Eine Delegation des Kantonsrats von Appenzell Ausserrhoden hat am 3. September 2026 in Bern eine Standesinitiative zur dritten Röhre des Rosenbergtunnels sowie zum Zubringer Güterbahnhof vorgestellt. Die Vertreter betonten, die Projekte müssten im nächsten Ausbauschritt der Nationalstrassen berücksichtigt werden, weil der Engpass am Rosenberg spürbare Auswirkungen auf die Region habe.
Vertreter und Anliegen
Die Standesinitiative wurde von den Kantonsräten Matthias Tischhauser, Präsident der kantonsrätlichen Kommission Bau und Volkswirtschaft, und Marco Sütterle, zweiter Vizepräsident des Kantonsrats, in Bern präsentiert. Mit dem Besuch wollten sie die Perspektive ihres Kantons direkt in das parlamentarische Verfahren auf Bundesebene einbringen, teilte die Kantonskanzlei mit.
Warum die dritte Röhre wichtig sein soll
Gemäss Mitteilung betrifft der Engpass auf der A1 beim Rosenbergtunnel unmittelbar Appenzell Ausserrhoden. Auf Staus reagierten Verkehrsströme regelmässig bis in den Raum Winkeln sowie auf die N25 Richtung Herisau und weiter ins Appenzellerland. Die Delegation argumentiert, die Vorstellung, Ausweichrouten über Herisau würden bei Problemen am Rosenberg genügen, greife zu kurz.
Weiter weist die Mitteilung darauf hin, dass die östliche Verbindung über Teufen direkt ins Zentrum von St. Gallen und zum Rosenbergtunnel führt. Der Engpass am Rosenberg tangiere somit die beiden wesentlichen Zugänge zum Kanton, so die Kantonsratsvertretung.
Zubringer Güterbahnhof und Tunnel Liebegg
Neben der dritten Tunnelröhre steht in der Initiative auch der geplante Zubringer Güterbahnhof inklusive Tunnel Liebegg. Die Vertreter sehen darin ein Instrument, um die Verkehrsströme in St. Gallen besser zu führen und insbesondere die Verbindung Richtung Appenzellerland zu verbessern.
| Projektbestandteil | Erwarteter Nutzen (laut Mitteilung) |
|---|---|
| Dritte Röhre Rosenbergtunnel | Entlastung der A1, Verminderung von Staus und Ausstrahlungseffekten ins Appenzellerland |
| Zubringer Güterbahnhof / Tunnel Liebegg | Verbesserte Verkehrsführung in St. Gallen und bessere Verbindung Richtung Appenzellerland |
Bedeutung für den ländlichen Kanton
Für Appenzell Ausserrhoden als ländlichen Kanton sei eine zuverlässige Erreichbarkeit von zentraler Bedeutung. Die Kantonsratsvertretung nennt konkret Pendlerinnen und Pendler, Gewerbe, Tourismus und Güterverkehr als Gruppen, die von einer stabileren Verkehrsinfrastruktur profitieren würden. Ausserdem bezeichnete die Delegation die Vorhaben als wichtigen Bestandteil einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur für die gesamte Ostschweiz.
Regionale Vernetzung als Argument
Die Vertreter betonen, die dritte Rosenbergröhre sei nicht nur ein Projekt von St. Gallen, sondern zugleich von Ausserrhoden. Damit rücken sie die regional übergreifende Dimension in den Vordergrund: Die Infrastruktur am Rosenberg beeinflusse mehrere Kantone und Verkehrsachsen, weshalb eine Berücksichtigung im nationalen Ausbauprogramm gefordert wird.
Konsequenzen fürs Appenzellerland
Die Initiative zielt darauf ab, strukturelle Engpässe zu beheben, die sich bei Stauereignissen über das unmittelbare Gebiet des Tunnels hinaus auswirken. Für das Appenzellerland bedeutet das, dass bessere Durchlässigkeit auf der A1 und verbesserte Zubringerverbindungen die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und touristischen Zielen stabilisieren könnten.
- Datum der Vorstellung: 3. September 2026
- Initianten: Matthias Tischhauser und Marco Sütterle
- Forderung: Aufnahme in den nächsten Ausbauschritt der Nationalstrassen
Wie das weitere parlamentarische Verfahren auf Bundesebene verläuft, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Standesinitiative setzt jedoch ein klares Zeichen: Die Kantonsratsvertretung will die Ausbauplanung für die Nationalstrassen zugunsten einer Entlastung des Rosenberg-Abschnitts beeinflussen und so auch die Erreichbarkeit des Appenzellerlands sichern.