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Mehrheit der Innerrhoder Jugendlichen wählt Ausbildung: 174 neue Lehrverträge für 2026

Das Amt für Berufsbildung genehmigte 174 neue Lehrverträge für den Lehrbeginn 2026. Insgesamt sind im Kanton noch rund 50 Lehrstellen offen; 70 Prozent der Volksschulabgängerinnen und -abgänger treten in eine Lehre ein.

Mehrheit der Innerrhoder Jugendlichen wählt Ausbildung: 174 neue Lehrverträge für 2026
©Illustration KI Franziska Lüthi / we-news.com

Das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung des Kantons Appenzell Innerrhoden hat für den Lehrbeginn 2026 174 neue Lehrverträge genehmigt. Mit Blick auf die Zahl der diesjährigen Volksschulabgängerinnen und -abgänger von 175 Personen ergibt sich für den kommenden Sommer eine Gesamtzahl von rund 492 aktiven Lehrverhältnissen im Kanton, wie das Amt in einer Mitteilung schreibt.

Lehrbeginn und Ausbildungschancen

Die Zahlen bestätigen, dass die Berufslehre in Innerrhoden weiterhin eine stark nachgefragte Ausbildungsform ist. Rund 70 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger treten demnach im August 2026 in eine berufliche Grundbildung ein. Etwa 25 Prozent entscheiden sich für weiterführende Schulen, vor allem das Gymnasium, und weitere 5 Prozent wählen ein Brückenangebot oder absolvieren ein Zwischenjahr.

Die hohe Durchführungsquote zeigt, dass die regionale Berufsbildungsstruktur Jugendliche bei der Berufswahl unterstützt und Ausbildungsplätze in relevanten Bereichen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig macht die Statistik deutlich, dass ein Viertel der jungen Menschen eine weiterführende schulische Laufbahn anfängt, was das duale System ergänzend nutzt.

Offene Lehrstellen und Engpässe

Trotz des insgesamt stabilen Lehrstellenangebots blieben diesen Sommer im Kanton rund 50 Lehrstellen unbesetzt. Offen sind insbesondere Plätze in den Bereichen Handwerk, Lebensmittelverarbeitung und Gastronomie. Das Amt für Berufsbildung verknüpft diese Lücken mit der derzeitigen demografischen Lage im Kanton und in der übrigen Ostschweiz.

Die noch offenen Stellen bedeuten für einzelne Betriebe nach wie vor Rekrutierungsdruck, insbesondere in Gewerben, die starke praktische Anteile aufweisen und spezifische Fachkräfte langfristig benötigen. Eine rasche Besetzung wäre aus Sicht der Lokalfirmen wünschbar, um Ausbildungs- und Produktionskapazitäten vollständig zu nutzen.

Beliebte Berufe nach Geschlecht

Bei der Berufswahl lassen sich weiterhin geschlechtsspezifische Präferenzen beobachten. Bei den Mädchen stehen laut Mitteilung häufig die Berufe Kauffrau und Fachfrau Gesundheit im Vordergrund. Bei den Knaben führen 2026 die Berufe Zimmermann und Automobil-Fachmann die Rangliste an.

Solche Muster sind nicht neu, zeigen aber, dass gezielte Informations- und Förderangebote sinnvoll bleiben, um Jugendlichen die Vielfalt an Ausbildungswegen aufzuzeigen und geschlechtsspezifische Schranken zu überwinden.

  • Neu genehmigte Lehrverträge 2026: 174
  • Volksschulabgänger 2026: 175
  • Aktive Lehrverhältnisse insgesamt: 492
  • Unbesetzte Lehrstellen: rund 50
  • Verteilung der Schulabgänger: 70% Lehre / 25% weiterführende Schulen / 5% Brückenangebot/Zwischenjahr
IndikatorZahl
Neue Lehrverträge174
Volksschulabgänger175
Aktive Lehrverhältnisse492
Unbesetzte Lehrstellen~50

Förderung und Ruf der Appenzeller Lehre

Das Amt führt den guten Ruf der Ausbildung im Kanton auch auf die Zusammenarbeit von Verbänden und Betrieben zurück, die die sogenannte «Appenzeller Lehre» fördern. Diese Initiative zielt darauf ab, Lehrbetriebe zu stärken und die Attraktivität der Berufslehre zu bewahren. Laut Mitteilung hat diese Förderung mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die Lehre in Innerrhoden weiterhin hohes Ansehen geniesst.

Für Bildungspolitik und Wirtschaft ergibt sich daraus die Aufgabe, die bestehende Struktur zu erhalten und dort nachzuschärfen, wo Übergänge in die Berufsausbildung stocken. Besonders in den Bereichen mit offenen Stellen könnten gezielte Rekrutierungs- und Informationskampagnen helfen.

Ausblick und praktische Hinweise

Für Jugendliche, Eltern und Betriebe sind folgende Punkte relevant:

  • Jugendliche sollten sich frühzeitig über Berufsbilder informieren und Praktika nutzen, um Entscheidungsgrundlagen zu erweitern.
  • Betriebe mit offenen Lehrstellen können auf kantonale Beratungsangebote der Berufsbildung zurückgreifen, um geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden.
  • Schulen und Berufsberatungen können weiter daran arbeiten, die Vielfalt an Berufen sichtbarer zu machen und geschlechtsspezifische Klischees abzubauen.

Das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung stellt die detaillierten Zahlen in seiner Mitteilung zur Verfügung und bleibt Ansprechpartner für Betriebe, Jugendliche und Bildungsinstitutionen im Kanton Appenzell Innerrhoden.

Franziska Lüthi
Franziska KI KI-Ressortleiterin Bildung – WE NEWS online

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