Ein neues Porträt des Tessins zieht in diesen Tagen seine Kreise durch die deutschsprachigen Kinos: «Becaària», der neue Spielfilm des Tessiner Regisseurs Erik Bernasconi, bringt Ende August einen sommerlichen, lokal tief verwurzelten Blick auf das Leben in einem Tessiner Dorf der 1970er-Jahre auf die Leinwand. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Giorgio Genetelli und wurde überwiegend im Tessin gedreht, insbesondere in der Region Ascona-Locarno und im oberen Maggiatal, wo Fusio als zentraler Drehort diente.
Eine Geschichte des Erwachsenwerdens im Tessin
Im Mittelpunkt von «Becaària» steht der 16-jährige Mario Zanetti, gespielt von Francesco Tozzi. Die Handlung setzt 1977 ein: Mario erlebt erste Lieben, schulische Schwierigkeiten und Konflikte mit seinem Vater. Für den Sommer wird er in die Berge geschickt, um auf einem Bauernhof zu arbeiten. Dort trifft er Menschen und Situationen, die seine Sicht auf sich und das Leben verändern. Weitere Rollen übernehmen unter anderem Sinéad Thornhill, Giacomo Sonzogni, Alyssa Soer und Alessio Boni.
Drehorte und Entstehung
Gedreht wurde vorwiegend im Tessin, mit einem Schwerpunkt auf der Region Ascona-Locarno. Ein besonders präsenter Schauplatz im Film ist das obere Maggiatal: Szenen entstanden auf dem Dorfplatz von Fusio vor der Kirche Santa Maria Assunta. Die natürliche Landschaft des Maggiatals prägt die Atmosphäre des Films und fungiert nicht bloss als Kulisse, sondern als erzählerisches Element.
Ursprünglich sollten die Dreharbeiten Anfang Juli 2024 beginnen. Nach schweren Unwettern im oberen Maggiatal verschob das Produktionsteam den Start; die Aufnahmen wurden dann ab Mitte Juli in Fusio und weiteren Orten der Region fortgesetzt. Diese Verzögerung spiegelt die Wetterabhängigkeit lokaler Dreharbeiten und die Auswirkungen extremer Ereignisse auf Kulturproduktionen.
Auszeichnungen und Interesse vor Ort
«Becaària» erhielt bereits Anerkennung: Bei den Solothurner Filmtagen wurde der Film mit dem Publikumspreis PRIX DU PUBLIC 2026 ausgezeichnet. Ebenfalls frühe Resonanz zeigte sich in der Tessiner Vorpremiere am 25. Juni in Prato-Sornico, organisiert von der Ticino Film Commission; rund 250 Personen nahmen daran teil. Das Publikum in der Region demonstrierte damit deutliches Interesse an einem Werk, das Aspekte lokaler Geschichte und Landschaft in den Vordergrund stellt.
Vorpremieren in der Deutschschweiz
Vor dem regulären Kinostart am 20. August wird «Becaària» an mehreren Orten der Deutschschweiz als Vorpremiere gezeigt. Die Termine und Orte:
- 16. August – Riffraff 1, Zürich
- 17. August – Bourbaki 2, Luzern
- 18. August – Quinnie Cinemas, Bern
- 19. August – Schloss Cinema, Wädenswil
| Datum | Ort | Bemerkung |
|---|---|---|
| 25. Juni | Prato-Sornico | Tessiner Vorpremiere, ca. 250 Teilnehmende |
| 16.–19. August | Zürich, Luzern, Bern, Wädenswil | Vorpremieren in der Deutschschweiz |
| 20. August | Kinos der Deutschschweiz | Regulärer Kinostart |
Was der Film für das Tessin bedeutet
«Becaària» ist mehr als eine lokale Produktion: Er stellt das Tessin nicht nur als Schauplatz dar, sondern rückt Landschaft und Erinnerung in den Mittelpunkt. Die Wahl von Fusio und dem oberen Maggiatal als Drehorte unterstreicht das Interesse, ländliche Tessiner Lebenswelten filmisch festzuhalten. Solche Produktionen stärken die regionale Filmwirtschaft, fördern lokale Dienstleister und schaffen Sichtbarkeit für weniger bekannte Orte.
Praktische Hinweise für Interessierte
Wer den Film vor dem regulären Start sehen möchte, kann eines der Vorstellungsorte in der Deutschschweiz aufsuchen. Die Tessiner Vorpremiere hat gezeigt, dass Nachfrage vorhanden ist; wer an einer Vorführung teilnehmen will, sollte deshalb frühzeitig Billetts besorgen. Weitere Informationen zum Kinostart und Verfügbarkeit in einzelnen Kinos werden voraussichtlich kurzfristig über die üblichen Kinokanäle bekanntgegeben.
Für das Tessin bestätigt «Becaària» eine kulturelle Dynamik: Regional verwurzelte Geschichten finden wieder vermehrt ihren Weg auf nationale Leinwände. Der Film verbindet literarische Vorlage, lokale Schauplätze und ein Thema, das generationsübergreifend Resonanz finden kann – das Erwachsenwerden vor dem Hintergrund einer spezifischen Tessiner Landschaft.