Der Luzerner Stadtrat strebt eine einheitliche, datenschutzkonforme Lösung für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) an den städtischen Primar- und Sekundarschulen an. In der am Dienstag veröffentlichten Antwort an den Grossen Stadtrat plädiert die Exekutive dafür, die bereits verbreitete Plattform «fobizz» gesamtstädtisch einzuführen und ein städtisches KI-Konzept zu erarbeiten.
Ausgangslage: Nutzung vorhanden, Kompetenzen uneinheitlich
Anfang 2026 führte die Stadt Luzern eine Standortbestimmung bezüglich KI an ihren Schulen durch. Dabei zeigte sich, dass die Plattform «fobizz» in vielen Schulhäusern bereits zur Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht eingesetzt wird. Gleichzeitig wiesen die Erkenntnisse auf deutliche Unterschiede bei den Kompetenzen der Lehrpersonen hin. Auch die kantonalen Vorgaben zum Umgang mit KI seien in den Schulen noch nicht flächendeckend bekannt.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Stadtrat, das Postulat der Fraktionen SP und GLP zu unterstützen, das eine einheitliche, datenschutzkonforme KI-Lösung fordert. Die zentrale Beschaffung soll nicht nur die technische Grundlage liefern, sondern auch eine koordinierte Umsetzung von Weiterbildungsmassnahmen und Richtlinien ermöglichen.
Kosten und Umsetzung
Für die Einführung von «fobizz» in den städtischen Schulen rechnet die Stadt mit jährlichen Lizenzkosten in der Grössenordnung von 45'000 Franken. Zusätzliche Kosten für systematische, praxisnahe Weiterbildungen seien erforderlich, sind in der Antwort des Stadtrats aber nicht beziffert.
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Jährliche Lizenzkosten | 45'000 Fr. |
| Weiterbildung | Nicht beziffert (zusätzlich) |
| Vorlauf / Standortbestimmung | Anfang 2026 durchgeführt |
Warum «fobizz»?
Der Stadtrat hebt in seiner Einschätzung hervor, dass Schulen, die bereits mit «fobizz» arbeiten, vor allem den Datenschutz und den didaktischen Nutzen der Plattform loben. Der Kanton Luzern hat bereits eine Kooperation mit dem Anbieter abgeschlossen; Schulen erhalten dadurch einen vergünstigten Zugang. Die Stadtregierung sieht deshalb eine gesamthstädtische Beschaffung als mehrheitlich befürwortet an.
«Fobizz» bezeichnet sich als deutsches Bildungsstartup aus Hamburg, das digitale Lehrerfortbildungen, KI-Tools und Unterrichtsmaterialien anbietet. Für die Stadt Luzern sind zwei Aspekte zentral: die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben und die Unterstützung der Lehrpersonen bei der Einbettung von KI in den Unterricht.
Auswirkungen für Lehrpersonen, Eltern und Schulgemeinden
Eine zentrale Lösung würde die bisher heterogene Praxis in den Schulhäusern vereinheitlichen. Für Lehrpersonen bedeutet dies einerseits den erleichterten Zugang zu offiziellen, geprüften Werkzeugen und Materialien, andererseits die Notwendigkeit zur Teilnahme an Weiterbildungsmassnahmen. Eltern und Schulgemeinden erhalten durch ein städtisches Konzept klarere Rahmenbedingungen, wie KI im Unterricht eingesetzt wird und welche Datenschutzstandards gelten.
- Einheitliche Plattform reduziert Individuallösungen und potenzielle Datenschutzrisiken.
- Systematische Weiterbildung soll Lehrpersonen befähigen, KI didaktisch sinnvoll einzusetzen.
- Zusätzliche Kosten fallen neben der Lizenz vor allem für Schulungen an.
Weitere Schritte und Entscheidungsprozess
Der Stadtrat empfiehlt dem Grossen Stadtrat, das Postulat anzunehmen. Damit würde der Weg frei für eine gesamthstädtische Beschaffung und die Ergänzung der kantonalen Vorgaben durch städtische Richtlinien. Entscheidende Fragen bleiben die Detailplanung für Weiterbildung, die genaue Ausgestaltung der datenschutzrechtlichen Vereinbarungen und die langfristige Finanzierung.
Für Touristen und Besucher der Stadt Luzern hat die Debatte kaum direkte Auswirkungen. Für die kommunale Bildungslandschaft jedoch könnte eine einheitliche KI-Strategie die Lehr- und Lernqualität mittel- bis langfristig verbessern und den Schulstandort konkurrenzfähiger halten.
Die Stadtregierung betont, dass eine verantwortungsvolle Einführung von KI in den Schulen nur mit praxisnaher Weiterbildung und klaren Regeln erfolgen könne. Der nächste Schritt liegt beim Grossen Stadtrat, der über das Postulat befinden wird.