Thüringer Expertise begleitet neue NASA-Mission
Technik aus Jena ist seit wenigen Wochen Teil einer internationalen Weltraummission: Das US-amerikanische "Nancy Grace Roman Space Telescope" nutzt Sternsensoren des Jenaer Unternehmens Jena-Optronik. Die Sensoren dienen der genauen Lagebestimmung des Teleskops im All und sind damit für die Ausrichtung und Navigation des Instruments unverzichtbar.
Das Teleskop, benannt nach einer der ersten Frauen in einer Führungsposition bei der NASA, startete laut Angaben der beteiligten Stellen am 30. August vom Kennedy Space Flight Center in Florida. Bereits im Juni 2022 hatte Jena-Optronik drei Sternsensoren und zugehörige Testsysteme an das Goddard Space Flight Center der NASA in Maryland geliefert, wo das Teleskop zusammengebaut wurde.
Wie die Jenaer Technologie funktioniert
Bei den gelieferten Geräten handelt es sich um optische Messinstrumente, die Sternfelder aufnehmen und auswerten. Projektleiterin Sabine Ludwig von Jena-Optronik erläutert die Funktion knapp und präzise:
„Ein Sternsensor ist ein optisches Messinstrument, das die Position von Sternen fotografiert und auswertet. Damit kann die genaue Ausrichtung oder Lage von Satelliten und Raumfahrzeugen im Weltall bestimmt werden.“
Im Inneren des Sensors befindet sich unter anderem ein Sternkatalog, der es erlaubt, die Himmelsrichtung und damit die Position des Satelliten jederzeit zu bestimmen. Durch den Abgleich der aufgenommenen Bilder mit dem Katalog kann das System die Lage des Raumfahrzeugs exakt berechnen.
Regionale Tradition und internationaler Einsatz
Die Beteiligung am Roman-Teleskop ist Teil einer langen Jenaer Tradition in der Raumfahrttechnik. Das Unternehmen selbst verweist auf eine Historie in der Herstellung von Lageregulierungssystemen, die bis in die DDR-Zeit zurückreicht. Sensoren aus Jena waren demnach bereits bei zahlreichen Missionen im Einsatz, etwa für Sternsensorik sowie Rendezvous- und Dockingaufgaben.
- Lieferung: Juni 2022 – drei Sternsensoren an NASA/Goddard
- Start der Mission: 30. August – Start von Florida
- Aufgabe: Orientierung und präzise Lagebestimmung des Teleskops
Bedeutung für Jena und die Region
Für Jena bedeutet die Mitwirkung an einem solchen Projekt sowohl eine Bestätigung der lokalen Spezialkompetenz als auch einen sichtbaren Beitrag zur internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Lokale Unternehmen, Institute und Zulieferer, die sich auf Raumfahrttechnik spezialisiert haben, stärken damit das Profil der Stadt als Standort für anspruchsvolle Optik- und Sensorikentwicklung.
Das Nancy Grace Roman Space Telescope selbst soll Panoramaaufnahmen liefern und unter anderem Exoplaneten sowie dunkle Materie untersuchen. Die präzise Orientierung durch die eingebauten Sternsensoren ist dabei eine Grundvoraussetzung für die wissenschaftlichen Messungen und Beobachtungen.
Ausblick
Die Integration jenaer Technologie in eine NASA-Mission eröffnet für die lokale Branche Möglichkeiten, diese Expertise weiter auszubauen und für künftige Projekte sichtbar zu bleiben. Die Tatsache, dass Vertreterinnen und Vertreter von Jena-Optronik den Start vor Ort verfolgten, verdeutlicht die Bedeutung dieses Ereignisses für das Unternehmen und die Region.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Juni 2022 | Lieferung der drei Sternsensoren an NASA/Goddard |
| 30. August | Start des Nancy Grace Roman Space Telescope vom Kennedy Space Flight Center |
| Seit wenigen Wochen | Messbetrieb des Teleskops im All, mit Jenaer Sensorik |
Die Teilnahme eines Jenaer Unternehmens an dieser Hightech-Mission unterstreicht, wie eng regionale Industriekompetenz und internationale Forschung verzahnt sind. Für viele Menschen in der Region ist dies ein Grund zur Anerkennung der langjährigen technischen Expertise vor Ort.