Großprojekt mit direktem Bezug nach Erfurt
Die Deutsche Bahn plant für die Jahre 2028 bis 2030 eine umfassende Modernisierung der Strecke zwischen Sondershausen und Erfurt Nord. Nach Angaben der DB‑Tochter DB InfraGo sollen auf rund 54 Kilometern Gleise, Stellwerke und Ingenieurbauwerke erneuert werden. Der Bund und das Land Thüringen finanzieren das Vorhaben; die Gesamtkosten werden mit rund 417 Millionen Euro angegeben, wovon das Land Thüringen nach Mitteilung einen Beitrag von 10,3 Millionen Euro leistet.
Das Projekt gliedert sich in drei Bauabschnitte, die abschnittsweise abgearbeitet werden sollen. Beginn der Arbeiten ist im Juli 2028 auf dem Abschnitt Sondershausen–Greußen. Ziel ist die Gesamtinbetriebnahme der Strecke zwischen Sondershausen und Erfurt Nord im Jahr 2030.
Was in den Bauabschnitten geplant ist
Nach Angaben der Bahn umfasst die Modernisierung weit mehr als den Austausch von Gleisen. Geplant sind:
- Erneuerung von Gleisen und Stellwerken, darunter der Ersatz mechanischer und elektromechanischer Anlagen durch acht neue elektronische Stellwerke;
- Verlegung Dutzender Kilometer neuer Schienen, etwa 62.000 Schwellen und 34 Weichen;
- Arbeiten am Unterbau sowie die Modernisierung von Bahnübergängen und Ingenieurbauwerken wie Eisenbahnbrücken;
- Barrierefreie und moderne Anpassungen an mehreren Bahnhöfen entlang der Strecke.
"Wir erneuern nicht nur Gleise und Stellwerke, sondern verbessern ganz konkret das Reisen: mit modernen, weitgehend barrierefreien Bahnhöfen, zuverlässigerer Technik und besseren Voraussetzungen für einen stabilen Betrieb",
zitiert die Bahn die Konzernbevollmächtigte Cornelia Kadatz für Sachsen, Sachsen‑Anhalt und Thüringen.
Betroffene Bahnhöfe – auch in Erfurt
Besonders relevant für Erfurter Fahrgäste ist die Nennung konkreter Bahnhöfe, die modernisiert werden sollen. Unter anderem sind auf der Strecke folgende Stationen vorgesehen:
- Niederspier
- Wasserthaleben
- Greußen
- Gangloffsömmern
- Straußfurt
- Ringleben‑Gebesee
- Walschleben
- Kühnhausen
- Erfurt‑Gispersleben
- Erfurt Nord
Für Erfurt bedeutet das Projekt nicht nur bauliche Eingriffe im Norden der Stadt, sondern auch langfristige Verbesserungen für die Anbindung und den Regionalverkehr. Erwartet werden stabilere Betriebsabläufe und eine erhöhte Zuverlässigkeit der Verkehre, wenn die elektronischen Stellwerke mechanische Altanlagen ersetzen.
Zeithorizont und Kosten im Überblick
| Baubereich | Geplanter Zeitraum |
|---|---|
| Sondershausen – Greußen | Juli 2028 – Oktober 2029 |
| Greußen – Kühnhausen | ab Oktober 2029 (weiterer Abschnitt) |
| Kühnhausen – Erfurt Nord | ab Oktober 2029 (Fortführung), Gesamtinbetriebnahme 2030 |
| Gesamtkosten | ca. 417 Mio. Euro (davon Land Thüringen 10,3 Mio. Euro) |
Auswirkungen auf Reisende und Stadtverkehr
Konkrete Ausfallpläne oder Fahrplanänderungen für die betroffenen Jahre nannte die Bahn in der Mitteilung nicht; in Bauphasen dieser Größenordnung sind jedoch Einschränkungen, Ersatzverkehre und veränderte Fahrzeiten zu erwarten. Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz wird in der Mitteilung mit der Einschätzung zitiert, dass eine leistungsfähige Infrastruktur Voraussetzung für eine attraktive Bahn sei. Die angekündigten Maßnahmen zielen demnach darauf ab, die Pünktlichkeit zu verbessern und die Barrierefreiheit an den Stationen zu erhöhen.
Für Pendlerinnen und Pendler sowie Berufspendler aus dem Umland nach Erfurt bleibt wichtig, Fahrplaninformationen der Deutschen Bahn aufmerksam zu verfolgen sowie regionale Verkehrsanbieter auf mögliche Ersatzverkehre zu prüfen. Kommunale Planungen, etwa zur Umleitung des innerstädtischen Verkehrs bei Bauarbeiten im Bereich Erfurt‑Gispersleben oder Erfurt Nord, werden in den kommenden Monaten konkreter dargestellt werden müssen.
Die Modernisierung der Strecke ist Teil weiterer Investitionen in die Infrastruktur Thüringens und wird nach Darstellung der Bahn als Beitrag zu einem stabileren, moderneren Regionalverkehr angesehen. Für Erfurt bietet das Projekt Chancen auf bessere Verbindungen und barrierefreie Haltepunkte, bringt aber in der Einbauphase unvermeidliche Einschränkungen für Reisende und Anwohner mit sich.