Der Polizeikommandant der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, Reto Cavelti, hat seinen Rücktritt angekündigt. Die Kantonskanzlei teilte am 2. September 2026 mit, Cavelti wolle nach 16 Jahren an der Spitze Raum für neue Kräfte schaffen. Er bleibt bis zur Übergabe an eine Nachfolgeperson voraussichtlich im kommenden Jahr im Amt.
Grund: Aufbau und Festigung neuer Strukturen
Als Begründung für den Schritt nennt die Medienmitteilung den laufenden Organisationsentwicklungsprozess bei der Kantonspolizei. Diese überprüfe derzeit Strukturen und Abläufe; die Umsetzung der neuen Organisation solle durch eine neue Kommandantschaft erfolgen. Die Vakanz werde demnächst öffentlich ausgeschrieben.
Der Entscheid fällt vor dem Hintergrund eines umfassenden Projekts zur Neuorganisation der Polizei. Details zu den geplanten Veränderungen, zur Stellenbeschreibung der künftigen Kommandantschaft oder zum Zeitplan der Ausschreibung nennt die Mitteilung nicht.
Kontinuität bis zur Amtsübergabe
Die Kantonskanzlei betont, dass Cavelti das Korps bis zur Übergabe weiterführen werde. Damit soll ein geordneter Übergang sichergestellt werden, während parallel die Suche nach einer Nachfolge läuft. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob es eine interne Übergangsregelung oder eine Interimsleitung geben wird.
Werdegang von Reto Cavelti
Cavelti trat seine Stelle als Polizeikommandant 2010 an. Er ist heute 60 Jahre alt und verfügt über eine langjährige Führungserfahrung in der Region. Vor seiner Zeit in Appenzell Ausserrhoden war er Direktor der Polizeischule Ostschweiz, Stabschef der Kantonspolizei St. Gallen sowie in frühen Jahren Kripochef und stellvertretender Polizeikommandant im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Zwischen 2016 und 2018 amtete er zudem als Präsident des Ostschweizer Polizeikonkordats.
Die wichtigsten Stationen im Überblick:
- 2010: Übernahme des Amtes als Polizeikommandant Kanton Appenzell Ausserrhoden
- 2016–2018: Präsident des Ostschweizer Polizeikonkordats
- Frühere Funktionen: Direktor Polizeischule Ostschweiz; Stabschef Kantonspolizei St. Gallen; Kripochef und stellvertretender Polizeikommandant im Kanton Appenzell Ausserrhoden
| Jahr | Funktion / Ereignis |
|---|---|
| 2010 | Beginn als Polizeikommandant AR |
| 2016–2018 | Präsidium Ostschweizer Polizeikonkordat |
| 2026 | Ankündigung des Rücktritts |
Auswirkungen für Kanton und Korps
Der Rücktritt des Kommandanten ist ein Signal für die laufende Reform der Polizeiorganisation. Eine neue Leitung kann den Kurs bei Strukturreformen massgeblich mitbestimmen: von Rollen und Verantwortlichkeiten bis zu Abläufen in der Polizeiarbeit. Für Mitarbeitende des Korps ist die Bekanntgabe ein Zeitpunkt erhöhter Unsicherheit, zugleich bietet sie die Chance auf personelle Neuaufstellungen.
Aus Sicht der Öffentlichkeit sind drei Punkte zentral:
- Wer übernimmt die Leitung und welche fachlichen Prioritäten setzt die neue Person?
- Wie schnell wird die ausgeschriebene Stelle besetzt, und gibt es eine Übergangsführung?
- In welchem Umfang verändert die Neuorganisation Einsatzstrukturen und Serviceleistungen für die Bevölkerung?
Die Kantonskanzlei hat angekündigt, die Stelle demnächst auszuschreiben. Konkrete Fristen oder Anforderungen an Kandidatinnen und Kandidaten nannte sie nicht. Ebenfalls offen bleibt, ob die Ausschreibung national oder international erfolgen wird.
Reaktionen und nächste Schritte
Zu Reaktionen aus Politik, Korps und Gemeinden liegen bislang keine öffentlichen Stellungnahmen vor. Die Kantonskanzlei dürfte in den kommenden Wochen Informationen zur Ausschreibung und zum weiteren Ablauf veröffentlichen. Bis zur Übergabe wird Cavelti die Leitung weiter wahrnehmen, womit kurzfristig keine vakante Spitze entsteht.
Die Bevölkerung und kantonale Behörden erhalten mit der Ausschreibung die Gelegenheit, die Vorstellungen für die künftige Polizeiführung mitzugestalten oder zumindest zu verfolgen, wie der Kanton Appenzell Ausserrhoden die Umsetzung der neuen Organisationsstruktur plant.
WE NEWS informiert weiter, sobald die Kantonskanzlei Details zur Ausschreibung oder zur Übergabe kommuniziert.