Die katholische Kirche in Neuenburg hat die Zusammenlegung mehrerer Pfarreien formell bestätigt. In einem Diözesandekret, das nach den Generalversammlungen im Juni 2026 veröffentlicht wurde, wird bekanntgegeben, dass die Pfarrei Saint‑Norbert (La Coudre) mit der Pfarrei Notre‑Dame de Neuchâtel fusioniert ist. Diese Veränderung folgt auf eine frühere Eingliederung: Bereits 2025 war die Pfarrei Saint‑Nicolas (Vauseyon) mit der Seelsorgeeinheit der Stadt zusammengelegt worden.
Warum die Fusion?
Die Verantwortlichen der Diözese und der lokalen Kirche führen die Massnahme als Reaktion auf organisatorische, kanonische und finanzielle Herausforderungen an. In der Mitteilung der Neuenburger Kirche vom 17. August 2026 heisst es, die Zusammenschlüsse änderten nichts am liturgischen und gemeinschaftlichen Leben vor Ort, würden jedoch eine Bündelung der Kräfte in Verwaltung, Kanon und Finanzen ermöglichen.
Der leitende Pfarrer, Luc Bucyana, bezeichnete den Schritt als logisch und weitgehend bereits gelebte Praxis. Er betonte, dass viele pastorale Angebote, darunter der Religionsunterricht, bereits gemeinsam organisiert worden seien. Bucyana sieht in der Fusion vor allem eine seelsorgerische Chance:
«Wir haben bereits seit einiger Zeit gemeinsam den Religionsunterricht und andere Aktivitäten durchgeführt. Das Ziel des Zusammenschlusses ist daher vor allem seelsorgerischer Natur; er ermöglicht es uns, grössere und aktivere Gemeinden zu haben.»
Kirchliche Vorgaben und Erwartungen
Der Bischof der Diözese, Mgr. Charles Morerod, hatte bei seinem Besuch in Neuenburg am 25. November 2025 die Notwendigkeit betont, strikt territoriale Denkweisen zu überwinden. Solche Überlegungen seien bereits in Bereichen wie Seelsorge, Diakonie, Kommunikation und Prävention umgesetzt worden, so die Mitteilung.
Die Diözese weist darauf hin, dass die Abwägung weiterer Zusammenschlüsse noch nicht abgeschlossen ist: Insbesondere die Pfarrei Saint‑Marc (Serrières) und allenfalls die Pfarrei Peseux sollen weiterhin geprüft werden. Damit steht eine Phase der Konsolidierung und Neuordnung bevor.
Konkretes Ergebnis: Weniger Einheiten, gleiche pastorale Präsenz
Durch die genannten Schritte umfasst die Seelsorgeeinheit (Unité Pastorale, UP) der Stadt Neuenburg nun drei statt fünf Einheiten. Die Verantwortlichen betonen, dass liturgische Angebote und das Gemeindeleben an den Orten erhalten bleiben sollen; es geht primär um die Zusammenführung administrativer Strukturen.
- Ziel: Bündelung administrativer, kanonischer und finanzieller Aufgaben.
- Praxis: Gemeinsamer Religionsunterricht und schon bestehende Kooperationen.
- Weiteres Vorgehen: Prüfung möglicher weiterer Fusionen (Saint‑Marc, Peseux).
| Situation | Anzahl Einheiten |
|---|---|
| Vor den Zusammenlegungen | 5 |
| Nach den bisherigen Fusionen (inkl. 2026) | 3 |
Die Mitteilung macht deutlich, dass es nicht primär um Schliessungen von Kirchen oder das Ende lokaler Gemeinschaften geht, sondern um die effizientere Wahrnehmung gemeinsamer Aufgaben und die Stärkung pastoraler Aktivitäten durch grössere, aktivere Gemeinden.
Auswirkungen für Gemeindemitglieder
Für die Gläubigen bedeutet die Neuordnung vor allem organisatorische Änderungen bei Verwaltung, Buchhaltung und kanonischer Zuständigkeit. Die kirchliche Leitung versichert, dass gottesdienstliche Angebote und lokale Aktivitäten nicht automatisch reduziert oder aufgehoben werden. Konkrete Auswirkungen auf Öffnungszeiten der Kirchen, Personalbestand oder Gemeindefinanzen wurden in der veröffentlichten Mitteilung nicht detailliert genannt.
Die Ankündigung folgt einem längerfristigen Wandel in vielen Diözesen: Rückgang von Ressourcen und veränderte Bedürfnisse der Gemeinden veranlassen kirchliche Verantwortliche zunehmend dazu, Strukturen neu zu denken. In Neuenburg bleibt nun abzuwarten, wie die nächsten Prüfungen — insbesondere zu Saint‑Marc und Peseux — verlaufen und welche weiteren organisatorischen Anpassungen sich daraus ergeben.
Die lokale Kirchenleitung plant offenbar, den Prozess schrittweise zu gestalten, um Kontinuität im Gemeindeleben zu sichern und den Übergang für die Gläubigen möglichst reibungslos zu gestalten.