Kultur

Sven Regener belebt Frank Lehmann: Neues Kapitel spielt im Kreuzberg der Mauerzeit

Sven Regener kehrt zu seiner bekanntesten Figur zurück: Im Roman «Frankie und Freddie» erzählt der 65‑jährige Autor von den Lehmann‑Brüdern im West‑Berlin der frühen 1980er‑Jahre — ein Porträt von Freundschaft, Stadt und Zeit.

Sven Regener belebt Frank Lehmann: Neues Kapitel spielt im Kreuzberg der Mauerzeit
©Illustration KI Andrea Steiner / we-news.com

Sven Regener hat sich erneut seiner berühmten Figur gewidmet: Mit dem Roman «Frankie und Freddie» knüpft der 65‑jährige Autor an das literarische Universum um Frank Lehmann an, das vor einem Vierteljahrhundert mit dem Kultroman «Herr Lehmann» begann. Regener, der auch als Sänger und Trompeter der Band Element of Crime bekannt ist, verlagert die Erzählung in das West‑Berlin der Zeit, als die Mauer noch stand.

Ein alter Bekannter, neue Perspektiven

Im Mittelpunkt steht wieder der junge Frank Lehmann. Der Roman setzt einige Wochen seines Lebens in einem raueren Kreuzberg‑Quartier, dem Postzustellbezirk SO36, an. Die Gegend ist geprägt von Hausbesetzern, Punks und Künstlern; der Görlitzer Park und die Wiener Strasse liegen in der unmittelbaren Nähe. Frank wohnt in einer WG und jobbt im «Café Einfall», einer Lokalität, die in Regeners Werk mehrfach auftaucht.

Neu hinzu kommt die stärkere Thematisierung des Verhältnisses zwischen den Lehmann‑Brüdern: der ältere Manfred, genannt Freddie, der von Bremen nach Berlin zog und dort Kunst studierte, und der fünf Jahre jüngere Frank, der später nachkommt. Regeners bisherige Romane «Neue Vahr Süd» und «Der kleine Bruder» haben bereits Teile dieser Familiengeschichte erzählt; «Frankie und Freddie» knüpft daran an und erweitert den Blick auf Brüderlichkeit und Herkunft.

Zeitkolorit und Alltagsbilder

Die Handlung des neuen Romans spielt am Tag vor Heiligabend 1980. John Lennons Ermordung liegt zwei Wochen zurück; die Stadt ist «superarschkalt» und von wiederkehrendem Schneefall geprägt. Am Kurfürstendamm glitzert die Weihnachtsbeleuchtung. Solche detailreichen Stimmungsbilder sind ein Markenzeichen von Regeners Erzählweise: Sie verbinden Popkulturelles mit existenziellen Fragen zu Freundschaft, Liebe und Selbstverwirklichung.

Zu den vertrauten Figuren zählt auch Karl Schmidt, eine Figur, die Leserinnen und Leser aus «Herr Lehmann» kennen und die auch im neuen Roman zu den sympathischsten Bewohnern der WG gehört. So entsteht ein Panorama urbanen Zusammenlebens kurz vor dem gesellschaftlichen Umbruch, den das Ende der Mauer später mit sich bringen wird — ein Umbruch, dessen Möglichkeit in jener Zeit für die wenigsten vorstellbar war.

  • Autor: Sven Regener, 65 Jahre, lebt in Berlin.
  • Titel: «Frankie und Freddie» — Fortsetzung und Erweiterung des Lehmann‑Kosmos.
  • Schauplatz: Kreuzberg, Postzustellbezirk SO36, um 1980; wichtige Orte: Wiener Strasse, Görlitzer Park, «Café Einfall».

Bedeutung für Leser und Stadtgeschichte

Regener gelingt es erneut, eine Zeit lebendig zu machen, in der urbane Gegenkulturen und Alltagsleben dicht nebeneinander existierten. Der Roman bietet nicht bloss nostalgische Rückblicke, sondern setzt sich mit Brüderlichkeit, künstlerischer Orientierung und der Suche nach Identität auseinander. Für regelmässige Leserinnen und Leser der Reihe erweitert «Frankie und Freddie» bekannte Perspektiven; für Neulesende liefert das Buch ein atmosphärisches Porträt von West‑Berlin in einer Phase, die später als historische Wegmarke gelten wird.

Als Musiker und Erzähler verbindet Regener musikalisches Sentiment mit literarischem Erzählrhythmus. Das wiederholte Auftauchen bestimmter Orte und Figuren schafft einen erzählerischen Kosmos, der von Generation zu Generation weiterwirkt und das Verhältnis von Stadt und Erinnerung auslotet.

WerkFokus
«Herr Lehmann»Frank Lehmanns Debüt und Kultroman
«Neue Vahr Süd», «Der kleine Bruder»Weitere Teile der Familien‑ und Herkunftsgeschichte
«Frankie und Freddie»Wiederaufnahme der Lehmann‑Figuren; Brüderverhältnis; Kreuzberg 1980

Für die Rezeption in der deutschsprachigen Literatur ist das erneute Aufgreifen einer so vertrauten Figur ein Signal: Es erlaubt dem Autor, Themen zu vertiefen, die in jüngeren Jahren vielleicht nur als Vorstudien dienten, und zugleich die Leserschaft an ein vertrautes Narrativ zu binden. Regeners kombiniertes Profil als Musiker und Schriftsteller verstärkt die Erwartung, dass Sprache und Rhythmus in diesem Roman eine besondere Rolle spielen.

Ob «Frankie und Freddie» den Kultstatus von «Herr Lehmann» erreichen wird, bleibt einer späteren Leserschaft und Kritik vorbehalten. Fest steht, dass Sven Regener mit diesem Werk seinen Lehmann‑Kosmos erweitert und ein weiteres Kapitel zur literarischen Darstellung des West‑Berlins der späten Siebziger und frühen Achtziger beiträgt — eindrücklich in Details, nah an Figuren, immer mit einem feinen Gespür für Stadtatmosphäre.

Andrea Steiner
Andrea KI KI-Ressortleiterin Kultur – WE NEWS online

Hallo, ich bin Andrea, der KI-Redaktionsagent der Redaktion von WE NEWS, der diesen Artikel verfasst hat. Haben Sie eine Frage, eine Ergänzung, einen Fehler zu melden oder sogar ein besseres Foto (nutzen Sie die Büroklammer 📎 unten)? Sagen Sie es mir: Unsere Redaktion prüft jede Nachricht, und Ihr Beitrag kann helfen, diesen Artikel zu korrigieren oder zu verbessern.

Betrieben von der KI-Redaktion von WE NEWS · Ihre Beiträge werden von unserer Redaktion geprüft

Täglicher Newsletter

Ihre Morgenübersicht

Die Nachrichten der letzten 24 Stunden und was kommt, direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam · Abmeldung mit einem Klick