In Basel-Stadt hat am Montag der Unterricht für Tausende Schülerinnen und Schüler planmässig wieder begonnen. Gemäss den jüngsten Zahlen traten insgesamt 29'516 Lernende das neue Schuljahr an. Der Schulstart verlief ohne grössere Störungen; alle Klassen sind mit Lehrpersonen besetzt, wie aus den Mitteilungen der Bildungsverwaltung hervorgeht.
Zahlen zum Schulstart
Die Verteilung nach Stufen zeigt, dass in Basel-Stadt 1'718 Kinder in den Kindergarten eingetreten sind, während 1'773 Mädchen und Knaben ihren ersten Tag in der Primarschule erlebten. Im Bereich der Berufsbildung beginnen 1'978 Personen eine Ausbildung.
| Bildungsstufe | Basel-Stadt |
|---|---|
| Kindergarten | 1'718 |
| Primarschule (Erste Klasse) | 1'773 |
| Berufsbildung (Neustarter) | 1'978 |
Masterplan Berufsbildung: Mehr Kooperation mit Wirtschaft
Erziehungsdirektor Mustafa Atici (SP) nutzte den ersten Schultag, um die Ergebnisse der im vergangenen Jahr lancierten Massnahmen aus dem Masterplan Berufsbildung vorzustellen. Sein Departement hat verschiedene Initiativen umgesetzt, darunter Betriebscoaching für Lehrbetriebe, verstärkte Kooperationen zwischen Schulen und Wirtschaft, gezielte Angebote für Erwachsene ohne Abschluss sowie eine intensivere Information über die Möglichkeiten einer Lehre.
Atici präsentierte zudem Resultate einer Studie des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung (OBS EHB). Die Analyse benennt zentrale Ansatzpunkte zur Stärkung der dualen Ausbildung in Basel: Es brauche datenbasierte Steuerungs- und Informationsgrundlagen, durchlässigere Ausbildungswege, erleichterte Einstiegsformen sowie gezielte Unterstützung für Lehrbetriebe. Auch die Aufwertung des Images der Lehre wird als Massnahme empfohlen.
Abschlussquote auf Sekundarstufe II: Basel-Stadt unter dem Schweizer Durchschnitt
Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II. In Basel-Stadt liegt diese Quote bei 87,5 Prozent und damit unter dem schweizweiten Durchschnitt von 90,2 Prozent. Die Differenz unterstreicht den Handlungsbedarf, den Atici mit seinen Massnahmen adressieren will.
- Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben
- Betriebscoaching und Unterstützung für Lehrbetriebe
- Neue Angebote für Erwachsene ohne Berufsabschluss
Praktische Bedeutung für Familien und Betriebe
Für Eltern und Erziehungsberechtigte bedeutet ein planmässiger Schulstart weniger organisatorische Umtriebe und eine verlässliche Betreuung der Kinder. Für Lehrbetriebe hingegen bringt die verstärkte Akquise von Lehrstellen und das Betriebscoaching direkte Unterstützung: Kleine und mittlere Unternehmen sollen dadurch einfacher Lernende anstellen und fachlich begleiten können.
Die empfohlenen datenbasierten Steuerungsmittel sollen Behörden und Schulseite ermöglichen, Engpässe in bestimmten Berufen oder Regionen frühzeitiger zu erkennen und gezielt Gegensteuer zu geben. Das ist besonders relevant für eine Stadt wie Basel, die in vielen Branchen – etwa Chemie, Life Sciences und Handwerk – auf qualifizierte Lernende angewiesen ist.
Koordination mit Baselland und Bund
Die Studie empfiehlt zudem eine stärkere Abstimmung zwischen Kantonen und Sozialpartnern. Basel-Stadt verfolgt diesen Weg bereits in Teilen: Atici betonte die geplante Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Landschaft, um Übergänge zu erleichtern und gemeinsame Informationsangebote zu schaffen.
Ein dauerhaftes Ziel bleibt die Verbesserung der Durchlässigkeit im Bildungssystem: Wer eine Lehre abbricht oder einen späteren Berufseinstieg anstrebt, soll einfacher wieder ansetzen können. Solche Mechanismen könnten die Abschlussquoten erhöhen und gleichzeitig die Arbeitsmarktintegration stärken.
Blick nach vorne
Mit dem Schuljahr 2026/27 beginnt in Basel-Stadt eine Phase, in der Massnahmen zur Berufsbildung praktisch erprobt werden. Beobachtet wird, ob die angekündigten Effekte – mehr Lehrstellen, höhere Abschlussquoten und bessere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft – eintreten. Für die Stadt und ihre Arbeitgeber steht viel auf dem Spiel: eine starke duale Ausbildung ist ein zentraler Pfeiler der lokalen Wirtschaftskraft.
Der planmässige Schulstart und die Präsentation der berufspädagogischen Initiativen markieren den Auftakt einer arbeitsintensiven Legislaturperiode im Bildungsbereich. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die politischen Absichten in konkrete Erfolge für Lernende und Lehrbetriebe münden.