Das von der Stadt Luzern geförderte Veloverleihsystem Nextbike erlebt laut städtischen Angaben einen deutlichen Nutzungsanstieg. Die Behörden reagieren nun mit einer baulichen Massnahme am Hauptbahnhof: Beim Bahnhofausgang West entsteht eine neue, grosse Station, die vor allem chronisch stark belastete Standorte entlasten soll. Die Verkehrsanordnung dazu wird per 22. August öffentlich aufgelegt, die Inbetriebnahme ist Anfang Oktober 2026 geplant.
Steigende Nutzung und breite Registrierung
Die Stadt Luzern verfolgt ihre Mobilitätsstrategie 2024–2028 mit dem Ziel, den Veloverkehr zu stärken. Ein zentraler Baustein ist das Nextbike-System ohne E-Bikes: Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt können die Velos in den ersten 30 Minuten gratis nutzen, und diese Gratishalbstunde lässt sich beliebig oft am Tag wiederholen. Diese Regelung bringt dem System offenbar viele Kurzfahrten.
Konkrete Zahlen zeigen die Dynamik: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Ausleihen gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent. In den sechs Monaten wurden insgesamt 367'000 Ausleihen registriert. Zudem ist fast ein Drittel der Luzerner Bevölkerung mittlerweile auf der Plattform angemeldet.
Hohe Umlaufhäufigkeit und Bahnhof als Schwerpunktraum
Die Velos werden intensiv genutzt: Pro Velo werden durchschnittlich bis zu 7 Ausleihen pro Tag gemessen – ein Wert, der auch im nationalen und internationalen Vergleich als hoch bezeichnet wird. Besonders stark frequentiert ist der Bereich rund um den Bahnhof: Im Jahr 2025 entfielen rund 250'000 Ausleihen und Rückgaben auf diesen Knotenpunkt.
| Zeitraum / Ort | Zahlen | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2026 | 367'000 Ausleihen | +10% gegenüber Vorjahr |
| Registrierte Benutzer | Fast 1/3 der Stadtbevölkerung | Registrierungsrate |
| Bahnhof Luzern (2025) | 250'000 Ausleihen/Rückgaben | Schwerpunktraum |
| Durchschnittliche Ausleihen pro Velo | Bis zu 7x pro Tag | Hohe Umlaufhäufigkeit |
Neue Station am Bahnhof West
Weil einige Verleihstationen regelmässig überlastet sind, schafft die Stadt beim Bahnhofausgang West eine zusätzliche grosse Station. Diese soll nicht nur die Verfügbarkeit verbessern, sondern auch die Betreuung durch den städtischen Velo-Ordnungsdienst vereinfachen. Die formelle Verkehrsanordnung wird am 22. August öffentlich aufgelegt; die geplante Inbetriebnahme ist für Anfang Oktober 2026 vorgesehen.
Kommunikation und Nutzerakquise
Parallel zur Infrastrukturmassnahme läuft eine Info-Kampagne, mit der die Stadt die Nextbike-Nutzung in den Alltag bringen will. Auf Plakaten, in VBL-Bussen und via Social Media setzt die Kampagne auf kurze, prägnante Slogans, um unterschiedliche Alltagssituationen anzusprechen.
«Stau? nextbike!»
Weitere Botschaften wie «Bus verpasst? nextbike!» sollen auf einfache Einsatzmöglichkeiten hinweisen und den öV- und Veloverkehr ergänzen.
Auswirkungen für Pendlerinnen und den Tourismus
Für Pendlerinnen und Pendler kann die zusätzliche Station am Bahnhof West die Anschlussmobilität verbessern: Kurze, kostenlose Fahrten eignen sich besonders für die letzte Meile zwischen Perron, Arbeitsplatz und Wohnort. Auch Besucherinnen und Besucher der Stadt profitieren, da Nextbike ein flexibles Angebot ohne langfristige Bindung bietet.
Offene Fragen und Ausblick
Die Zahlen belegen eine hohe Akzeptanz, doch bleiben Punkte offen: Wie viele physische Velo-Abstellplätze die neue Station umfasst, wie genau der Betrieb organisiert wird und ob das System mittelfristig auch E-Bikes oder weitere Stationen erhält, hat die Stadt in der publizierten Kurzmeldung nicht detailliert ausgeführt. Informationen dazu dürften in der öffentlichen Auflage der Verkehrsanordnung sichtbar werden.
Die Stadt Luzern setzt mit Nextbike eine Massnahme um, die einerseits Verkehrsflächen entlasten kann, andererseits städtische Mobilität sichtbarer macht. Für den kommenden Herbst ist mit spürbaren Verbesserungen rund um den Bahnhof zu rechnen; die gesteigerte Nutzung in den ersten sechs Monaten 2026 dürfte die Diskussion um weitere Ausbauten befeuern.
Kontakt & Hinweise: Die Verkehrsanordnung zur neuen Station wird per 22. August öffentlich aufgelegt. Details zu Zeiten und exaktem Standort folgen in den Unterlagen der Stadt Luzern.