Die Stadt Schaffhausen will das frühere Pfarrhaus am Stokarberg künftig als neues Kinder- und Jugendheim nutzen. Die Bildungskommission des Grossen Stadtrats empfahl dem Gremium einstimmig, den Erwerb und Umbau zu unterstützen. Mit dem Projekt will die Stadt die bisher provisorische Unterbringung ablösen und die Zahl der Plätze von derzeit 7 auf maximal 14 erhöhen.
Provisorium entspricht nicht mehr den Anforderungen
Seit mehr als zwei Jahrzehnten befindet sich das Heim behelfsmässig in Bau 59 des Alterszentrums Kirchhofplatz. Laut Verwaltung erfüllen die vorhandenen Räume weder die aktuellen gesetzlichen Vorgaben noch die pädagogischen Bedürfnisse. Zudem ist die Einrichtung seit Jahren voll ausgelastet; eine Warteliste besteht demnach.
Mit der Wahl des Generalenguts als neuen Standort will die Stadt nicht nur die Kapazität steigern, sondern auch räumlich und konzeptionell modernen Anforderungen Rechnung tragen. Geplant sind unter anderem altersgerechte Wohnbereiche, Einzel- und Geschwisterzimmer, Gemeinschafts- und Personalräume sowie ein aussenbereich, der kindgerecht gestaltet werden soll. Dank der zentralen Lage sollen die Kinder und Jugendlichen ihre bisherigen Schulen und Freizeitangebote weiterhin selber erreichen können.
Finanzen und Zeitplan
Der Stadtrat beantragt dem Grossen Stadtrat den Kauf der Liegenschaft an der Stokarbergstrasse 14 zum Preis von 2,405 Millionen Franken. Für den Umbau soll ein gesonderter Kredit gesprochen werden; die genaue Höhe des Umbaukredits wird in der Vorlage weiter spezifiziert.
| Schritt | Angabe |
|---|---|
| Heute belegte Plätze | 7 |
| Geplante Plätze | max. 14 |
| Kaufpreis | 2,405 Mio. Fr. |
| Baubeginn (geplant) | Drittes Quartal 2028 |
| Inbetriebnahme (geplant) | Viertes Quartal 2029 |
Während der Ausschussberatungen stand insbesondere die Kapazitätsfrage im Mittelpunkt. Die Verwaltung hält fest, dass 14 Plätze den räumlichen Möglichkeiten des Generalenguts sowie dem prognostizierten Bedarf der Stadt entsprechen. Vorrangig sind die Plätze für Kinder und Jugendliche aus Schaffhausen vorgesehen; freie Kapazitäten könnten für externe Platzierungen aus anderen Gemeinden oder Kantonen genutzt werden.
Warum der Bezug nicht früher möglich ist
Die Vorlage nennt mehrere Gründe, weshalb ein früherer Einzug unrealistisch ist: Zunächst muss das laufende Schulhausprojekt Steig abgeschlossen werden. Anschliessend erfolgen ein Planerwahlverfahren, ausführliche Projektierung sowie die notwendigen Bewilligungs- und Ausschreibungsverfahren. Deshalb ist als Baubeginn das dritte Quartal 2028 vorgesehen; der Betrieb des neuen Heims ist für das vierte Quartal 2029 geplant.
Bedeutung für die Stadt und Betroffene
Für die kommunale Kinder- und Jugendhilfe bedeutet das Projekt eine nachhaltige Verbesserung der Unterbringungsmöglichkeiten. Ein dauerhaft geeignetes Gebäude soll die pädagogische Arbeit stabilisieren und mehr Kindern und Jugendlichen Zugang zu professioneller Betreuung bieten. Die zentrale Lage des Generalenguts erleichtert die Integration in Schul- und Freizeitangebote und verringert logistische Belastungen für Familien und Fachstellen.
- Erhöhung der Plätze von 7 auf bis zu 14
- Kaufpreis der Liegenschaft: 2,405 Mio. Fr.
- Geplanter Baubeginn: Q3 2028, geplanter Bezug: Q4 2029
Die Bildungskommission stimmte der Vorlage mit 7 zu 0 Stimmen zu. Der nächste Schritt ist die Behandlung der Vorlage im Grossen Stadtrat, der über Kauf und Umbaukredit entscheiden muss. Bis dahin bleibt das Heim weiterhin provisorisch am Kirchhofplatz untergebracht.
Für betroffene Familien, Fachstellen und die Stadtverwaltung ist entscheidend, dass Planung und Ausführung termingerecht erfolgen. Eine rechtzeitige Umsetzung würde nicht nur die Kapazitäten erhöhen, sondern auch die Qualität der Betreuung verbessern.