Obwalden und Nidwalden blicken auf drei Jahrzehnte gemeinsamer Arbeitsmarktpolitik zurück: Am 1. September 1996 nahm das RAV Obwalden‑Nidwalden in Hergiswil den Betrieb auf. Die beiden Kantone hatten sich damals für einen schweizweit ungewöhnlichen, gemeinsamen Weg entschieden. Anlässlich des 30‑jährigen Bestehens würdigten Vertreterinnen und Vertreter beider Kantone die kontinuierliche Zusammenarbeit.
Ein gemeinsames Modell als Antwort auf neue Anforderungen
Mitte der 1990er‑Jahre führte die Revision des eidgenössischen Arbeitslosenversicherungsgesetzes dazu, dass die Kantone professionelle Arbeitsvermittlungszentren aufbauen mussten. Obwalden und Nidwalden wählten als einzige Kantone der Schweiz eine gemeinsame Lösung. Das RAV startete 1996 in Hergiswil mit acht Mitarbeitenden. Drei Jahre später wurde die gemeinsame Arbeitslosenkasse (ALK) eingerichtet; später folgte die vereinte Fachstelle für arbeitsmarktliche Massnahmen (LAM).
Heute beschäftigt das RAV Obwalden‑Nidwalden 17 Mitarbeitende und bietet Stellensuchenden eine Palette von Dienstleistungen an: individuelle Beratung, Arbeitsmarktintegration und die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern stehen im Vordergrund. Laut Mitteilung profitieren beide Kantone von einem vergleichsweise starken Arbeitsmarkt und regelmässig tiefen Arbeitslosenquoten.
Pragmatische Kooperation mit lokaler Verankerung
Die gemeinsame Organisation erlaubt beiden Kantonen, Ressourcen zu bündeln und Arbeitsprozesse zu harmonisieren. Die Verantwortlichen betonten an der Feier in Hergiswil die Praxisnähe und die Vorzüge der Kooperation: Eine zentrale Stelle koordiniert Vermittlungsbemühungen, Ausbildungen und Massnahmen, während die kantonalen Behörden die strategische Aufsicht wahrnehmen.
Bei der Veranstaltung waren Vertreterinnen und Vertreter beider Volkswirtschaftsdepartemente und der Aufsichtskommission anwesend. Genannt wurden unter anderem:
- Claudia Bättig, Leiterin Arbeitsamt Nidwalden
- Marius Küchler, Vorsteher Volkswirtschaftsdepartement Obwalden
- Jennifer Aregger, Leiterin Amt für Arbeit Obwalden
- Monika Brunner, Präsidentin der Aufsichtskommission
- Othmar Filliger, Nidwaldner Volkswirtschaftsdirektor
- Barbara König, Leiterin der Arbeitslosenkasse
- Ivo Fuchs, Leiter des RAV
Leistungsbild und regionale Bedeutung
Das RAV ist Anlaufstelle für Personen im Erwerbsalter, welche Unterstützung bei der Stellensuche oder beim Zugang zu arbeitsmarktlichen Massnahmen benötigen. Die enge Zusammenarbeit mit Arbeitgebern in beiden Kantonen erleichtert gemäss Mitteilung die schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Diese Praxis ist besonders relevant in Regionen mit kleineren Arbeitsmärkten, wo persönliche Kontakte und lokale Kenntnis der Branchen wichtig sind.
Die kantonsübergreifende Struktur erlaubt ausserdem eine gebündelte Fachkompetenz für Massnahmenplanung, Weiterbildung und Unterstützung bei Stellensuchen. Damit reagiert das RAV sowohl auf kurzfristige Vermittlungsbedürfnisse als auch auf längerfristige Herausforderungen wie Qualifikationslücken.
Meilensteine in einer Übersicht
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1996 | Start des RAV Obwalden‑Nidwalden in Hergiswil mit 8 Mitarbeitenden (1. September) |
| 1999 | Einrichtung der gemeinsamen Arbeitslosenkasse (ALK) |
| später | Gründung der gemeinsamen Fachstelle für arbeitsmarktliche Massnahmen (LAM) |
| 2026 | 30‑Jahr‑Jubiläum; RAV beschäftigt 17 Mitarbeitende |
Bedeutung für die Zukunft
Vertreterinnen und Vertreter beider Kantone sehen im gemeinsamen RAV ein bewährtes Instrument, um den regionalen Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Die Zusammenlegung von Verwaltungsfunktionen und Fachstellen ist ein Beispiel für interkantonale Kooperation, die auf Effizienz und lokale Bedarfsorientierung setzt. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, Massnahmen an sich wandelnde Arbeitsmarktbedingungen und Branchenbedürfnisse anzupassen.
Für die Bevölkerung und die lokalen Arbeitgeber bedeutet die Zusammenarbeit konkretere Ansprechstellen, gebündelte Dienstleistungen und kürzere Vermittlungszeiten. Die Jubiläumsfeier in Hergiswil hob die partnerschaftliche Arbeit hervor, ohne dass an der Mitteilung konkrete neue Projekte oder zusätzliche Ressourcen angekündigt wurden.
Das Modell Obwalden‑Nidwalden wird in der Mitteilung als «schweizweit einmalig» bezeichnet, weil die beiden Kantone diese Aufgabe gemeinsam übernommen haben. Ob andere Kantone ähnliche Modelle prüfen, wurde nicht Thema der Mitteilung.