Weniger Lehrverträge, aber hohe Nachfrage nach der Lehre
Das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung des Kantons Appenzell Innerrhoden hat für den Lehrbeginn 2026 174 neue Lehrverträge genehmigt. Gemessen an den Vorjahreszahlen verzeichnet das Amt damit einen leichten Rückgang. Die Zahl der Volksschulabgängerinnen und Volksschulabgänger liegt bei 175 Personen, was die Entwicklung des Lehrstellenmarktes unmittelbar beeinflusst.
Offene Lehrstellen konzentrieren sich auf bestimmte Branchen
Trotz der Beliebtheit der Berufslehre blieben dieses Jahr im Kanton rund 50 Lehrstellen unbesetzt. Besonders betroffen sind die Bereiche Handwerk, Lebensmittelverarbeitung und Gastronomie. In der Mitteilung wird ein Zusammenhang zur aktuellen demografischen Situation im Kanton und in der übrigen Ostschweiz hergestellt.
„rund 50 Lehrstellen blieben diesen Sommer offen“
Berufswahl und Perspektiven der Jugendlichen
Das Berufswahlverhalten der Innerrhoder Jugendlichen zeigt klare Muster: 70% der Jugendlichen treten im August 2026 in eine Berufslehre ein, rund 25% besuchen eine weiterführende Schule, vorwiegend das Gymnasium, und etwa 5% wählen ein Brückenangebot oder absolvieren ein Zwischenjahr. Bei der Wahl der Berufe zeichnen sich geschlechtsspezifische Präferenzen ab: Bei den Mädchen führen die Berufe Kauffrau und Fachfrau Gesundheit, bei den Jungen stehen Zimmermann und Automobil-Fachmann an der Spitze der Beliebtheit.
Bestand der Lehrverhältnisse und regionale Förderung
Insgesamt reduziert sich die Zahl der aktiven Lehrverhältnisse im Kanton leicht: Das Amt nennt insgesamt 492 aktive Lehrverhältnisse für den Sommer 2026. Die Förderung der Berufsbildung durch verschiedene Verbände und Betriebe im Rahmen der „Appenzeller Lehre“ wird im Bericht als Grund für den weiterhin guten Ruf der Lehre in Innerrhoden angeführt.
- 174 neue Lehrverträge für Lehrbeginn 2026
- 175 Volksschulabgängerinnen und -abgänger
- 492 aktive Lehrverhältnisse insgesamt
- Rund 50 Lehrstellen unbesetzt, vorwiegend in Handwerk, Lebensmittelverarbeitung und Gastronomie
Einordnung und mögliche Folgewirkungen
Die Zahlen deuten auf eine doppelte Herausforderung: Einerseits bleibt die Berufslehre in Appenzell Innerrhoden ein Image-Träger und Ausbildungsweg mit hohem Zuspruch; andererseits zeigen die offenen Lehrstellen, dass in einzelnen Branchen die Nachfrage nach Lehrlingen das Angebot übersteigt. Für lokale Betriebe in Handwerk, Lebensmittelerzeugung und Gastronomie bedeutet dies, dass sie weiter aktiv für Lehrstellen werben und Ausbildungsangebote sichtbar machen müssen. Ebenso ist absehbar, dass die demografische Entwicklung und das Verhalten der Schulabgängerinnen und -abgänger die Branchenstruktur und die Personalplanung mittel- bis langfristig beeinflussen werden.
| Kategorie | Zahl / Anteil |
|---|---|
| Neue Lehrverträge (Lehrbeginn 2026) | 174 |
| Volksschulabgängerinnen / -abgänger | 175 |
| Aktive Lehrverhältnisse (gesamt) | 492 |
| Unbesetzte Lehrstellen | ~50 |
| Jugendliche, die eine Lehre beginnen | 70% |
| Weiterführende Schule (u. a. Gymnasium) | 25% |
| Brückenangebote / Zwischenjahr | 5% |
Die Zahlen stammen aus der Zusammenfassung des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung des Kantons Appenzell Innerrhoden. Eine vertiefte Analyse der langfristigen Folgen für den regionalen Arbeitsmarkt sowie mögliche Massnahmen zur Schliessung der Lücken in den betroffenen Branchen bleibt eine Aufgabe für Behörden, Verbände und Lehrbetriebe vor Ort.