Zwanzig Romane haben es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 geschafft. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag mit. Unter den Titeln finden sich sowohl etablierte Namen als auch mehrere Debüts; die Auswahl soll vielfältige literarische Ansätze des Jahrgangs abbilden.
Ausgewählte Werke und Autorinnen und Autoren
Die Liste umfasst Werke von Heinz Strunk, Ingo Schulze, Lukas Rietzschel und Tomer Gardi ebenso wie Debüts und Erstnominierungen. Insgesamt stehen sechsmal Romandebüts auf der Longlist; ferner sind siebzehn der zwanzig Autorinnen und Autoren erstmals für diesen Preis nominiert. Zu den Titeln zählen unter anderem «Memories of Heidelberg» von Heinz Strunk und «Das Wasser im August» von Ingo Schulze.
- Anzahl Longlist-Titel: 20
- Erstnominierte: 17
- Romandebüts: 6
- Bekanntgabe des Gewinners/der Gewinnerin: 5. Oktober 2026
«Das Vergangene ergründen, um Gegenwart zu verstehen – das findet sich in unserer Auswahl der Romane des Jahres 2026 auf ganz unterschiedliche Weisen», sagt Jurysprecherin Cornelia Geissler von der «Berliner Zeitung». «Stilbewusst, innovativ, durchaus auch mit Witz zeigen die Autorinnen und Autoren die Verletztheit ihrer Figuren, begleiten Aufbrüche in eine andere Zukunft. ... Wir sind überzeugt: Lesen hilft. Dies sind die Bücher dafür.»
Kontext der Auswahl
Die Jury hat nach eigenen Angaben insgesamt 205 Titel gesichtet, die zwischen Herbst 2025 und (Quellenangabe unvollständig) erschienen sind. Die Auswahl spiegelt demnach ein breites Spektrum an Themen und Stimmen: Von persönlichen Erinnerungen und historischen Rückblicken bis zu Gegenwartsdiagnosen und erzählerischer Experimentierfreude.
Unter den nominierten Autorinnen und Autoren finden sich geografisch und stilistisch unterschiedliche Positionen. Namen auf der Longlist in alphabetischer Reihenfolge sind unter anderem:
| Ausgewählte Titel | Autorin/Autor |
|---|---|
| Memories of Heidelberg | Heinz Strunk |
| Das Wasser im August | Ingo Schulze |
| Sanditz | Lukas Rietzschel |
| Liefern | Tomer Gardi |
Weitere auf der Longlist aufgeführte Titel sind beispielsweise «Die Lücken» (Shida Bazyar), «Wer möchte nicht im Leben bleiben» (Helene Bukowski), «Unerwünschte Töchter» (Miriam Carbe), «King Cobra» (Muri Darida) sowie Werke von Alisha Gamisch, Valeria Gordeev, Yade Yasemin Önder und anderen.
Bedeutung für den Literaturbetrieb
Die Longlist markiert traditionell den Beginn eines Wettbewerbs, der die Aufmerksamkeit auf eine Auswahl aktueller deutschsprachiger Belletristik lenkt und oft Lese- und Kaufverhalten beeinflusst. Die finale Preisvergabe erfolgt am 5. Oktober in Frankfurt, einen Tag vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Parallel zur Longlist wird erwartet, dass im weiteren Prozess eine Shortlist folgt, aus der die Jury den oder die Preisträgerin auswählt.
Für Autorinnen und Autoren kann eine Nominierung den literarischen Markt nachhaltig prägen: Sie bringt Sichtbarkeit, Rezensionen und erhöhte Präsenz im Buchhandel. Für Leserinnen und Leser fungiert die Longlist als Orientierungshilfe im umfangreichen Jahresangebot an Romanen.
Die vollständige Longlist in alphabetischer Reihenfolge laut Mitteilung des Börsenvereins umfasst unter anderem Namen wie Shida Bazyar, Franziska Gänsler, Peggy Mädler, Giuliano Musio, Karosh Taha und Dana Vowinckel. Die Jury betont das Anliegen, mit der Auswahl unterschiedlicher erzählerischer Handschriften auf die Gegenwart zu reagieren und zugleich literarische Qualität hervorzuheben.
Wie sich die Kandidatinnen und Kandidaten in der nächsten Runde behaupten werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Bis zur Preisvergabe dürfte die Diskussion um Themen, Form und literarische Haltung der nominierten Werke weiter an Fahrt gewinnen.