Das vietnamesische Innenministerium hat einen Plan vorgelegt, der den Tag der vietnamesischen Kultur am 24. November 2026 zu einem viertägigen Feiertag machen würde. Grundlage sind zwei zur Konsultation stehende Optionen: Entweder werden Arbeitstage getauscht, um eine vier Tage dauernde Ruhezeit zu schaffen (Option 1), oder der Feiertag verbleibt am 24. November ohne Änderung des Arbeitsplans (Option 2). Das Innenministerium präferiert Option 1.
Breite Unterstützung aus Verwaltung und Kultur
Nach Angaben der Behörde sprachen sich die meisten Ministerien und Abteilungen für einen Tausch der Arbeitstage aus, damit Beschäftigte vier aufeinanderfolgende freie Tage erhalten. Auch das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus stimmte der vom Innenministerium vorgeschlagenen viertägigen Pause zu. Der Vietnamesische Allgemeine Gewerkschaftsbund (VGCL) fasste seine Stellungnahme einstimmig: Er befürwortet die Variante, wonach der Dienstag, der 24. November, frei bleibt und der Montag, der 23. November, mit dem wöchentlichen Ruhetag am Samstag, dem 28. November, getauscht wird.
Der Vorschlag zielt darauf ab, den Feiertag vom 21. bis 24. November 2026 als durchgehende Auszeit zu gestalten. Schon seit April hatte der Gewerkschaftsbund diese Lösung als erste Organisation den zuständigen Behörden empfohlen.
Kulturelle und wirtschaftliche Begründungen
Der VGCL betont mehrere Motive für den Vorschlag. Nach Darstellung des Gewerkschaftsbunds würde ein viertägiger Feiertag Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes bessere Bedingungen bieten, um an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen und spirituelle Werte zu pflegen. Zudem erwarte man eine «freudige, enthusiastische und zutiefst beeindruckende Atmosphäre», weil die Bevölkerung erstmals den Tag der vietnamesischen Kultur in dieser Form feiern könne, so der Vizepräsident des Gewerkschaftsbunds, Ngo Duy Hieu.
Darüber hinaus wird dem längeren Urlaub eine wirtschaftliche Komponente zugeschrieben: Man erhofft sich einen Anschub für Konsum, Dienstleistungen und den Tourismus, was wiederum zur Erreichung der nationalen Wirtschaftswachstumsziele beitragen könne. In diesem Zusammenhang weist das Innenministerium darauf hin, dass zentrale historische Stätten wie das nationale Denkmalgebiet Van Mieu - Quoc Tu Giam Besucher willkommen heissen.
- Option 1: Arbeitstage tauschen, viertägiger Feiertag (empfohlen vom Innenministerium).
- Option 2: Feiertag am 24. November wie geplant, ohne Tauschen der Arbeitstage.
- Konkrete Umsetzung (VGCL): Dienstag, 24. November, frei; Montag, 23. November, wird mit Samstag, 28. November, getauscht.
| Aspekt | Folgen bei Option 1 |
|---|---|
| Freie Tage | Vier Tage (21. bis 24. November geplant) |
| Teilnehmerkreis | Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes |
| Erwartete Effekte | Mehr kulturelle Teilnahme, stärkere Nachfrage im Konsum- und Dienstleistungssektor |
Offener Entscheidungsprozess
Die Vorlage befindet sich im Konsultationsprozess mit den verschiedenen Ministerien und Behörden. Ob die vorgeschlagene Verschiebung der Arbeitstage tatsächlich umgesetzt wird, hängt von der abschliessenden Entscheidung der zuständigen Stellen ab. Bis dahin bleibt die Debatte ein Beispiel dafür, wie kulturelle Anlässe in Vietnam zunehmend auch arbeits- und wirtschaftspolitisch gedacht werden: nicht nur als symbolische Erinnerung, sondern als Instrument zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens und der Binnenwirtschaft.
Für Kulturinstitutionen und Tourismusdestinationen bietet die mögliche vier Tage dauernde Auszeit Planungsmöglichkeiten: Museen und historische Stätten könnten mit speziellen Programmen auf höhere Besucherzahlen reagieren, während Dienstleistende und Anbieter im Tourismussektor auf eine erhöhte Nachfrage hoffen dürften.
Die endgültige Entscheidung wird Aufschluss geben, in welchem Maße Kulturpolitik, Arbeitszeitregelungen und Wirtschaftsförderung in Vietnam künftig miteinander verknüpft werden.