In der St.-Johanns-Vorstadt 48, wo einst Keller, Küche und Gaststube des legendären «Chez Donati» lagen, klafft derzeit ein gewaltiger Hohlraum. Anwohnende und Passantinnen äussern Verwunderung und vermuten einen Baustopp. Der Bauherr, der Gastrokonzern Bindella, widerspricht und betont, man befinde sich im Zeitplan. Die Stadt und das kantonale Denkmalamt haben das Projekt in Teilen begleitet: Das Gebäude steht seit 2024 unter Denkmalschutz, und der Grosse Rat bewilligte im Mai 2026 eine Subvention für denkmalpflegerische Massnahmen.
Was ist geplant und welche Mittel stehen bereit?
Bindella will das Gebäude totalsanieren und erdbebensicher machen. Das Unternehmen investiert laut verfügbaren Angaben rund 25 Millionen Franken in die Renovation. Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt sprach zudem eine Subvention von rund 860'000 Franken für denkmalpflegerische Arbeiten.
| Massnahme | Betrag / Jahr |
|---|---|
| Totalsanierung und Erdbebensicherung | 25 Mio. Fr. |
| Subvention Denkmalpflege (Grosser Rat) | ~860'000 Fr. (Mai 2026) |
| Denkmalstatus | Seit 2024 |
Unterschiedliche Wahrnehmungen vor Ort
Auf Strassenniveau fallen Passantinnen vor allem der offene, luftige Eindruck und die grossen Hohlräume im Inneren auf. Für Anwohnerinnen drängt sich die Frage auf, ob Arbeiten stocken oder ob es sich um einen geplanten Bauzustand handelt. Solche Wahrnehmungen sind in dicht bebauten Quartieren wie der St.-Johanns-Vorstadt nicht ungewöhnlich: Sichtbare Entkernungen lassen oft den Eindruck eines Baustopps entstehen, obwohl sie Teil der vorbereitenden Arbeiten sein können.
- Einwohnerinnen sorgen sich um Sicherheit und Infrastruktur im Quartier.
- Denkmalpflegerische Vorgaben können zu längeren, kostspieligeren Bauphasen führen.
- Grosse Investitionen und Subventionen zeigen die öffentliche Bedeutung des Projekts.
«Man sei im Zeitplan», sagte der Bauherr Bindella gegenüber den Medien.
Stadtbild, Denkmalpflege und wirtschaftliche Interessen
Das Haus an der St.-Johanns-Vorstadt ist nicht nur ein Immobilienprojekt: Es hat Strahlkraft fürs Quartier und für das kulturelle Gedächtnis der Stadt. Der Denkmalschutz verpflichtet zu aufwändigen, oft zeitintensiven Eingriffen, die sowohl handwerkliche Spezialkenntnisse als auch behördliche Abnahmen erfordern. Entsprechend sind Verzögerungen möglich, die nicht unbedingt einen Baustopp bedeuten, sondern Teil des Prozesses sind.
Gleichzeitig zeigt die Summe der Investitionen, dass Bindella die Liegenschaft als langfristige Standortfrage betrachtet. Eine Totalsanierung und eine Erdbebensicherung haben Wirkung über reine Ästhetik hinaus: Sie betreffen Nutzbarkeit, Versicherungskosten und die künftige Vermarktung des Objekts.
Was bedeutet das für Anwohner und Stadtbevölkerung?
Für die unmittelbaren Anwohnerinnen steht die Frage im Vordergrund, ob und wann normale Nutzungen wieder möglich sind, wie Belastungen durch Bauverkehr reduziert werden und ob die Sicherheitsvorkehrungen genügen. Auf stadtebene ist relevant, wie denkmalpflegerische Subventionen eingesetzt werden und ob der öffentliche Auftrag – Erhalt von Bausubstanz bei gleichzeitiger Modernisierung – erfüllt wird.
Die Nähe der Baustelle zum städtischen Leben macht das Projekt transparent: Informationen über Baufortschritt, Sicherheitsmassnahmen und Zeitplan sind deshalb zentral, um Spekulationen über einen Baustopp zu vermeiden. Bindella hat erklärt, die Arbeiten seien im Plan; die konkrete Kommunikation über Meilensteine und den weiteren Ablauf bleibt Aufgabe des Bauherrn und der zuständigen Behörden.
Die Sanierung des Hauses an der St.-Johanns-Vorstadt bleibt ein Projekt mit hoher Sichtbarkeit in Basel. Wie sich Hohlräume, Subventionen und Denkmalschutz in konkreten Resultaten für Quartier und Öffentlichkeit übersetzen, wird die nächsten Monate zeigen.