Die Aufnahmebedingungen für Studienanfängerinnen und -anfänger in Ho‑Chi‑Minh‑Stadt verändern sich für das Studienjahr 2026 deutlich: Während bei einigen Studienrichtungen, namentlich im Bereich Jura und Tourismus, die erforderlichen Punktzahlen gegenüber dem Vorjahr gesunken sind, stiegen sie in mehreren Studiengängen der Gesundheitswissenschaften.
Verschiedene Zulassungswege und grosse Aufnahmezahlen
Die Juristische Universität Ho‑Chi‑Minh‑Stadt plant, für 2026 über 4'600 Studierende aufzunehmen. Die Hochschule setzt dabei auf eine Vielfalt von Zulassungsverfahren: Direktzulassung, die Berücksichtigung von Ergebnissen der Abschlussprüfung, Kombinationen aus akademischen Zeugnissen und internationalen Zertifikaten, die Berücksichtigung von Zeugnissen aus bestimmten Schulen nach Prioritätskriterien der Vietnam National University Ho Chi Minh City sowie die Auswertung der V‑SAT‑Aufnahmeprüfung.
Mit dieser Bandbreite an Verfahren zielen die Hochschulen offenbar darauf ab, unterschiedliche Begabungen und Bildungsgänge abzubilden und mehr Flexibilität bei der Studierendenauswahl zu ermöglichen.
Punktspanne und Beispiele
Nach der Umstellung der Zulassungsverfahren liegen die erforderlichen Punktzahlen an der Juristischen Universität in diesem Jahr zwischen 16 und 21,25 Punkten. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang um rund 0,5 bis 4,5 Punkte, je nach Studienrichtung und Fächerkombination.
| Studiengang | Erforderliche Punkte (2026) |
|---|---|
| Internationales Handelsrecht | 21,25 |
| Jura (je nach Fächerkombination) | 20 – 20,5 |
| Englisch | 19,5 |
| Internationales Management | 19,75 |
| Management und Recht | 20 |
| Finanzwesen und Bankwesen | 18,25 |
| Betriebswirtschaftslehre | 17 |
| Finanztechnologie (neuer Studiengang) | 16 |
| Digitale Wirtschaft (neuer Studiengang) | 16,5 |
Rückgang bei einigen Programmen, Aufstieg bei Gesundheitswissenschaften
Die grössten Rückgänge verzeichnen der Quelle zufolge Studienbereiche wie Recht und Tourismus. An der Universität für Industrie und Handel in Ho‑Chi‑Minh‑Stadt sanken die Zulassungsanforderungen für Jura und Tourismus ebenfalls; allein bei den Ergebnissen der Hochschulzugangsprüfung reduzierte sich die erforderliche Punktzahl für Jura um rund 2 bis 2,5 Punkte auf 21,25 Punkte.
Demgegenüber nahmen die Hürden in vielen Gesundheitswissenschaften zu. Konkrete Zahlen zu den Gesundheitsfächern nennt die Quelle nicht im Detail, der Trend zu höheren Anforderungen ist jedoch klar erkennbar.
Neue Studiengänge und Angebotserweiterung
Die Juristische Universität hat das Angebot erweitert: Zu den neuen Studiengängen zählen unter anderem Finanztechnologie und Digitale Wirtschaft. Für diese Programme gelten mit 16 beziehungsweise 16,5 Punkten vergleichsweise tiefe Zulassungsanforderungen, was auf eine Öffnung hin zu aktuellen, praxisorientierten Feldern hindeutet.
- Vielfältige Zulassungswege sollen unterschiedliche Profile berücksichtigen.
- Traditionelle Fächer wie Recht bleiben in vielen Fällen konkurrenzfähig.
- Neue, digital geprägte Studiengänge weisen tiefer angesetzte Einstiegshürden auf.
Einordnung und Bedeutung
Die Differenzierung der Zulassungsgrenzen widerspiegelt mehrere Entwicklungen: veränderte Bewerberzahlen, Anpassungen der Studienplatzkapazitäten und eine stärkere Ausdifferenzierung des Hochschulangebots. Die Einführung oder Stärkung neuer Studienfächer wie Finanztechnologie und Digitale Wirtschaft folgt dem globalen Trend, Studiengänge auf digitale und wirtschaftliche Innovationen auszurichten.
Für Studieninteressierte bedeutet dies, dass die Zeitpunkt‑ und Wegeplanung für eine Bewerbung an Bedeutung gewinnt. Je nach gewähltem Studiengang kann die bevorzugte Zulassungsroute — Direktzulassung, Abschlussprüfungen, Kombination mit internationalen Zertifikaten oder V‑SAT‑Ergebnis — unterschiedlich vorteilhaft sein.
Die aktualisierten Punktgrenzen zeigen zudem, dass Hochschulen versuchen, ihr Profil zu schärfen: Bestimmte klassische Studienrichtungen behalten hohe Anforderungen, während bei neuen, wachstumsorientierten Studiengängen niedrigere Einstiegsschwellen bestehen.
Ob und wie sich diese Trends in den kommenden Jahren fortsetzen, hängt von mehreren Faktoren ab: der Nachfrage der Studierenden, der wirtschaftlichen Entwicklung und Entscheidungen der Hochschulen zur Kapazitätsplanung. Aus schweizerischer Perspektive bieten solche internationalen Entwicklungen Hinweise darauf, wie Hochschulsysteme weltweit auf veränderte Arbeitsmarktbedürfnisse reagieren.