Der von der UBS veröffentlichte Wohnattraktivitätsindikator (WAI) 2026 zeigt in der Ostschweiz für einzelne Gemeinden und Bezirke starke Platzierungen — darunter mehrere aus dem Appenzellerland. Die Analyse, die am Donnerstag, 27. August, publiziert wurde, unterteilt die Schweiz in zehn Regionen. Für die Ostschweiz verwendet die Studie die Bezeichnung Bodenseeregion.
Teufen und Appenzell in Spitzengruppen
Die UBS hat Gemeinden aus verschiedenen Einkommensklassen verglichen. Dabei ergeben sich unterschiedliche Ranglisten je nach Haushaltstyp. Für Haushalte mit mittlerem Einkommen erreicht der Bezirk Appenzell im WAI-Index den Rang 7, die Gemeinde Teufen liegt in derselben Kategorie auf Rang 3. In der Kategorie für hohe Einkommen rückt Teufen gar an die Spitze der Bodenseeregion; Appenzell belegt hier Rang 3.
Regionale Unterschiede nach Einkommensklassen
Die Studie betont, dass mittelgrosse Städte und Gemeinden für Familien insgesamt attraktiver erscheinen als Grosszentren. Entscheidend sind laut UBS vor allem die vergleichsweise tieferen Lebenshaltungskosten, die in vielen mittelgrossen Gemeinden ins Gewicht fallen. Standortqualitäten grosser Städte wie Zürich oder Genf spielen demnach eine geringere Rolle für die Wohnpräferenz von Familien.
| Kategorie | Appenzell | Teufen | Weitere |
|---|---|---|---|
| Tiefe Einkommen | — | — | Herisau: Rang 10 |
| Mittlere Einkommen | Rang 7 | Rang 3 | — |
| Hohe Einkommen | Rang 3 | Rang 1 | — |
Folgen für Gemeinden und lokale Politik
Die Positionierungen in einem solchen Indikator können für die kommunale Entwicklung bedeutsam sein. Auffällige Spitzenplätze in Rankings erhöhen die Sichtbarkeit bei potenziellen Zuzügern und Investoren. Gleichzeitig stellen sich für Gemeinden Fragen der Raumplanung, der Infrastruktur und der Wohnungsversorgung, wenn mehr Nachfrage entsteht.
- Die UBS-Studie teilt die Schweiz in zehn Regionen ein; für die Ostschweiz ist die Bezeichnung Bodenseeregion gewählt.
- Gemeinden aus Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden finden sich mehrfach in den Top Ten der Bodenseeregion.
- Unterschiedliche Rankings je nach Einkommensklasse zeigen, dass Wohnattraktivität nicht einheitlich zu bewerten ist.
«Mittelgrosse Städte sind für Familien laut Studie attraktiver als Grosszentren, vor allem wegen tieferer Lebenshaltungskosten», heisst es in der Veröffentlichung der UBS.
Aus dem Appenzeller Blickwinkel ist besonders die mehrfache Präsenz von Gemeinden aus beiden Appenzell-Teilen in den oberen Rängen hervorzuheben. Während Teufen bei höheren Einkommen als attraktivste Gemeinde der Bodenseeregion gilt, zeigt Appenzell starke Platzierungen in den Kategorien für mittlere und hohe Einkommen. Für Haushalte mit tieferen Einkommen erscheint nur Herisau aus dem Appenzellerland in den Top Ten (Rang 10).
Die Studie liefert damit eine differenzierte Perspektive auf die Wohnpräferenzen innerhalb der Region. Für die lokalen Behörden dürften die Ergebnisse Hinweise liefern, wo kommunale Strategieanpassungen sinnvoll sind — etwa bei Miet- und Baupolitik, Verkehrsanbindung oder Angeboten für Familien. Konkrete Massnahmen oder Reaktionen seitens Gemeinderäten liegen der UBS-Publikation nicht bei und sind separat zu prüfen.
Die UBS-Analyse bildet nur einen von mehreren Indikatoren zur Beurteilung der Wohnqualität. Sie kombiniert Faktoren wie Kosten, Infrastruktur und Attraktivität, gewichtet diese aber je nach betrachteter Einkommensklasse unterschiedlich. Damit bietet der WAI 2026 eine Grundlage für lokale Entscheide, ohne alleiniger Massstab zu sein.