Am Donnerstag, 20. August 2026, eröffnet in der Kornschütte Luzern eine umfassende Retrospektive zum Lebenswerk von Rolf Brem. Die Ausstellung mit dem Titel «Rolf Brem Werk und Zeit 1926–2014» präsentiert Skulpturen, Porträts, Zeichnungen, Medaillen sowie Texte und Dokumente aus dem Nachlass des Luzerner Bildhauers.
Rückkehr an den städtischen Schauplatz
Rolf Brem, am 12. Februar 1926 in Luzern geboren, prägte das Erscheinungsbild der Stadt mit seinen figurativen Plastiken. Zahlreiche Arbeiten stehen im öffentlichen Raum Luzerns; allein dreizehn Werke sind in der Stadt zu finden. Zu den bekanntesten zählt die Figurengruppe «Hirt mit Schafen» (1985) vor dem Luzerner Theater. Die nun gezeigte Retrospektive verspricht, diese Verbindung von Werk und Stadtbild für Besucherinnen und Besucher anschaulich zu machen.
Ausstellung und Begleitprogramm
Die Ausstellung in der Kornschütte soll einen umfassenden Überblick über Brems Schaffen bieten: von grob modellierten Plastiken bis zu feinen Porträts, weiter zu Medaillen und Zeichnungen. Ergänzt werden die Exponate durch persönliche Dokumente und Texte aus dem Nachlass, die ein Bild vom künstlerischen Prozess und von Brems Verhältnis zur Alltagswelt geben.
- Vernissage: Donnerstag, 20. August 2026
- Ausstellungsdaten: 21. August 2026 bis 6. September 2026
- Ort: Kornschütte, Kornmarkt 3, Luzern
- Begleitprogramm: Atelierführungen in Meggen, zwei «Rolf Brem Abende» im Restaurant Barbatti
Die Atelierführungen und die Abende organisiert die Familie Brem: Lucie Heskett-Brem und Louis Brem laden Interessierte ein, den Arbeitsort und Erinnerungen an den Künstler näher kennenzulernen. Diese Ergänzungen erlauben einen Blick hinter die Kulissen des schöpferischen Prozesses und verbinden städtische Ausstellung mit lokalen Orten des Schaffens.
Rolf Brem als Beobachter des Alltäglichen
Nach einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Luzern ab 1945 arbeitete Brem zunächst bei Karl Geiser in Zürich und bildete sich durch Studienaufenthalte in Paris, London, Florenz und Rom weiter. Ab 1957 schuf er in Ateliers in Meggen und im Tessin ein Werk, das von Lebensnähe und Natürlichkeit geprägt ist. Brems oft kleinformatige, aber ausdrucksstarke Figuren greifen Motive des Alltags auf und verwandeln sie in plastische Beobachtungen des Menschen- und Tierseins.
Für Luzern ist Brem nicht nur ein Künstlername, sondern Teil des visuellen Gedächtnisses: Mit seinen Skulpturen hat er städtische Orte belebt und akzentuiert. 1977 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Luzern – eine Anerkennung, die seine lokale Bedeutung unterstreicht.
Die Kornschütte als städtischer Ausstellungsraum
Die Kornschütte, ein öffentlicher Raum im Rathaus Luzern, diente ursprünglich als Kaufhaus und steht heute mehrmals jährlich Kulturschaffenden mit engem Stadtbezug zur Verfügung. Die aktuell unter dem Patronat des Grossen Stadtrates durchgeführte Ausstellung zeigt, wie städtische Räume für retrospektive Präsentationen genutzt werden können, ohne auf kommerzielle Mieten zurückzugreifen.
| Element | Information |
|---|---|
| Ort | Kornschütte, Kornmarkt 3, Luzern |
| Vernissage | Donnerstag, 20. August 2026 |
| Ausstellungszeitraum | 21. August 2026 bis 6. September 2026 |
| Kuratoren / Organisation | Nachlass und Kinder des Künstlers: Lucie Heskett-Brem und Louis Brem |
Für Touristinnen und Touristen sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Region bietet die Ausstellung die Gelegenheit, Brems Schaffen kompakt zu erleben. Sie ist zudem ein Angebot, lokale Kunstgeschichte mit dem Stadtraum zu verknüpfen und Orte wie Meggen und das Tessin, wo Brem gearbeitet hat, im kulturellen Gedächtnis zu verorten.
Die Retrospektive ist zugleich Anlass, über die Vermittlung von Kunst im urbanen Kontext nachzudenken: Wie werden Werke im öffentlichen Raum wahrgenommen, welche Rolle spielen die Orte ihrer Entstehung und welche Verantwortung tragen Städte bei der Pflege eines künstlerischen Erbes? Die Ausstellung liefert Material für solche Fragen, indem sie Brems Arbeiten, Dokumente und persönliche Spuren zusammenführt.
Besucherinnen und Besucher erhalten nicht nur Einblick in ein umfangreiches Werk, sondern auch Anstösse, Luzern mit geübtem Blick auf Plastiken und stadträumliche Setzungen zu erkunden. Für alle, die den Bildhauer bisher nur flüchtig kannten, bietet die Kornschütte nun die Chance, Rolf Brem als chronischen Beobachter des Gewöhnlichen und als Gestalter des Öffentlichen neu zu entdecken.