In der Kornschütte Luzern eröffnet am 20. August 2026 eine Retrospektive über den Luzerner Bildhauer Rolf Brem. Die Ausstellung trägt den Titel «Rolf Brem – Werk und Zeit 1926–2014» und legt das Lebenswerk eines Künstlers dar, dessen Figuren und Plastiken bis heute das Erscheinungsbild der Stadt mitprägen.
Lebenswerk im Überblick
Rolf Brem wurde am 12. Februar 1926 in Luzern geboren. Nach einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Luzern ab 1945 arbeitete er zunächst bei Karl Geiser in Zürich und vertiefte sein Können während längerer Studienaufenthalte in Paris, London, Florenz und Rom. Ab 1957 arbeitete er in Ateliers in Meggen und im Tessin und schuf Skulpturen, die durch ihre Lebensnähe und Natürlichkeit auffallen.
Die Ausstellung zeigt, wie Brem Alltagsszenen, Menschen- und Tierdarstellungen in ausdrucksstarke Formen übersetzte. Seine Werke gehören zu den markanten, wiedererkennbaren Elementen des öffentlichen Raums von Luzern: Allein in der Stadt sind 13 Plastiken von ihm zu finden, darunter die bekannte Gruppe «Hirt mit Schafen» (1985) vor dem Luzerner Theater.
Was die Schau bietet
Die Präsentation in der Kornschütte dokumentiert Brems Schaffen in verschiedenen Medien und Kontexten. Gezeigt werden:
- Skulpturen und Porträts aus mehreren Schaffensphasen
- Zeichnungen und Arbeiten auf Papier
- Medaillen und kleinere Plastiken
- Texte, Dokumente und Material aus dem Nachlass
Die Zusammenstellung ermöglicht einen Blick auf die thematische Bandbreite und die handwerkliche Entwicklung Brems über Jahrzehnte.
Begleitprogramm und Orte
Zusätzlich zur Ausstellung organisieren die Kinder von Rolf Brem, Lucie Heskett‑Brem und Louis Brem, Atelierführungen in Meggen. Ebenfalls vorgesehen sind zwei Abende mit dem Titel «Rolf Brem Abende» im Restaurant Barbatti, die vertiefte Einblicke in Leben und Werk bieten sollen. Die Retrospektive steht unter dem Patronat des Grossen Stadtrates und nutzt mit der Kornschütte einen historischen öffentlichen Raum im Rathaus, der früher als Kaufhaus diente und heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.
| Datum | Ort | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Ab 20. August 2026 | Kornschütte, Rathaus Luzern | Skulpturen, Zeichnungen, Medaillen, Nachlassdokumente |
Brem in Luzern: sichtbare Spuren
Rolf Brem genoss zwar auch international Anerkennung, doch seine stärkste Verbindung blieb die Heimatstadt. Die Werke, die er in öffentlichen Räumen platzierte, sind Teil der urbanen Identität geworden. Die Ehrung 1977 mit dem Kunstpreis der Stadt Luzern unterstreicht diese Bedeutung.
Für Einheimische wie Gäste bietet die Ausstellung die Gelegenheit, bekannte Arbeiten im Kontext seines Gesamtwerkes neu zu betrachten. Spaziergänge durch die Stadt, um einige der 13 in Luzern aufgestellten Werke zu besuchen, lassen sich gut mit einem Ausstellungsbesuch in der Kornschütte verbinden.
Praktische Hinweise
Die Kornschütte liegt zentral im Rathaus und ist gut zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und den «Rolf Brem Abenden» publiziert die Stadt Luzern; Interessierte können sich dort über Tickets und Anmeldemodalitäten erkundigen.
Die Retrospektive bietet nicht nur einen Überblick über Formen und Motive eines bedeutenden schweizerischen Bildhauers, sondern auch einen Anlass, das Werk im städtischen Raum neu wahrzunehmen. Für Luzern ist die Schau ein kultureller Beitrag, der Geschichte, Handwerk und Alltagssicht verbindet.
Die Kornschütte als Ausstellungsort macht die Präsentation zudem zu einem lokalen Ereignis: Ein historischer Raum im Zentrum der Stadt stellt Brems Arbeiten in direkten Bezug zur Luzerner Öffentlichkeit.