Die Auseinandersetzung um die künftige Gastronomie im Zentrum von Wil spitzt sich zu: Die Stiftung Hof zu Wil hat dem Wirtepaar Marcel und Angelina Kampe den Pachtvertrag für das Restaurant per Ende September gekündigt. Das Kündigungsschreiben wurde laut Bericht der Wiler Zeitung am 29. August unterzeichnet und auf Nachfrage vom Stiftungsratspräsidenten Andreas Breitenmoser bestätigt.
Gegensätzliche Positionen
Die Stiftung gibt an, nach einer Beurteilung der Gesamtsituation und einem länger laufenden Prozess entschieden zu haben, das Pachtverhältnis zu beenden. Konkrete Details zu den Gründen hat die Stiftung bisher nicht vollständig öffentlich gemacht. Die Kampes führen das Restaurant seit Oktober 2024 und wollen die Kündigung nicht akzeptieren.
«Dass uns nun ausgerechnet nach der Eröffnung und dem Ende der Bauarbeiten … enttäuscht und irritiert uns»,
so Marcel Kampe in einem anderen Bericht zur Folge. Er betont, dass das Ehepaar die Kündigung für nicht rechtens halte und sie rechtlich anfechten wolle. Bis zu einer gerichtlichen Klärung beabsichtigen die Kampes, den Betrieb weiterzuführen.
Finanzielle und organisatorische Fragen offen
Der Entscheid fällt in eine Phase, in der die Stiftung mit den Folgen der Sanierung kämpft: Es besteht offenbar ein «Millionenloch», wie die Stiftung eingeräumt hat. Laut Breitenmoser prüfte der Stiftungsrat bereits verschiedene Varianten für die künftige gastronomische Nutzung des Hofs; definitive Entscheide liegen noch nicht vor. Zunächst müsse die Situation mit der aktuellen Pächterschaft geklärt werden.
- 29. August: Kündigungsschreiben der Stiftung unterzeichnet.
- Ende September: Kündigung soll wirksam werden (Ankündigung der Stiftung).
- seit 1. Oktober 2024: Führung der Gastronomie durch Marcel und Angelina Kampe.
Konfliktpunkte und mögliche Folgen
Aus den verfügbaren Berichten lassen sich mehrere Konfliktlinien ablesen. Die Stiftung strebt offenbar eine andere Ausrichtung der Nutzung an, möglicherweise mit zentralisierten Strukturen «aus einer Hand». Die Pächter sehen ihre Aufgabe in der Auslastung eigener Räume und im Angebot einer breiten Palette an Anlässen und Veranstaltungen. Diese unterschiedlichen Vorstellungen könnten zum Kern der Auseinandersetzung gehören.
Für die Stadt Wil und das Publikum bleiben wichtige Fragen offen:
- Wie lange wird der Rechtsstreit dauern, falls die Kampes die Kündigung anfechten?
- Wer trägt die finanzielle Last der laufenden Betriebskosten während eines allfälligen Verfahrens?
- Welche Varianten erwägt die Stiftung konkret für die künftige Gastronomie im Hof?
| Sachverhalt | Bekannte Fakten |
|---|---|
| Beginn Pächterverhältnis | 1. Oktober 2024 |
| Kündigung | Schreiben unterzeichnet am 29. August; Ende September als Beendigung genannt |
| Stellung Stiftung | Stiftungsrat sieht vertragskonformes Handeln; prüft künftige Optionen |
Die rechtliche Auseinandersetzung könnte Auswirkungen auf die Auslastung des Hauses, geplante Veranstaltungen und die lokale Gastronomieszene haben. Solange keine einvernehmliche Lösung gefunden wird, bleibt der Betrieb in einer Art Rechtsunsicherheit. Für Gäste und Veranstalter sind Verbindlichkeiten und langfristige Reservierungen damit schwer planbar.
Was jetzt zu erwarten ist
Die Kampes kündigten an, die Kündigung anzufechten; die Stiftung erklärt, eine entsprechende Absicht sei ihr «weder direkt noch formell» mitgeteilt worden, was auf Kommunikationsprobleme hindeutet. Werden Gerichte eingeschaltet, dürfte der Streit einige Zeit in Anspruch nehmen.
Für Wil bedeutet der Konflikt mehr als nur ein Personalwechsel: Der Hof zu Wil ist nach der Sanierung ein wichtiger Standort im Stadtzentrum. Die Entscheidung über die künftige Ausrichtung der Gastronomie betrifft deshalb nicht nur die Beteiligten, sondern auch das städtische Leben und das Angebot für Bewohnerinnen und Besucher.
Die Redaktion wird die Entwicklung weiter verfolgen und über neue Entscheide, Stellungnahmen der Stiftung und das Vorgehen der Pächter informieren.