Auf dem Campingplatz Riarena in Cugnasco TI müssen mehr als 110 Dauercamper ihre Parzellen bis zum Ende der Saison am 18. Oktober räumen. Der bisherige Pächter, Stefan Berner, kündigte die Nichtverlängerung seines Pachtvertrags an. Die neue Betreiberin will das Gelände vollständig räumen lassen, um anschliessend umfangreiche Renovationen durchzuführen.
Umfang der bevorstehenden Veränderungen
Laut den bisherigen Angaben plant die neue Betreiberin, das Areal von rund 32'000 Quadratmetern leer zu übergeben. Vorgesehen sind Sanierungen des Restaurants und der Rezeption sowie der Bau neuer Unterkünfte. Berner betont, dass diese Massnahmen eine Leerübergabe des Platzes notwendig machten.
Betroffene und ihre Lage
Die Ankündigung trifft Dauercamper unterschiedlich hart. Viele von ihnen verbringen seit Jahren, teils Jahrzehnten, ihre Ferien auf dem Platz. Berner zieht den Vergleich zu langjährigen Beziehungen zwischen Gästen und Platz:
«Einer von ihnen ist über 90 Jahre alt und kommt seit mehr als 60 Jahren hierher»
Er verweist darauf, dass bei manchen Wohnwagen seit Jahren keine Fahrt mehr erfolgt und einige Fahrzeuge gar nicht mehr fahrbar seien. Für Betroffene ohne Zwischenlösung drohten hohe Transport- oder Entsorgungskosten.
Finanzielle und materielle Folgen
Der Pächter macht zudem auf persönliche Verluste aufmerksam: Er bleibt auf einem Inventarwert von 350'000 Franken sitzen. Ausserdem geht aus Berner Äusserungen hervor, dass die künftigen Saisonmieten laut seiner Einschätzung deutlich steigen sollen — er nennt eine Zunahme um 47 Prozent (Berichtslage).
Praktische Fragen für Betroffene
Für die Dauercamper stellen sich mehrere praktische Probleme:
- Organisation eines Abstellplatzes oder Transportes für nicht fahrbare Wohnwagen
- Kosten für Abtransport oder Verschrottung bei nicht mehr fahrbaren Fahrzeugen
- Suche nach einer alternativen Bleibe in der kurzen Frist bis Mitte Oktober
Reaktionen und Ausblick
Derzeit liegen keine Meldungen über konkrete Unterstützungsangebote durch die neue Betreiberin oder lokale Behörden vor. Berner äussert Unverständnis und Frust über die Situation und bemängelt, dass sich «niemand» für die Betroffenen interessiere (Berichtslage). Ob und in welchem Umfang die Gemeinde, Kanton oder Verbände den betroffenen Dauercampern Hilfestellung anbieten, bleibt offen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Standort | Cugnasco TI (Camping Riarena) |
| Betroffene Dauercamper | Mehr als 110 |
| Frist zur Räumung | 18. Oktober |
| Arealausdehnung | 32'000 m² |
| Pächter-Verluste | 350'000 Fr. Inventarwert |
| Erwartete Mietsteigerung (gemäss Pächter) | +47% |
Konsequenzen für die Tessiner Campinglandschaft
Der Fall Riarena wirft ein Licht auf die Verletzlichkeit langfristiger saisonaler Nutzungen in touristisch geprägten Regionen. Für ältere Dauergäste stellt die Kurzfristigkeit der Entscheidung ein soziales Problem dar. Betreiber, Pächterschaft und Gäste sind oft auf informelle Beziehungen und langjährige Abmachungen angewiesen. Wenn diese Beziehungen abrupt enden, zeigen sich Lücken in der Versorgung und Infrastruktur — etwa bei Abstellplätzen für nicht fahrbare Wohnwagen oder bei finanzieller Unterstützung für notwendige Umzüge.
Wie die Situation weitergeht, hängt von mehreren Faktoren ab: mögliche Vermittlungen zwischen Pächter, neuer Betreiberin und Behörden, das Angebot alternativer Stellplätze in der Region und eventuelle Hilfsinitiativen. Die Betroffenen haben bis zum 18. Oktober Zeit, eine Lösung zu finden.
Die Redaktion will die Entwicklung weiter verfolgen und informiert über konkrete Hilfsangebote oder offizielle Stellungnahmen der Betreiberin und der Gemeinde, sobald diese vorliegen.