Der Kanton Tessin trauert um ein prägnantes Dorforiginal: Giuseppe Fleury ist nach einem Badeunfall im Lago Maggiore gestorben. Der 72-Jährige galt in Sant'Abbondio als engagierte Persönlichkeit, die das Dorfleben mitgeprägt hat. Die Kantonspolizei fand seinen leblosen Körper am Dienstagvormittag rund 20 Meter vom Ufer entfernt in etwa zehn Metern Tiefe.
Vermisstmeldung am Montagnachmittag, Leiche am Dienstag gefunden
Laut Mitteilungen der Kantonspolizei ging kurz vor 15 Uhr am Montagnachmittag die Meldung über einen vermissten 72-Jährigen ein. Die Such- und Bergungsarbeiten dauerten bis in die Nacht an; in den Morgenstunden des folgenden Tages wurden weitere Suchmaßnahmen fortgeführt. Am Dienstag gegen 11.30 Uhr stiessen Rettungskräfte auf den leblosen Körper des Mannes, etwa 20 Meter vom Ufer entfernt und in rund zehn Metern Tiefe.
Lebensweg und Engagement in Sant'Abbondio
Fleury wuchs im Kanton Schaffhausen auf; Ferienaufenthalte führten ihn ins Tessin, das er schliesslich zu seiner Heimat machte. Nach Stationen in Gordola und Aurigeno liess er sich 1987 in Sant'Abbondio am Lago Maggiore nieder. Als Maurer und Baumeister renovierte er viele historische Rustici in der Region. Wegen dieses Engagements nannten Einheimische ihn liebevoll den «Herrn der Rustici».
Als der frühere Dorfladen schloss, wollte Fleury das Dorf nicht ohne Treffpunkt lassen. Er kaufte einen alten Kellerraum, baute ihn um und eröffnete 2023 den neuen Dorfladen «Al Boteghin», der seither als sozialer Treffpunkt und Versorgungsstelle dient. Dieses Engagement machte ihn weit über Sant'Abbondio hinaus bekannt und geschätzt.
Persönliche Eigenheiten einer bekannten Figur
Fleury fiel nicht nur durch seine baulichen Arbeiten auf, sondern auch durch sein äusseres Erscheinungsbild: Seine fast einen Meter langen Haare trug er seit Jahrzehnten. Zur Erinnerung an diese Eigenheit zitieren Medien eine Aussage gegenüber der Coopzeitung:
«sie seien inzwischen wohl fast einen Meter lang.» — gegenüber der Coopzeitung
Reaktionen in der Gemeinde
In Sant'Abbondio und der Umgebung reagierten Bewohnerinnen und Bewohner mit Bestürzung auf die Nachricht. Fleury war für viele ein Symbol des lokalen Zusammenhalts: Er engagierte sich praktisch und sichtbar für den Erhalt von Bauten und für das soziale Gefüge des Dorfes.
Untersuchungen zu den Todesumständen
Die Kantonspolizei bestätigt die laufenden Ermittlungen zu den genauen Umständen des Unfalls. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Fleury in der Nähe seines Bootes beim schlechten Wetter überrascht worden sein könnte. Die Behörden prüfen nun die Abläufe und Ermittlungsergebnisse, ehe sie weitere Details veröffentlichen.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Montagnachmittag, kurz vor 15 Uhr | Vermisstmeldung über 72-jährigen Mann eingegangen |
| Dienstag, ca. 11.30 Uhr | Leiche rund 20 m vom Ufer in ~10 m Tiefe gefunden |
| 2023 | Eröffnung des Dorfladens «Al Boteghin» |
| 1987 | Fleury lässt sich in Sant'Abbondio nieder |
Was die Lage für Anwohnende bedeutet
Der tragische Vorfall erinnert daran, wie schnell sich an Seen die Bedingungen ändern können. Für Badegäste und Bootsfahrende im Gambarogno-Raum empfiehlt es sich, folgende Vorsichtsmassnahmen zu beachten:
- Wetterbericht vor dem Seeaufenthalt prüfen und plötzliche Wetterverschlechterungen ernst nehmen.
- Auf Kameradschaft achten: Nicht allein baden gehen, Sichtkontakt halten.
- Sicherheitsausrüstung im Boot mitführen und kenntlich platzieren.
- Bei Notfällen umgehend die Notrufnummern informieren und genaue Ortsangaben machen.
Die Gemeinde und Angehörige werden in den kommenden Tagen über Gedenkanlässe informieren. Die Kantonspolizei wird weitere Erkenntnisse zu den Umständen des Unfalls veröffentlichen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind.
Die Nachricht vom Tod von Giuseppe Fleury hinterlässt in Sant'Abbondio eine spürbare Lücke: Sein Einsatz für den Dorfladen und seine Bautätigkeit hatten dem kleinen Ort neue Impulse gegeben. Seine Mitmenschen erinnern sich an ihn als Hände, Kopf und Herz vieler Projekte, die das Dorf in den letzten Jahren prägten.