Die korrekte Entsorgung von Einweg‑ und wiederverwendbaren E‑Zigaretten ist in der Schweiz noch unzureichend: Nur rund 28 Prozent der Vapes gelangen aktuell in die vorgesehene Sammel- und Recyclingkette. Das zeigt die Aufarbeitung von SENS eRecycling für das Jahr 2025, die zugleich dokumentiert, welche Rohstoffe aus den Geräten zurückgewonnen werden können.
Rohstoffe statt Abfall
SENS eRecycling gab an, im Jahr 2025 insgesamt 72 Tonnen an E‑Zigaretten über ihr nationales Netzwerk eingesammelt zu haben. Die Geräte werden zusammen mit anderen Lithium‑Ionen‑Batterien zunächst in einem Wasserbad entladen, um Kurzschlüsse und damit verbundenes Brandrisiko zu reduzieren. Anschliessend erfolgt das Zerkleinern und die Trennung in verschiedene Fraktionen wie Eisen, Metalle und Kunststoffe.
Als besonders interessant gilt die pulverförmige Schwarzmasse, die nach einer Analyse unter anderem Graphit, Lithium, Kupfer, Nickel und Kobalt enthält. Laut SENS eRecycling kommt in E‑Zigaretten überraschend viel Kobalt vor; dieses Material kann wegen seiner Knappheit und ökologischen Bedeutung einen hohen Wiederverwertungswert haben.
«Vor allem der hohe Anteil an Kobalt zeigt auf, wie wichtig das Recycling ist», erklärt Nando Erne, Kommunikationsverantwortlicher von SENS eRecycling.
Gegenwärtiger Nutzen und Zukunftsperspektiven
Der ökologische Beitrag des Vape‑Recyclings ist derzeit noch klein: SENS eRecycling schätzt, dass die Recyclingleistung von E‑Zigaretten aktuell nur etwa 0.1 Prozent zum Gesamtumweltnutzen ihrer Tätigkeit beiträgt. Mit steigendem technischen Fortschritt und höheren Sammelmengen erwarte man jedoch, dass dieser Anteil zunehmen werde.
Entscheidend dafür ist laut SENS eRecycling die Mitwirkung der Konsumentinnen und Konsumenten: Jede nicht gesammelte E‑Zigarette bedeutet für die Kreislaufwirtschaft verloren gegangene Wertstoffe. Zudem birgt die unsachgemässe Entsorgung defekter Geräte mit Lithium‑Ionen‑Batterien ein erhöhtes Brandrisiko, das durch sachgerechte Sammlung und Entladung minimiert werden kann.
Praktische Folgen und Handlungsoptionen
Die Angaben von SENS eRecycling haben mehrere praktische Implikationen für Politik, Entsorgungsbranche und Endverbrauchende:
- Steigerung der Sammelquote: Die nationale Sammlung muss deutlich über die aktuelle Quote von rund 28 Prozent hinaus verbessert werden, um signifikant mehr Rohstoffe zurückzuführen.
- Ausbau technischer Verfahren: Investitionen in Sortier‑ und Aufbereitungstechnologien können den Anteil rückgewinnbarer Metalle erhöhen.
- Informationsarbeit: Aufklärungs‑ und Rücknahmesysteme an Verkaufsstellen und Sammelstellen müssen bekannter und leichter zugänglich sein.
Konkrete Belege aus der Aufarbeitung zeigen, wie die Recyclingkette derzeit funktioniert und welche Risiken verhindert werden: Die Entladung im Wasserbad reduziert die Gefahr von Kurzschlüssen und Bränden, bevor die Materialtrennung beginnt. Die so gewonnenen Fraktionen können dann spezialisierten Schweizer Partnern zur Weiterverarbeitung übergeben werden.
| Kennzahl | Wert (2025) |
|---|---|
| Gesammelte Menge E‑Zigaretten | 72 Tonnen |
| Sammelquote (geschätzt) | 28 % |
| Anteil am Umweltnutzen von SENS eRecycling | 0.1 % |
Die Daten stammen aus internen Analysen und Materialuntersuchungen von SENS eRecycling; sie geben Hinweise darauf, welche Materialien in welchen Anteilen in Vapes vorkommen. Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft sind vor allem die Metalle relevant, weil sie energieintensiv zu fördern sind und durch Recycling Emissionen und Ressourcenabbau reduzieren können.
Kurzfristig liegt der Hebel vor allem in besserer Sammelbereitschaft und logistischen Lösungen. Langfristig werden technische Verbesserungen in der Aufbereitung und ein Ausbau der Rücknahmesysteme dafür sorgen, dass mehr der enthaltenen Wertstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren.
Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das: Jede korrekt entsorgte E‑Zigarette reduziert nicht nur potenzielle Brandgefahren, sondern trägt dazu bei, knappe Rohstoffe wie Kobalt wieder nutzbar zu machen.