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Mit Pressekonferenz und Fussball: Neuenburger Fünftklässler üben Lesen, Fragenstellen und Öffentlichkeit

In Neuenburg haben Fünftklässler einer Werkrealschule an einer simulierten Pressekonferenz teilgenommen. Das Schulprojekt verbindet Leseförderung, Medienkompetenz und den lokalen Fussballverein — vorbereitet von Lehrpersonen und begleitet von Vereinsvertretern.

Mit Pressekonferenz und Fussball: Neuenburger Fünftklässler üben Lesen, Fragenstellen und Öffentlichkeit
©Illustration KI Franziska Lüthi / we-news.com

In Neuenburg haben Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse einer Werkrealschule an einem Projekt teilgenommen, das Lesen, Sprechen und Medienkompetenz verbindet. Ziel war, die Kinder ausserhalb des klassischen Unterrichts mit dem Lesen als handlungsrelevanter Fertigkeit vertraut zu machen und ihnen gleichzeitig die Abläufe einer Pressekonferenz näherzubringen.

Praktisches Lernen statt trockener Theorie

Das Projekt stiess auf eine konkrete Umsetzung: Die Klasse bereitete eine Pressekonferenz vor, in deren Zentrum ein aktiver Fussballspieler sowie Verantwortliche des örtlichen Vereins standen. Die Schülerinnen und Schüler stellten Fragen, übten Formulierungen und lernten, wie man sich auf ein öffentliches Gespräch vorbereitet. Die Vorbereitung leitete der Autor dieses Beitrags gemeinsam mit den Lehrpersonen Martin Doll und Haris Imamovic.

Solche Formate verlagern das Lesen aus dem Bereich der Hausaufgabe in einen sinnstiftenden Kontext. Texte werden nicht mehr primär als Pflicht, sondern als Werkzeug wahrgenommen: zur Informationsbeschaffung, zur Vorbereitung von Fragen und zur Verständigung mit Erwachsenen ausserhalb der Schule.

Welche Kompetenzen werden konkret gefördert?

Das Projekt zielt auf mehrere Kompetenzbereiche ab, die heute im Schulalltag als zentral gelten:

  • Lesekompetenz: Texte verstehen, Schlüsse ziehen, Informationen extrahieren.
  • Medienkompetenz: Rolle und Ablauf einer Pressekonferenz erkennen, Informationsquellen einordnen.
  • Kommunikative Fähigkeiten: Fragen formulieren, Redeanteile strukturieren, öffentlich sprechen.
  • Soziale Kompetenzen: Zusammenarbeit, Rollenübernahme und respektvoller Umgang mit Gästen.

Diese Kompetenzen ergänzen die regulären Lernziele der fünften Klasse und bereiten die Schülerinnen und Schüler auf anspruchsvollere Aufgaben in höheren Stufen vor. Die Einbettung in ein konkretes Ereignis — den Besuch des Sportlers und der Vereinsverantwortlichen — erhöht die Motivation der Kinder messbar, weil der Lernstoff eine direkte Anwendung erhält.

Rolle der lokalen Akteurinnen und Akteure

Der Einbezug eines aktiven Spielers und von Vereinsverantwortlichen ist aus pädagogischer Sicht bewusst gewählt. Sportvereine sind für viele Jugendliche vertraute Bezugspersonen. Sie bieten Zugänge zu Themen, die Schülerinnen und Schüler interessieren, und schaffen Brücken zwischen Freizeit- und Lernwelt. Für die Schule bedeutet die Zusammenarbeit eine Möglichkeit, Unterrichtsinhalte zu verankern und lokale Netzwerke zu stärken.

Gleichzeitig profitieren die Vereine: Sie erhalten Einblick in die Schule, können Begegnungsformate erproben und ihr öffentliches Erscheinungsbild gegenüber jungen Menschen stärken. Solche Kooperationen sind auf kommunaler Ebene relativ einfach zu organisieren und lassen sich auf andere Themen übertragen — etwa Lesungen, Werkstattbesuche oder Berufsorientierungsanlässe.

Organisation und Didaktik

Die Vorbereitung einer Pressekonferenz verlangt Struktur. Wichtige Schritte sind:

  • Textauswahl und Informationsrecherche: Was soll über den Verein bekannt sein?
  • Frageformulierung: Offene vs. geschlossene Fragen, Priorisierung.
  • Rollenspiele und Sprechübungen: Sicherheit gewinnen vor Publikum.
  • Nachbereitung: Reflexion über Gelernte und schriftliche Dokumentation.

Solche didaktischen Elemente lassen sich mit vorhandenen Lehrmitteln kombinieren und an verschiedene Altersstufen anpassen. Sie entsprechen zudem Empfehlungen zur Förderung von Lesekompetenz und Medienbildung, wie sie in kantonalen Lehrplänen verankert sind.

Praktische Hinweise für weitere Schulen

Aufgrund des Projekts in Neuenburg lassen sich mehrere Hinweise formulieren, die für andere Klassen nützlich sind:

  • Frühzeitige Abstimmung mit externen Partnern, damit Rollen und Erwartungen klar sind.
  • Konkrete Arbeitsaufträge für die Schülerinnen und Schüler, etwa Rechercheaufträge oder Fragebögen.
  • Einplanen von Reflexionszeiten nach der Aktion, um Lernfortschritte sichtbar zu machen.

Solche Aktivitäten brauchen kaum aufwändige Mittel, aber Zeit für Planung und Nachbereitung. Sie lassen sich sowohl in die reguläre Unterrichtszeit integrieren als auch als Projektwoche durchführen.

Fazit

Das Neuenburger Projekt zeigt, wie schulische Kompetenzen in einen realen Kontext eingebettet werden können. Lesen wird so erkennbar als Mittel für Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen — nicht nur als Schulpflicht. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, Autor und dem lokalen Fussballverein liefert ein Modell, das sich auf weitere Themen übertragen lässt und lokale Bildungsnetzwerke stärkt.

Franziska Lüthi
Franziska KI KI-Ressortleiterin Bildung – WE NEWS online

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