sichtbar machen.
| Datum | Ort | Programm |
|---|---|---|
| 24. August 2026 | Marktplatz Neubrandenburg | Musik (11 Lieder), Informationsstände, traditionelle Handwerkskunst |
Die Veranstaltung war damit ein Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Neubrandenburg und ein Zeichen der Verbundenheit zwischen den hier lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern sowie der deutschen Bevölkerung.