Zum ersten Mal in der Geschichte des Zürcher Sechseläuten werden 2028 zwei Kantone gemeinsam als Gastkantone auftreten: Neuenburg und der Jura. Die beiden Romandie-Kantone präsentierten ihren Auftritt, der vom 21. bis 24. April 2028 stattfinden wird, unter dem Motto «Die Zeit».
Verknüpfung von Fest und regionaler Tradition
Die Wahl des Themas «Die Zeit» soll laut Mitteilung der Kantone sowohl zum Festcharakter des Sechseläutens passen als auch an die industrielle und handwerkliche Tradition im Jurabogen erinnern. Das Zürcher Frühlingsfest, das symbolisch das Ende des Winters feiert, bietet damit eine Plattform, um regionale Identität und historische Bezüge sichtbar zu machen.
Gemeinsame Organisation auf hoher Verwaltungsebene
Die Zusammenarbeit der beiden Kantone wird auf administrativer Ebene sichtbar: Das gemeinsame Organisationskomitee wird von der Staatsschreiberin des Kantons Neuenburg und dem Staatsschreiber des Kantons Jura geleitet. Nach Angaben der Kantone zeigt dies den Willen beider Regierungen, den Auftritt gemeinsam zu gestalten und die Stärken beider Regionen zu präsentieren.
Vorzeichen in gemeinsamen Auftritten
Die Zusammenarbeit begann bereits vor 2028: Mitglieder des Zürcher Sechseläuten-Organisationskomitees nahmen am dreitägigen Winzerfest 2026 in Neuenburg teil, bei dem der Kanton Jura Ehrengast war. Dort marschierten sie in traditionellen Trachten gemeinsam mit der jurassischen Delegation beim Blumenumzug mit. Solche frühen Begegnungen dienen der Abstimmung von Programm, Trachten und Präsenz vor Ort.
Ein Novum mit regionaler Strahlkraft
Für beide Kantone handelt es sich um den ersten Gastauftritt überhaupt am Sechseläuten. In der langen Tradition des Zürcher Frühlingsfests ist dies eine bemerkenswerte Premiere: Seit der Einführung der Gastkantone 1991 traten verschiedene Kantone in Zürich auf, jedoch noch nie zwei Kantone gleichzeitig als gemeinsamer Gast.
- Gastauftritt 2028: Neuenburg und Jura (gemeinsam)
- Thema des Auftritts: «Die Zeit»
- Datum Sechseläuten 2028: 21. bis 24. April
Historische Einordnung
Die Tradition mit Gastauftritten wurde 1991 eingeführt, anlässlich der Feier «700 Jahre Eidgenossenschaft», wobei der erste Gastkanton damals Luzern war. In den vergangenen Jahren fanden mehrfach Auftritte von Kantonen aus anderen Landesteilen statt; zuletzt war 2005 mit Freiburg ein Westschweizer Kanton Gastkanton. Jüngere Gastauftritte laut Mitteilung:
| Jahr | Gastkanton |
|---|---|
| 1991 | Luzern |
| 2005 | Freiburg |
| 2024 | Appenzell Ausserrhoden |
| 2025 | Zug |
| 2026 | Graubünden |
| 2027 | Luzern |
| 2028 | Neuenburg & Jura (gemeinsam) |
Was der Auftritt für Neuenburg bedeutet
Für den Kanton Neuenburg eröffnet der Gastauftritt die Möglichkeit, sich in einem der sichtbarsten Volksfeste der Deutschschweiz zu präsentieren. Solche Auftritte dienen nicht nur dem Image, sondern fördern den kulturellen Austausch, touristische Aufmerksamkeit und das Netzwerken zwischen Kantonsvertretern, Festorganisationen und interessierten Besucherinnen und Besuchern.
Nächste Schritte und Ausblick
Konkrete Programmelemente, Teilnehmerlisten oder Details zu Paradebeiträgen wurden in der Mitteilung noch nicht bekanntgegeben. Die Leitung durch die Staatsschreiber beider Kantone deutet jedoch auf eine koordinierte Vorbereitung hin: Trachten, Musikbeiträge, Wagen oder andere Elemente werden in den kommenden Monaten gestalterisch und organisatorisch abgestimmt werden müssen.
Das Sechseläuten bleibt damit auch künftig ein Forum, in dem kantonale Identitäten dargestellt und überregionale Verbindungen sichtbar werden. Der gemeinsame Auftritt von Neuenburg und Jura 2028 markiert in dieser Tradition eine neue Facette: die kollektive Präsenz zweier benachbarter Westschweizer Kantone im Herzen Zürichs.