Offener Wettbewerb für Neubau und Sanierung
Der Kanton Obwalden hat im Amtsblatt die Ausschreibung eines offenen Projektwettbewerbs für das Areal Foribach in Sarnen veröffentlicht. Ziel ist die Entwicklung eines Standortes, an dem mehrere Verwaltungseinheiten zusammengeführt werden sollen. Vorgesehen ist zudem die Einbeziehung von Lagerräumlichkeiten des Historischen Museums Obwalden in die Planung.
Das bestehende Gebäude der Kantonspolizei Obwalden auf dem Areal entspricht nach kantangegebenen Untersuchungen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das markante Gebäude wurde 1976 vom Architekten Paul Dillier erstellt und ist mittlerweile rund 50 Jahre alt. Eine frühere Zustandsanalyse aus dem Jahr 2007 wies bereits auf überschrittene Lebensdauern einzelner Bauteile sowie Mängel beim Brandschutz, der Erdbebensicherheit, der Barrierefreiheit und der Energieeffizienz hin. Seither beschränkten sich die Arbeiten weitgehend auf Reparaturen und technische Nachrüstungen.
Zusammenlegung und Raumplanung
Die kantonale Immobilienstrategie sieht auf dem Areal die Zusammenlegung folgender Einheiten vor:
- Sicherheits- und Sozialdepartement
- Bau- und Raumentwicklungsdepartement
- Staatsarchiv und Archiv der Kantonsbibliothek
Der Regierungsrat hat zudem beschlossen, die Lagerräumlichkeiten des Historischen Museums Obwalden in die Planung einzubeziehen. Damit soll die Nutzung des Areals optimiert und Synergien zwischen Verwaltung, Archivierung und Sicherheitsaufgaben geschaffen werden.
Flächenbedarf und Arbeitsplatzprognose
In Zusammenarbeit mit den betroffenen Departementen wurde der Raumbedarf für den Standort Foribach erarbeitet und optimiert. Vorgesehen ist eine Nutzfläche von insgesamt 10 320 m², ausgerichtet auf eine prognostizierte Arbeitsplatzentwicklung von insgesamt 245 Büroarbeitsplätzen bis 2040. Die Büros sind mehrheitlich als Mehrpersonenbüros geplant; Einzelbüros sollen künftig Führungskräften und Mitarbeitenden mit speziellen Aufgaben vorbehalten bleiben.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Gebäudealter (Bestand) | 1976 (ca. 50 Jahre) |
| Geplante Nutzfläche | 10 320 m² |
| Geplante Büroarbeitsplätze | 245 bis 2040 |
| Letzte grosse Massnahme | Aufstockung 2012 |
Warum ein offener und einstufiger Wettbewerb?
Der Kanton hat sich für einen offenen, einstufigen Projektwettbewerb entschieden, um möglichst viele Ideen und Lösungsvorschläge zu erhalten. Im Fokus steht die Optimierung betrieblicher Abläufe vor Ort sowie eine Etappierung, die den Betrieb während der Umbau- oder Neubauphase so wenig wie möglich beeinträchtigt. Aus Sicht der Verwaltung ist wichtig, dass die betrieblichen Anforderungen an eine moderne Verwaltungs- und Polizeiarbeit erfüllt werden und gleichzeitig Fragen zu Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Sicherheit berücksichtigt werden.
Bestandsprobleme und bisherige Massnahmen
Die Bestandsbauten weisen nach kantonalen Angaben verschiedene Defizite auf, die bereits in früheren Analysen festgestellt wurden. Obwohl 2012 eine Aufstockung durchgeführt wurde, besteht weiterhin Platzmangel und die bestehende Gebäudestruktur erschwere einen modernen und effizienten Betrieb. Die bisherigen Eingriffe beschränkten sich vorwiegend auf Reparaturen und technische Nachrüstungen, nicht auf eine umfassende Erneuerung oder Umgestaltung.
Der offene Wettbewerb soll nun Varianten aufzeigen, wie das Areal langfristig und nachhaltig genutzt werden kann. Die Kantonsführung erwartet Projektvorschläge, die sowohl funktionale als auch städtebauliche und energetische Aspekte berücksichtigen.
Weiteres Vorgehen und Zeitplan
Gemäss Ausschreibung sind die Projektideen bis Januar einzureichen. Der Kanton wird anschliessend die eingereichten Vorschläge prüfen und die weiteren Planungsschritte definieren. Konkrete Angaben zu Kostenrahmen oder einem detaillierten Bauzeitplan fehlen in der Ausschreibung; solche Angaben dürften in den kommenden Planungsphasen folgen.
Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie betroffene Mitarbeitende bedeutet das Verfahren eine Phase der Abwägung zwischen Sanierung, Umbau oder Neuplanung. Zudem eröffnet das Verfahren die Chance, das Areal Foribach in seiner städtebaulichen und funktionalen Bedeutung für Sarnen und den Kanton Obwalden neu zu definieren.